Category Archives: Kontext & Gesellschaft

Future Center Europe: Volkswagen im Start-up-Modus

Der Volkswagen-Konzern gewährt Einblick in sein Allerheiligstes für die digitale Zukunft. Ein Ortstermin für die Initiative Deutschland Digital im Future Center Europe in Potsdam.

Von Christoph Berdi

Am Empfang liegen Dutzende Handys, griffbereit und geordnet. Auf einigen kleben Post-its mit den Namen ihrer Besitzer. Sie können ihre Telefone wieder an sich nehmen, wenn sie das Gebäude am Ufer des Gewässers „Tiefer See“ in Potsdam verlassen. Stetig gesellen sich weitere Geräte dazu. Es ist 14 Uhr; viele Mitarbeiter kommen zurück aus der Mittagspause. Brav gebe auch ich mein Smartphone ab und lasse auch gleich meinen Laptop da. Alles wegen der Kameras. Das Future Center Europe des Volkswagen-Konzerns in Potsdam ist ein Ort voller Betriebsgeheimnisse. Hier wird nicht offen über die Mobilität der Zukunft verhandelt, sondern im Dienste des Konzerns und seiner Marken geforscht und entwickelt. Das besondere dieses Centers und seiner beiden Schwestereinrichtungen in Peking und San Francisco ist: Designer und Digitalexperten arbeiten Hand in Hand. An neuen Designgrundlagen, an digitalisierten Cockpits, am autonomen Fahren und an der E-Mobility. Und obwohl schon zu Beginn der Führung durch dieses Zukunftslabor klar ist, dass das wirklich „heiße Zeug“ fremden Augen verborgen bleibt, stellt sich schnell Neugier ein. Das Verborgene ist immer spannender als das Offensichtliche. Aber das Offensichtliche ist spannend genug.

Source: Future Center Europe: Volkswagen im Start-up-Modus » Initiative Deutschland Digital

FDP-Chef Christian Lindner: “Gefragt ist Datensouveränität”

Für die Zeitschrift “zeitschmelze” und die Initiative Deutschland Digital (IDD) habe ich Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP interviewt. Themen sind die Digitale Agenda der Bundesregierung, die Digitale Transformation von Verwaltung und Schulwesen und natürlich der Stand der Dinge in der deutschen Wirtschaft. Auch über Datenschutz und Sicherheit habe ich mit dem Chef-Liberalen gesprochen. Hier ein Auszug aus dem Gespräch:

(…) Kaum ein Verbraucher versteht, was mit seinen Daten, seinem digitalen Schatten und durch weitere Analysen geschieht. Wieviel Schutz benötigt er?

Datenschutz als Datenvermeidung ist nicht mehr zeitgemäß. Gefragt ist Datensouveränität. Es gibt ja nicht mehr nur den Staat und die Bürger, sondern eben auch private Anbieter, die die Daten der Menschen bewirtschaften. Hier ist der Rechtsstaat gefordert, für gesicherte Rechte des Einzelnen auch gegenüber den großen Plattformen zu sorgen. Jeder muss selber entscheiden können, wer, was und zu welchem Zweck mit seinen Daten macht.

Sicherheit ist ein großes Thema. Die Digitalisierung bietet da mehr Möglichkeiten, als gesellschaftlich vielleicht wünschenswert sind: Vorratsdatenspeicherung, Gesichtserkennung… Wo ziehen Sie die Linie?

Die Frage in einer Demokratie wie unserer ist doch: Wieviel an individueller Freiheit erlauben wir uns aufzugeben, wenn wir im Gegenzug mehr Sicherheit erhalten? Ich bin der Meinung, dass die bestehenden rechtlichen Möglichkeiten ausreichen. Es mangelt im Vollzug. Was das Thema Gesichtserkennung angeht: Da bin ich zurückhaltend. Wer ist verdächtig? Bei wem wird die Technologie angewandt? Ich teile die Sorge, dass Anonymität verlorengeht.

