Das neue Ranking zur Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen (Teil von Reporters sans frontières, RSF) ist nicht vergnügungssteuerpflichtig. Rück- statt Fortschritt, auch in Deutschland, wo doch die freie Presse durch Artikel 5 des Grundgesetzes als demokratische Institution geschützt sein sollte. Als überzeugter Demokrat besorgt mich diese Entwicklung sehr, vor allem weil, es einen klaren Trend zum Schlechteren gibt. Dafür ist hierzulande auch das aufgeheizte gesellschaftliche Klima verantwortlich. Laut Reporter ohne Grenzen steigt das Risiko besonders bei Berichterstattung über das rechtsextreme Milieu und über den Krieg in Gaza. Journalistinnen und Journalisten geraten allzu leicht unter starken Druck, sind Opfer von Einschüchterungsversuchen und Gewalt.
Ich möchte an dieser Stelle mal kurz meinen Hut ziehen vor all den Kolleginnen und Kollegen, die im #Lokaljournalismus einen guten Job machen (wollen). Sie sind mitunter starken Repressionen und Anfeindungen aus dem nahen Umfeld ausgesetzt.
Es ist Aufgabe des Staates und damit der #Bundesregierung, für ein sicheres Arbeitsumfeld der Journalistinnen und Journalisten zu sorgen. Demokratiesicherung beginnt bei der Presse- und Meinungsfreiheit, die mehr sein muss als Buchstaben auf Papier – nämlich ein gemeinsames Anliegen aller Demokratinnen und Demokraten.
Nicht zuletzt, um den existenziellen Wert einer „vierten Gewalt“ neben Legislative, Exekutive und Judikative immer wieder unter Beweis zu stellen. Denn genauso, wie weltweit die Demokratie als Staatsform auf dem Rückzug ist, verringert sich global die Freiheit der Presse.
Nur noch ein Prozent der Weltbevölkerung kann sich durch vielfältige, freie Medien informieren. Vor 20 Jahren hatten wir dramatisch bessere Zahlen; der Niedergang der Pressefreiheit seither ist atemberaubend.
Schaut man sich das Ranking von Reporter ohne Grenzen an, dann zeigt sich, dass die Ampel nur noch in wenigen Ländern auf grün steht. Hier die verbliebenen sieben Staaten:
Das Gute liegt also nah und konzentriert sich auf die nördlichen Hälfte Europas. Auf der Landkarte wirkt es wie ein letztes Biotop der Pressefreiheit. Höchste Zeit für die #Bundesregierung, in die Nachbarschaft zu schauen sich dieses Themas strategisch anzunehmen.
Eine freie Presse ist das Grundnahrungsmittel einer funktionierenden Demokratie.
Ein treffender Dreiklang für Markenführung – vor allem in Zeiten geringer Markenloyalität und bei einem hohen Bedürfnis an Resilienz bei den Verbraucher*innen.
Genau darum drehte sich Ende vergangener Woche ein Panel des Marketing Club Düsseldorf e.V. auf der noch jungen Messe „The Art of Beauty & Health“.
Catharina Christe (Managing Director L’OCCITANE Group D/CH/BNL, Tina Müller (CEO Weleda AG),Victoria-Johanna Polley (Geschäftsführerin Khadi Natural), Hannes Niemann (Director Art of Beauty & Health, Messe Düsseldorf) Andreas Fuhlisch (Geschäftsführer VKE-Kosmetikverband) – auf dem Foto oben von links – teilten starke Meinungen und Insights aus ihren Unternehmen und ihrer Branche, die sich spielend auf andere Wirtschaftszweige übertragen lassen.
Meine drei Takeaways sind:
1. Das Fundament der Markenführung ändert sich nie. Ideeller Mehrwert, Leistung und wirtschaftlicher Erfolg gehören untrennbar zusammen. Modern ausgedrückt heißt das:
Meaning respektive Haltung ist der Stabilitätsfaktor und begründet den emotionalen Wert.
Marge ist ein Muss, denn nur Wirtschaftlichkeit sichert den notwendigen Handlungsspielraum.
