von Christoph Berdi | Juli 21, 2013 | Allgemein
21.07.2013 – Die Ikea-Stiftung, so las ich kürzlich in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (Ausgabe vom 7. Juli 2013), hat Häuser entwickeln lassen, Hütten besser, die kostengünstiger sein sollen als Zelte, in denen weltweit Millionen Flüchtlinge teilweise viele Jahre leben müssen. Der Kostenvorteil ergibt sich daraus, dass die Hütten langlebiger als die Zelte sind. Modulare Bauweise, leicht zusammenzubauen, kompakt verpackt und logistisch gut zu transportieren – da kommen einige Kernkompetenzen des schwedischen Unternehmens zum Tragen. Für die Menschen in den Lagern bedeutet das: bessere Unterkunft, mehr Schutz vor extremem Wetter, Solarenergie, und, auch das ist ein wichtiger Faktor, mehr Privatsphäre. Eine bestechende Idee. Konsumgüterhersteller bringen ihre Kompetenzen in den Markt für die Flüchtlingsversorgung ein, erzeugen ein Win-Win durch hilfreichere Produkte und Kostenvorteile. Eine Idee, die es wert ist, weiterverfolgt zu werden. Da fällt mir ein Besuch vor einigen Jahren an der Designhochschule der Universität von Cincinnati ein, der Stadt, in der Procter and Gamble seinen Sitz hat. Designstudenten hatten dort Schutzbetten für Neugeborene und Kleinkinder in Krisengebieten angedacht. Sie trugen das Pampers-Branding. Das muss ja vielleicht nicht sein, aber es zeigt: Ideen ähnlich der Ikea-Häuschen scheint es an vielen Orten zu geben. Zwar sagte der UN-Flüchtlingsbeauftragte Oliver Delarue der FAS, die Gelder seien knapp und der Markt unattraktiv. Doch für global agierende Konsum- und Gebrauchsgüterkonzerne müsste es doch möglich sein, innovative, über die Stückzahl profitable Produkte zu kreieren, die von den Hilfsorganisationen eingesetzt werden können und den Menschen wirklich helfen. Laut UNHCR waren Ende 2012 über 45 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht, davon mehr als die Hälfte im eigenen Land. Das sind etwas mehr Menschen als Spanien Einwohner hat. Es ist doch eine menschlich wie betriebswirtschaftlich lohnende Aufgabe für Forschung und Entwicklung und Marketing in den Unternehmen, für diese Bedarfe Lösungen zu entwickeln. Klingt nach einem aussichtsreicheren Projekt als die 24. Line Extension einer längst auskapitalisierten Marke.
von Christoph Berdi | Juli 16, 2013 | Allgemein
Oha, wenn die unternehmensintern gebräuchliche Abkürzung tatsächlich ein Grund für eine Umbenennung ist, dann stimmt da etwas mit dem Findungsprozess nicht. Hier ein lesenswertes Stück von Markenberater Michael Brandtner zum Thema „Abkürzungen als Markennamen“:
AWD, BK, EY, GE, IBM, VW oder BMW. Immer wieder setzen Unternehmen auf Initialen als Markennamen. In vielen Fällen passiert dies, weil der Unternehmensname zu lange ist bzw. oft auch, weil die Abkürzung intern im Sprachgebrauch genutzt wird. Langversion versus Abkürzung.
Wenn Sie sich die sechs Abkürzungen oben ansehen, denken Sie wahrscheinlich bei AWD automatisch an Allgemeiner Wirtschaftsdienst, bei GE an General Electric, bei IBM an International Business Machines und bei BMW an Bayrische Motorenwerke. In all diesen Fällen ist die Abkürzung als Markenname besser geeignet als die jeweilige Langversion. BMW klingt nach Marke. Bayrische Motorenwerke nach einer Unternehmensbezeichnung. Das Gleiche gilt auch für AWD, GE und IBM. Wofür aber stehen jetzt BK und EY? BK steht für natürlich für Burger King. Und EY ist der neue Markenname für Ernst & Young. Nur in diesen beiden Fällen ist die jeweilige Langversion besser als die Abkürzung, da sowohl Burger King als auch Ernst & Young funktionierende eigenständige Markennamen sind. So kürzt auch kein Kunde Burger mit BK oder Ernst & Young mit EY ab.