Im nächsten Jahr steht die Bundestagswahl an. Träumen Sie mal vorwärts: Wäre mit der FDP ein Ministerium wie das von Bundesminister Alexander Dobrindt (CSU) zu machen, in dem Verkehr und digitale Infrastruktur zusammengelegt sind?

Wir haben ja keine Regierung, sondern eine Reagierung. Sie passt ihre Politik viel zu zögerlich an die Auswirkungen der Digitalen Transformation an. Die FDP hält ein Digitalministerium für erforderlich. Das wäre auch ein Signal, um das Bewusstsein für den digitalen Wandel in der Bevölkerung und in der Wirtschaft zu schärfen.

Wie digital ist eigentlich Christian Lindner?

Ich arbeite seit vielen Jahren komplett papierlos und nutze eine verschlüsselte Cloud. Außerdem bin ich in den sozialen Medien aktiv. Mir macht das einfach Freude.

Das gesamte Interview lesen Sie hier: FDP-Chef Christian Lindner: Mehr Bits und Bytes, weniger Bismarck » Initiative Deutschland Digital

Medienpsychologie: Jugendliche behalten gute Nachrichten besser als schlechte

Only bad news are good news? Vielleicht doch nicht. Deutsche können positive Informationen über das eigene Land deutlich besser im Kopf behalten als negative – im Gegensatz zu US-Amerikanern. Das fanden die Medienpsychologen an der Universität Hohenheim um Prof. Dr. Sabine Trepte gemeinsam mit US-Kollegen in einer Studie heraus. Sie untersuchten, wie gut verschieden ausgerichtete, fiktive Zeitungsartikel im Gedächtnis von Probanden haften bleiben. Das Ergebnis könne dazu beitragen, junge Leute wieder vermehrt zu Nachrichten in Textform hinzuführen, heißt es in einer Pressemeldung zu den Forschungsergebnissen. Erstmals veröffentlicht wurden sie im Journal of Media Psychologie.

Wenn Menschen Zeitung lesen, bleiben manche Artikel besser im Gedächtnis haften als andere. Wesentlich ist dabei die Frage, ob das eigene Land im Vergleich zu einem anderen im Text positiv oder negativ dargestellt ist. „Positive Nachrichten merken sich die Leser deutlich besser – was allerdings nur für Deutsche gilt“, wird Prof. Dr.  Sabine Trepte, Medienpsychologin an der Universität Hohenheim, in der Mitteilung zitiert. Sie hat dazu gemeinsam mit Kollegen der Ohio State University in Columbus/USA ein Projekt des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) durchgeführt.  Die Forscher haben in beiden Ländern Studierenden verschiedene Zeitungsartikel vorgelegt – 119 Testpersonen in den USA und 245 in Deutschland. „Zwei Texte beschäftigten sich mit Bildung und der nationalen Sicherheit – beides Themen, die für junge Leute sehr wichtig sind“, erklärt Prof. Dr. Trepte. Bei jeweils der Hälfte der Probanden war Deutschland in den beiden Artikeln positiver dargestellt als die USA, bei der anderen Hälfte war es umgekehrt. Zwischen den beiden Texten gab es jeweils einen sogenannten Störtext mit neutralem Thema, der vom Ziel der Studie ablenken sollte. Anschließend legten die Forscher den Probanden Fragen zum Inhalt vor. „Wir wollten sehen, ob die für das eigene Land positive oder negative Färbung eines Artikels dazu führt, sich die Inhalte besser zu merken“, so Prof. Dr. Trepte. Das Ergebnis sei deutlich: „Deutsche behalten positive Informationen über das eigene Land deutlich besser im Gedächtnis als negative. Ein Effekt, der bei US-Amerikanern nicht erkennbar ist.“ Nun könnte man natürlich nicht alle Texte positiv verpacken, damit sich die Leser die Inhalte besser behalten, räumt Prof. Dr. Trepte ein. Doch Schulen und Bildungsstätten rät sie, diesen Effekt zum Lernen zu nutzen. „Sie sollten die Jugend dazu animieren, wieder mehr Nachrichten in der Zeitung zu lesen. Wenn sie sich zum Einstieg an positiven Nachrichten ausrichten würden, könnte das zum Erfolg beitragen.“