Momentum durch permanente Innovation ist unabdingbar, um angesichts der ultrakurzen Aufmerksamkeitsspanne in der Creator- und Social-Media-Economy relevant zu bleiben.
Und, wie es Moderatorin Catharina Christe sinngemäß postulierte:
„Meaning ohne Marge wird zur Ideologie.“
Diese Formel hilft vielleicht, wenn sich Controller und Marketer wieder einmal nicht einig werden… das soll es durchaus geben.
2. Einen beeindruckenden Relaunch hat die Traditionsmarke Weleda unter Führung von CEO Tina Müller hingelegt.
Das Schweizer Unternehmen mit anthroposophischem Hintergrund befindet sich auf einem zügigen Wachstumskurs, der laut Tina Müller von vier Faktoren getrieben wird:
Innovation
Digitalisierung
Internationalisierung
Premiumisierung
Mit „Swiss Natural Science“ hat Weleda einen Claim abgesteckt, der Tradition, Herkunft und Leistung miteinander verbindet. In der Verankerung mit Produkten wie „Weleda Blauer Enzian“ und preiskompetitiv positionierten (und enorm erfolgreichen) „Booster Drops“ für eine innovative Hautpflege entsteht das Momentum der Marke. Tina Müller:
„So funktioniert der Kosmetikmarkt: Man landet nicht einmal einen Treffer und hat fünf Jahre Ruhe. Jedes Jahr muss etwas Relevantes kommen.“
Im jüngsten verfügbaren Geschäftsbericht für 2024 – überschrieben mit "Das Jahr der Erneuerung" – stehen 8,4 Prozent Umsatzzuwachs zu Buche. Und wenn man Tina Müller aufmerksam folgte, dann konnte man heraushören: Das Unternehmer, das seit seiner Gründung auf den Einklang zwischen Natur und Mensch setzt, dürfte sich auch im Geschäftsjahr 2025 prächtig entwickelt haben.
Exkurs "Die Werttreiber"
Unternehmen wie Weleda interessieren mich aktuell besonders, weil Unternehmer Erich Colsman, Initiator und Spiritus Rector unseres Buchs „Die Werttreiber – Plädoyer für ein holistisches Unternehmertum“ selbst Anthroposoph ist. Auch die von uns zitierten Dr. Götz Werner (1944–2022, Gründer von dm-drogerie markt Deutschland) und Künstler Joseph Beuys (1921–1986) vertraten diese Weltanschauung.
So gibt es bei Weleda auch eine #Wertschöpfungsrechnung, ein von anthroposophisch inspirierten Unternehmen entwickelten Instruments des internen Rechnungswesens, das wir in unserem Buch vorstellen. Für mich persönlich liegt hier eine interessante Auseinandersetzung. Mir gefällt an Marken wie Weleda, demeter, Alnatura oder dm der ganzheitliche Blick auf Mensch, Natur und Welt. Davon darf es gerne deutlich mehr geben.
Übrigens: Eigentlich sind Bettina Dornberg und ich als Ghostwriter in das Buchprojekt gestartet. Erich Colsman hat uns aber rasch eingeladen, als Co-Autorin und -Autor die Inhalte mitzugestalten. Das haben wir so auch noch nicht erlebt. So etwas passiert nur, wenn Werte wirklich zählen und nicht nur salbungsvoll darüber gesprochen wird.
3. Fakes & Duplikate liegen im Trend – und stellen eine Gefahr für die Innovationskraft der Marken dar
#Produktpiraterie und #Nachahmerprodukte verursachen in vielen Branchen einen großen wirtschaftlichen Schaden; ihr Kauf und Konsum hat durch Social Media sogar Kultcharakter bekommen.
Die wirtschaftlichen Verluste sind immens, wie die Teilnehmer*innen im Panel bestätigten und Andreas Fuhlisch mit seiner Branchenübersicht ausdrücklich betonte.
Dieser Trend zu geklautem geistigen Eigentum verstärkt den ohnehin vorhandenen Preisdruck auf Produkte für selektive Beauty und hemmt natürlich die Innovationskraft.
Deshalb Daumen hoch für die Brancheninitiative „Ich bin keine Kopie!“, die ein Zeichen für Originalität, Kreativität und Wert setzt.