via Markennamen: Vermeiden Sie die Initialen-Falle | Brandtner on Branding.
von Christoph Berdi | Juli 11, 2013 | Allgemein
11.07.2011 – Manchmal bringt die Marketing-Wissenschaft Ergebnisse hervor, die die gängige Lehrmeinung und über Jahrzehnte erprobte Praxis gleichzeitig in Frage stellt. Diesmal erwischt es die USP, die Unique Selling Propositon, seit vielen Jahrzehnten eines der Lieblingsinstrumente der Marketer. Auf gut Deutsch: Eine neue Studie stellt das „Alleinstellungsmerkmal“ zur Differenzierung von Produkten und Dienstleistungen zur Disposition.
Die Wissenschaftler Qing Wang von der Warwick Business School und Paurav Shukla von Glasgow Caledonian University London haben herausgefunden, dass Verbraucher auf die USP weniger geben als gemeinhin gedacht. Im Gegenteil, die Verbraucher fassen mehr Vertrauen in ihren Einkauf, wenn dieser Ähnlichkeit mit einem Wettbewerbsprodukt aufweist. Wang, seines Zeichens Professor für Marketing & Innovation, sagt laut einer Pressemeldung der Warwick Business School: „Die Unternehmen sollten aufhören zu versuchen, ihre USP zu finden. In der Tat haben wir festgestellt, dass ähnliche Attribute von Wettbewerbsprodukten die Verbraucher zuversichtlich stimmen, die richtige Wahl getroffen zu haben.“
Bestätigen wollten die Forscher eigentlich eine ganz andere These, nämlich dass die Ähnlichkeit zwischen Produkten die Verbraucher verwirrt. Dafür haben sie sich den Smartphone-Markt ausgesucht und 800 Engländer befragt. Die Ergebnisse der Studie „Linking sources of consumer confusion to decision satisfaction“ wurden im Psychology and Marketing Journal veröffentlicht.
von Christoph Berdi | Juli 8, 2013 | Allgemein
8.07.2013 – Guten Montag, und allen Lesern, Facebook-Freunden, Xing- und Linkedin-Kontakten sowie Twitter-Followern wünsche ich einen vielversprechenden Start in die KW 28. Weil mir kürzlich jemand erzählte, dass er ein Seminar mit dem legendären Managementdenker Michael E. Porter besuchen würde und er mich zugegeben damit etwas neidisch machte, hier einige Porter-Inspirationen zum Thema Strategie:
- Wenn Sie ein anderes Ziel haben als Rentabilität – groß zu sein, schnell zu wachsen oder Technologieführer zu werden – stoßen Sie auf Probleme.
- Eine Strategie umreißt das Gebiet, in dem ein Unternehmen versucht, einzigartig zu sein.
- Die besten CEOs, die ich kenne, sind Lehrer, und der Kern dessen, was sie lehren, ist Strategie.
- Es ist doch so: Die Kontinuität der strategischen Ausrichtung und die kontinuierliche Verbesserung der Art und Weise, wie Sie die Dinge erledigen, stehen absolut im Einklang miteinander. In der Tat verstärken sie sich gegenseitig.
- Strategie braucht Kontinuität. Sie kann nicht ständig neu erfunden werden.
Viel Erfolg und bon chance! Mehr Porter-Zitate gibt es auf brainyquote.
von Christoph Berdi | Juli 7, 2013 | Allgemein
Dem Appell von Werben & Verkaufen-Chefredakteur Jochen Kalka ist unbedingt zuzustimmen:
Wer eine Agentur betritt, bekommt leicht das Gefühl, inmitten einer Model-Castingshow gelandet zu sein. Ein Großteil der Mitarbeiter ist weiblich, das Durchschnittsalter oft unter 30 Jahren, bei Deutschlands größter Mediaagentur etwa 28 Jahre. Doch je höher man die Chefetagen erklimmt, desto männlicher wird die mitarbeitende Bevölkerung. Von der 30-Prozent-Quote, die in Deutschland der Verein ProQuote bis 2017 in Führungspositionen fordert, sind Kreativfabriken noch weit entfernt.
via W&V: Kreative Frauen in die Chefetagen!.