Aktuelles Paper im Journal of Media Psychology: http://dx.doi.org/10.1027/1864-1105/a000182

Lost in the Feed

Die Customer Journey ist tot. Wer hat das noch mal geschrieben? Und wo? LinkedIn? Facebook, Xing? Twitter? Die Customer Journey lebt. Und wer meint das jetzt? Was man von Pokemon Go lernen kann, nein muss. Und Big Data war gestern. Heute heißt es handeln. Aha. Wo gibt´s eigentlich brauchbare Best Practice? Was, die führen eigentlich nur in die Irre? Ach so. Dann stelle ich die Suche mal ein. Oder? Ne, so ganz verstanden habe ich es nicht, warum Best Practice jetzt doof sein sollen. Aber was lese ich da? Dank xxxx-Marketing müsse ich mich um nichts mehr kümmern. Alles automatisch. Ja jetzt bin ich aber erleichtert. Obwohl… alle Kennziffern sind falsch respektive gefälscht. Oh Gott. Und: Marketing war noch nie so komplex wie heute. Ach! Und agile, Baby, alles agile. Yeah. Zehn Social- und Techniktrends lachen mich an. Lesen? Hm. Personalauswahl ist häufig mangelhaft. Stimmt, kann ich bestätigen. Und nun? Digital Leadership muss neu definiert werden. Bestimmt. HR muss Core-Bestandteil eines Unternehmens sein. Donnerwetter, hab ich nicht gewusst. Was mach ich nur mit all dem Input? Was steht da? Die gemütlichen Zeiten sind vorbei. Find ich auch. Was nun Verkaufsgespräche mit einem Fußballspiel zu tun haben… will ich grad nicht wissen. Was sich hinter der der Überschrift „Mütter sind die neuen Ölquellen“ verbirgt – auch nicht wirklich. Aber Mark Zuckerbergs zehn Erfolgsregeln? Ach so… schon bereut. Wir müssen Innovation neu denken. Immer kann ich da nur sagen, bitte immer! Oh, ein neues Social Network oder so ähnlich: Shout it out loud! Hype die Shouts! Booste Deine Reichweite! DAS IST MIR ZU LAAAAAUUUUUUUT. I am lost in the feed… ich booste jetzt mal my mental health. Und… aus.

Buchtipp: Trends und Triften im Sprachgebrauch

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Mit meiner Schriftsprache gehe ich hin und wieder zur Kur. Damit sie klar und verständlich bleibt und vor allem weiter das erzählt, was ich wirklich denke oder empfinde. Bücher in guter Sprache zu lesen ist dafür ein bewährtes Hausmittel. Lyrik zum Beispiel. Aber auch manche Texte über Sprache wirken heilsam gegen Irrungen und Wirrungen beim Schreiben.

In meiner Hausapotheke habe ich seit gut 30 Jahren einen Essayband stehen, der wahre Wunder vollbringt: „Redens Arten – Über Trends und Tollheiten im neudeutschen Sprachgebrauch“ von Dieter E. Zimmer, Autor, Herausgeber, Übersetzer 40 Jahre lang Redakteur der Wochenzeitung Die Zeit. Dieses Buch begleitet mich nun durch 30 Jahre Journalismus und Kommunikation. Zugegeben, es gibt Phasen, in denen staubt es jahrelang vor sich hin. Aber kürzlich entsann ich mich seiner, als ich über einem Blog-Thema grübelte, und siehe da – es erfüllt weiter treu seinen Zweck. Ausführungen wie diese sind zeitlose und amüsante Prüftsteine für Texte, fremde wie eigene: Continue reading