Eigentlich hat die Initiative das Zeug zu einer branchenübergreifenden Kampagne im D/A/CH-Raum!
Nicht zuletzt hat die Messe Düsseldorf mit The Art of Beauty & Health gezeigt, dass Messen mit Impact und Community-Effekt nicht ein halbes Dutzend Hallen füllen müssen. Manchmal reicht ein Foyer, um Marken, Player und Konsument*innen wirkungsvoll zusammenzuführen.
Wie brachte es Victoria-Johanna Polley auf den Punkt?
„Community ist die neue Reichweite – entscheidend ist Engagement, nicht nur Follower.“
Als ich vor 40 Jahren das Studium der Journalistik in Dortmund begann, war ich auf eine intellektuelle Konfrontation nicht vorbereitet: die Frankfurter Schule und ihre sozial-philosophischen Gedankengebäude. Die Welt von Adorno, Horkheimer und Habermas war mir fremd in ihrer Komplexität und Abstraktion. So ist es wahrscheinlich auch noch heute für viele jungen Menschen, die aus einer bildungsfernen Familie stammen. Man steht erst einmal wie der Ochs vorm Berg vor dieser Sphäre des Denkens. Mir war klar: Ich musste die Frankfurter Schule verstehen, wenn das Studium mit einem guten Abschluss enden sollte.
Dass ich den Schlüssel im Nebenfach Geschichte finden würde – Habermas sei Dank! Im Historikerstreit, der um die deutsche Schuld und die Einzigartigkeit der nationalsozialistischen Verbrechen und insbesondere des Holocausts kreiste, wandte sich Jürgen Habermas gegen jedwede Relativierung. Das war mir nah, darum hatte ich das Fach Geschichte gewählt, damit hatte ich eine Verbindung zu den Frankfurtern. An Habermas konnte ich mich entlanghangeln; er blieb mir der liebste Philosoph und Soziologe der Kritischen Theorie.
Habermas und die deliberative Demokratie
Wenn ich mir anschaue, wie heute CDU/CSU die Zivilgesellschaft schwächen und den demokratischen Diskurs aushöhlen wollen – durch Diffamierung von NGOs bei gleichzeitiger Verbrüderung mit unverbrämtem Lobbyismus – kommen mir unweigerlich Habermas` Hinweise zur deliberativen Demokratie in den Sinn. Er postulierte, dass politische Entscheidungen ihre Legitimität nicht allein aus Wahlen oder Mehrheiten beziehen, sondern aus offenen, rationalen und inklusiven, öffentlichen Diskussionen. Demokratie lebt davon, dass Bürger*innen ihre Argumente im öffentlichen Raum austauschen, einander zuhören und gemeinsam zu begründeten Urteilen gelangen.
Wir haben es hingegen aktuell mit dem stramm konservativen und diskursverengenden Kurs des Kultur- und Medienbeauftragten der Bundesregierung Wolfram Weimer zu tun. Wie kann man in einem Land, in dem einst missliebige Bücher verbrannt wurden, auch nur auf die Idee kommen, Buchhandlungen von einem Wettbewerb auszuschließen, weil man sie für zu links hält? Noch schlimmer erscheint, dass CSU-Chef Markus Söder mit einer „illiberalen Demokratie“ liebäugelt, in der zwischen den Wahlen nur noch die gewählten Vertreter:innen das Sagen haben.
Aber was bedeutet deliberative Demokratie in unserer Ära der Fake News, KI-Manipulationen, permanenter Angriffe unter der Gürtellinie sowie rechtsextremer Propaganda und Wissenschaftsleugnung? Auch dazu hat Habermas 2022 ein Buch geschrieben, „Ein neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit und die deliberative Politik“. Klar ist: An diesen Fragen müssen wir arbeiten, das ist eine der zentralen Aufgaben, die Jürgen Habermas allen überzeugten Demokrat*innen hinterlässt.
Ikonische und noch dazu historische Fotos haben mich schon immer fasziniert und herausgefordert. Unter anderem, weil sie mitunter das Grauen ästhetisieren und durch die Kunstfertigkeit des Fotografen die Bedeutung und Wirkung von Ereignissen immens verstärken. Meine Prüfung im Zweitfach Geschichte an der TU Dortmund habe ich über das berühmte Foto von Robert Capa aus dem Spanischen Bürgerkrieg abgelegt. Der Partisan, der in vollem Lauf erschossen wird und nach hinten wegkippt, den rechten Arm mit dem Gewehr nach hinten werfend, ist ein Monument. Aber ist es authentisch? Das ist zumindest umstritten, weil möglicherweise der von Capa angegebene Ort nicht stimmt, und weitere Bilder vom gleichen Ort existieren. Das spricht zumindest gegen die Hitze eines Gefechts. Vielleicht, so eine Mutmaßung, ist der Mann erschossen worden, während er für ein Foto posierte. Auf Wikipedia ist die Diskussion darüber ganz gut wiedergegeben.
„Und weil ein Bild mehr sagt als hunderttausend Worte, so weiß jeder Propagandist die Wirkung des Tendenzbildes zu schätzen: von der Reklame bis zum politischen Plakat schlägt das Bild zu, boxt, pfeift, schießt in die Herzen und sagt, wenns gut ausgewählt ist, eine neue Wahrheit und immer nur eine.“ Kurt Tucholsky, 1926
Ein anderes Foto: Die Flagge auf der japanischen Insel Iwojima. Dieses Bild kam mir als erstes in den Sinn, als ich die Bilder vom Attentat auf Donald Trump gesehen habe. US-amerikanische Soldaten errichten die Flagge gegen Ende des Zweiten Weltkriegs auf der japanischen Insel, noch während dort gekämpft wurde. Ein Foto von Durchhaltevermögen, Willen und Triumpf. Sechs Soldaten, die gemeinsam den Fahnenmast aufrichten. Hier liegt die Sache klar: Das Foto ist gestellt. Die originäre Aktion – der Aufbau der Flagge hat tatsächlich stattgefunden – war den Militärbehörden nicht ausdrucksstark genug, die dabei verwendete Flagge zu klein, so dass eine Wiederholung mit mehr Theatralik und neuer Fahne angesetzt wurde. Die finale Pose ging um die Welt und wurde natürlich dafür eingesetzt, die Moral der Truppe weiter zu stärken.
Fotos als Mythen und Statements
Beide Fotos, ob gefakt oder nicht, sind Mythen, Statements, deren visuelle und kontextuelle Kraft so ausdrucksvoll ist, dass sie bis heute eine beachtliche emotionale Wirkung entfalten. Capas Foto symbolisiert die Ablehnung von Gewalt, Krieg und Faschismus. Iwojima für Siegeswillen der USA. So irre es für das zerrissene Land klingen mag – es steht auch für Zusammenhalt und Gemeinschaft.
Zeitsprung ins Hier und Jetzt, zum 13. Juli 2024: Trump mit blutendem Ohr. Der Instinktpolitiker musste wahrscheinlich gar nicht überlegen, wie er den Moment nutzt, sondern hat intuitiv reagiert: Kaum aufgetaucht hinter dem Rednerpult, erhebt er die Faust gen blauen Himmel; die amerikanische Flagge weht genau dort, wo sie für ein solches Foto sein musste. Sein Gesichtsausdruck: entschlossen. ‚Seht her, ich, der Märtyrer, nichts haut mich um. Ich kämpfe weiter, wir kämpfen weiter. Egal, wer auf mich schießt.‘ Diese Momentaufnahme des Fotografen Even Vucci ist nicht nur voller ästhetisierter Symbolik, sondern echt.
Wie heißt es noch in obigem Zitat von Kurt Tucholsky: „… eine neue Wahrheit und immer nur eine“.
Eine neue Wahrheit
Hier Joe Biden, unter Druck wegen seiner schlechten Performance im TV-Duell mit Trump und wiederholter Versprecher und Aussetzer. Selbst hochrangige Demokraten zweifelten an seiner Fähigkeit, die Präsidentschaftswahl zu gewinnen sowie für weitere vier Jahre ein guter Präsident zu sein. Dort Donald Trump. Zunächst für alle seine Fans und wohl auch viele, die noch unentschieden bei ihrer Wahlentscheidung sind, der Überlebende. Der Starke. Der Kämpfer. Dass der Schütze bei Trumps Rede in Pennsylvania einen Menschen getötet und mehrere schwer verletzt hat – was unfassbar traurig ist und die eigentliche Nachricht sein sollte –, ist sofort zur Nebensache geworden. So zynisch ist das Geschäft mit den Bildern und der Propaganda.