Here´s to you, Britain

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Ein paar persönliche Gedanken zum Brexit …

Zu meinem Geburtstag habe ich in diesem Jahr einen Korb voller Spezialitäten geschenkt bekommen. Shandy, Cider, Ale, Lager, höllisch scharfer Mustard, Lemon Curd, alles einfach wunderbar und herrlich britisch. Neben den Red Beans, die noch lange überdauern werden, ist noch eine Flasche übrig, und die ist heute fällig: Monthy Pythons Holy (Gr)ail. Es scheint mir doch das einzige Getränk, mit dem sich der Wahnsinn des Tages ertragen lässt. Brexit. Da hilft nur der britische Humor der Monty Python-Truppe und ihr Bier, „tempered over burning witches“.

Der Brexit hat mich wirklich erschüttert. Er schwächt Europa. Er verschärft die Krise, in der Europa ohnehin steckt. Er führt dazu, dass ich mich als überzeugter EU-Europäer kleiner fühle. Die EU und ihre Institutionen verhalten sich oft zum Haareraufen, keine Frage. Aber ich bin dankbarer Nutznießer der Friedensdividende, die dieses Europa seit Jahrzehnten abwirft. Den gemeinsamen Binnenmarkt halte ich für eine großen Erfolg und das Schengen-Abkommen für einen echten Gewinn an Lebensqualität. Was für ein tolles Gefühl war das damals, zum ersten Mal einfach so über die Grenzen zu fahren, als wären sie nicht da. Ohne dieses Europa hätte es auch die deutsche Einheit nicht so widerstandslos gegeben. Nur ein tief in die EU integriertes Deutschland war den anderen Nationen nach den beiden Weltkriegen und dem Holocaust geheuer. Als mit Michael Gorbatschow, Glasnost und Perestroika die Bedrohung aus dem Osten ersteinmal schwand, musterte die Bundeswehr mich aus. Nicht mal zum Zivildienst – ich hätte auf jeden Fall verweigert – musste ich mehr antreten. Ein Jahr Lebenszeit gewonnen. Danke Gorbi, danke Europa.

Reform, Reform!

Wenn ich heute die Nachrichten und Brennpunkt-Sendungen schaue, könnte ich kochen vor Wut. Zwischen der Wendezeit und heute liegt ein verschwendetes Vierteljahrhundert. Jetzt wird dem Europa-Aktionismus der Mund geredet, auf einmal muss alles jetzt und sofort geschehen, als wäre der Stein der Weisen gefunden worden. Reform, Reform!  Freunde, Ihr wisst schon seit Jahrzehnten, wo der Hase im Pfeffer liegt. Im Kern wird die EU als eine Übermacht empfunden, die verbietet, gängelt und reguliert. Es dringt nicht zu den Menschen durch, was sie durch die EU an Freizügigkeit, an Vielfalt und an höheren Lebensstandards gewinnen. Und vor allem haben es die Mitgliedsstaaten versäumt, einen Konstruktionsfehler der EU zu beheben: die ungenügende demokratische Legitimation. Dass sie fehlt, ist eine Steilvorlage für EU-Gegner und Rechtspopulisten in Großbritannien und anderwso.

Europa der Herzen

Es ist nie wirklich gelungen, das Europa der Institutionen mit dem Europa der Herzen zu verbinden. Dabei würde es ohne dieses Europa viele grenzüberschreitende Lebensläufe nicht geben. Freundschaften, Lieben, Ehen, Karrieren. Allein der Gedanke, überall in der EU relativ problemlos leben und arbeiten zu können, hat Größe. Es wird Millionen von persönliche Geschichten dazu geben. Ich habe auch eine.

Sie beginnt in meinem Geburtsjahr, 1966, als meine Heimatstadt Lünen eine Städtepartnerschaft einging. Mit der britischen Stadt Swinton & Pendleburry, die später Stadtteile von Salford wurden. Erwachsen war dieses „Town Twinning“ aus der Begegnung zweier Bergleute, Les Suggett aus Swinton and Pendleburry und einem deutschen Kriegsgefangenen aus Lünen. Anfang der 1980er-Jahre fuhr ich im Jugendaustausch nach Salford, das direkt an Manchester grenzt. Tiefstes Industrieengland, Heimat des Manchester-Kapitalismus, das damals die zornigen “The Smiths” hervorbrachte. Kein Ort eigentlich für Sommerurlaube, und doch für mich der beste Platz der Welt. Bis heute gehören die damals entstandenen Freundschaften zu den wichtigen Konstanten meines Lebens. Und ich liebe Great Britain. Die Menschen. Die Sprache. Den Humor. London. Oxford. Die Gartenlandschaften. Shakespeare. Wilde. Beatles, Stones, The Smiths, Paul Weller und Oasis. Sir Simon Rattle. James Bond, klar doch. Judy Dench und Maggie Smith. Und immer wieder Salford und Manchester. United, nicht City. Der Brexit tut diesen Verbindungen und Vorlieben natürlich überhaupt keinen Abbruch. Aber es war ein schöner Gedanke, dass die Städtepartnerschaft und die damit verbundenen Begegnungen Teil einer großen europäischen Idee waren.

Diese droht jetzt auch in anderen Staaten von rechten Populisten und Nationalisten zerrieben zu werden. Das kleinere und in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht geschrumpfte Europa wird sich behaupten müssen. Moderner, menschennäher, demokratischer. Und Großbritannien? Das Land steht vor einer Zerreißprobe. 51,9 Prozent der Wähler stimmten für den Brexit, nur knapp mehr als die Hälfte der Wähler. Wahnsinn. In Schottland und Nordirland wird über Unabhängigkeit und einen Verbleib in der EU nachgedacht. Hält das Vereinigte Königreich diese Spannung aus? Ach, es ist Zeit für Monty Pythons´s Holy (Gr)ail. Here´s to you, Britain.

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P.S. Folgendes Video basiert auf einem Sketch von Monty Python. The Guardian und Patrick Stewart haben wirklich alles gegeben, um zu zeigen, wie absurd der Brexit ist.

 

 

Alle sind online? Von wegen.

Auf ihrer diesjährigen Markenroadshow präsentierten Serviceplan, die GfK und der Markenverband ein Konzept zur Markenführung in Zeiten der Digitalen Transformation. Im Zentrum steht ein Modell, das die fürs Marketing wichtige Zielgruppe der Haushaltsführenden nach dem Grad ihrer digitalen Affinität segmentiert. Überraschung: 42 Prozent leben digital abstinent.

Die GfK hat Panels, die das Kaufverhalten und die Mediennutzung aufzeigen, mit klassischen Mediastudien wie dem Fernsehpanel der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschungen zusammengeschoben. Auf Basis dieser “Datenfusion” können die Marktforscher drei Zielgruppen-Typen beschreiben:

  •  Non User, oder kurz “Nons“, die 42 Prozent der Zielgruppe der Haushaltführenden ausmachen,
  •  Standard User, die sogenannten “Stans“, die 25 Prozent repräsentieren,
  •  sowie die mobilen digitalen User, die “Modis”. Sie stehen für 33 Prozent der Zielgruppe.