Keine zwei Wochen nach dem Vorfall hat sich Joe Biden – nun endgültig als der Schwache abgestempelt – aus dem Rennen um die Präsidentschaft zurückgezogen. Vizepräsidentin Kamela Harris ist die neue designierte Präsidentschaftskandidaten der Demokraten. Nur solch drastische Maßnahmen durchbrechen die neue Wahrheit der Bilder – und lassen in diesem Fall Donald Trump plötzlich alt aussehen. .
Na also! Das Internet ist doch nicht kaputt. Zumindest nicht ganz. Das ist meine Erkenntnis der auslaufenden Woche, die so lustig, ermutigend und berührend begann, dass ich auch mit ein paar Tagen Verspätung davon erzählen möchte. Was mir bis heute gute Laune bereitet, ist die Preisverleihung zum Goldenen Blogger 2024 am vergangenen Montag, live und in Farbe im Zeughaus in Neuss, wunderbar humorvoll moderiert von Franziska Bluhm und Thomas Knüwer. Ohne sie würde es den Award gar nicht geben. Sie haben vor 17 Jahren die erste Preisverleihung vom legendären Bügelbrett, das immer noch im Einsatz ist, aus Franziska Bluhms Wohnzimmer gestreamt. Als Persiflage auf allzu prätentiöse und wichtigtuerische Awards in der Kommunikationsbranche. Den Witz hat nur niemand verstanden, viele fanden den Goldenen Blogger großartig und nahmen ihn ernst. Gut so.
Fast forward ins Jahr 2024… Auf der Bühne versammeln sich lauter Menschen, die ihr Ding machen im Internet und verdientermaßen auf Resonanz stoßen. Weil sie Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft einen Tick weiterdenken. Ob als Biobäuerin, als Palliativteam, als Lanz-Precht-Versteher, als Fake-News-Entlarver, als Finanzexperte:innen für alle oder speziell für Frauen, als Analysten des Fußballphänomens Rasen Ball/ Red Bull Leipzig … Das Netz ist bunt und stark, konstruktiv-kritisch und tief, wenn man denn nur bereit ist, sich darauf einzulassen und auch an die Orte geht, an denen es mal wehtut. Wie bei der Bloggerin des Jahres beispielsweise, Tupoka Ogette, die ohne erhobenem Zeigefinger gegen versteckten wie strukturellen Antirassismus ankämpft.
Und sonst so? Christina Westermann wird mit 75 Jahren noch als Newcomerin (sic!) ausgezeichnet für ihren Literatur-Podcast „Zwei Seiten“ mit der Journalistin Mona Ameziane. Metal-Ikone Doro Pesch steht gemeinsam mit Judith Rakers auf der Bühne, die letztlich einen Goldenen Blogger gewinnt, weil sie statt Nachrichten zu verlesen nun so überzeugt und überzeugend über Homefarming aufklärt, dass man am liebsten sofort losbuddeln möchte.
Und dann gibt es noch die Standing Ovations für Verleger David Schraven und das Recherchenetzwerk CORRECTIV, das die für Millionen Menschen und unsere Demokratie bedrohlichen Ewig-gestrig-Träume der AfD sowie der gesamten extremrechten Blase aufgedeckt hat. Prädikat wertvollst.
Meinen Sympathieaward verleihe ich den Cheerleaders der Neuss Gladiators, die die Umschläge mit den Namen der Gewinner:innen, begleitet von sauberen Salti, zur Bühne gebracht und für den zünftigen Lärm zum abendprägenden Wortspiel gesorgt haben: Make some Neuuuuuuuuss!
Und hey, kann nicht jemand dem Team des Goldenen Bloggers endlich mal einen Award verleihen? Mit allem Zipp und Zapp und rotem Teppich und Blitzlichtgewitter? Wär´ so was von verdient.