Als “heavy user” sind die “Modis” für das Marketing natürlich besonders interessant. Viele greifen schon direkt nach dem Aufstehen zum Smartphone und sind sofort ansprechbar. Außerdem sind sie eigentlich dauernd und über verschiedene Geräte online, sodass sie mit von Hilfe Cookies und Retargeting auf verschiedenen Kanälen immer wieder gezielt adressiert werden können. Ein Schlaraffenland voller Touchpoints für Marketers und Mediaplaner, die auf dieser Klaviatur spielen können. Serviceplan, GfK und Markenverband sehen bei Marken, die eine überdurchschnittliche Anzahl der „Modis“ adressieren, signifikante Gewinne von Marktanteilen. Bei den „Stans“, die eher pragmatisch das Standardprogramm von Email über Google-Suche bis hin zu Produktrecherchen fahren, sieht die Kommunikationswelt schon weniger lukrativ aus. Die “Nons”, in der Mehrzahl Ruheständler, sind über digitale Kontaktpunkte kaum zu erreichen.

 

Title slide for Serviceplan

Eine Frage des Alters: Die Non User (“Nons”) sind überwiegend bereits im Ruhestand, während die “Modis” am Anfang ihres Berufslebens stehen. Grafik: GfK, Markenverband, Serviceplan

 

Betrachtet man aber manche Diskussionen über State-of-the-Art-Marketing, so entsteht jedoch leicht der Eindruck, es gehe nur noch um die „Modis“ und alles werde digital. Das sollten sich die Marketers aber gut überlegen: Die digital nicht aktiven „Nons“ sowie die pragmatischen „Stans“ stehen nach wie vor für zwei Drittel und damit die Mehrheit der Haushaltsführenden. Es bleibt deshalb eine Hauptaufgabe für viele Marken – bei allem Sturm und Drang zur digitalen Innovation – die Kommunikation mit diesen mehr oder wenigen „analogen“ Zielgruppen nicht zu vernachlässigen, selbst wenn die “Modis” die attraktivste Zielgruppe sind. Vielversprechend ist es offenbar, die Zielgruppen nicht getrennt anzusprechen, sondern vernetzt: Bei gleichem Budgeteinsatz seien so eine um zwölf Prozent größere Effizienz und in der Regel auch höhere Umsätze zu erzielen. Eine optimale Werbewirkung – so der auf der Roadshow kommunizierte Erfahrungswert – werde derzeit durch einen konvergenten Einsatz von analogen mit digitalen Medien im Verhältnis von 70 zu 30 Prozent des Budgets erreicht. Diese Ratio wird sich In Zukunft  jedoch zugunsten der digitalen Medien verschieben:

 

Title slide for Serviceplan

Noch machen die “Modis” nur ein Drittel der Haushaltsführenden aus, aber ihr Anteil wird kontinuierlich steigen. Grafik: GfK, Markenverband und Serviceplan.

 

Mit der Faustregel “70/30” allein ist natürlich ohnehin keine vernetzte Markenführung zu machen. Was es dazu nach Ansicht von GfK, Markenverband und Serviceplan im Detail braucht, zeigt dieses Papier mit Infos und Hintergründen zur Arbeit mit den „Nons“, „Stans“ und „Modis“, zu crossmedialer Mediaplanung, Retargeting, Touchpoints, Real Time Data, Content und Vertrieb.

Sea Hero Quest: Spielerei für die Demenzforschung

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Das Handyspiel “Sea Hero Quest”  ist nicht nur für ein paar Minuten Entspannung wunderbar geeignet, sondern bringt vor allem die Demenzforschung voran. Die Deutsche Telekom lässt uns mit gutem Gefühl daddeln und liefert ein Beispiel, wie “Big Data” dem Gesundheitswesen nutzen kann.

Auf 14 Minuten reine Spielzeit habe ich es im ersten Anlauf gebracht, bin dabei auf 20 Levels mit einem Boot umhergeschippert, habe Bojen gefunden, Leuchtraketen abgeschossen und lustige Seeungeheuer fotografiert. Gleichzeitig habe ich der Demenzforschung einen Tag geschenkt. Einstein hätte seine Freude an diesem Zeitparadoxon. Ein Tag in 14 Minuten, keine schlechte Bilanz, und mit der Relativitätstheorie wohl nicht zu erklären. Aber wie funktioniert das? Continue reading