von Christoph Berdi | Juli 7, 2013 | Allgemein, Digital & Vernetzt, Marken & Marketing, Medien & Kommunikation
In den Business-to-Business-Netzwerken Xing und Linkedin fühlen sich deutsche Banken offenbar besonders wohl. Nahezu alle in einer neuen Studie der Anxo Management Consulting berücksichtigten Finanzinstitute nutzen diese Communities und haben ihr Engagement dort im Vergleich zu 2010 verbessert. Die Positionierungs-, Interaktions- und Kommunikationsmöglichkeiten dieser Portale werden laut Anxo zunehmend eingesetzt. Zwölf Banken bieten News an, während dies bei der letzten Erhebung nur drei taten. Doch in den massentauglicheren Social Media wie Facebook oder Twitter stellt sich das Engagement quantitativ und qualitativ nicht so professionell dar. So verlinken nur 40 Prozent der untersuchten Banken ihre Social Media-Auftritte mit ihren Markenwebsites. Das ist zwar eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr, als nur 27 Prozent diese Verbindung herstellten. Aber ich finde, dass ist immer noch kein Niveau, auf dem der Eindruck entstünde, die Finanzinstitute seien in der Social-Media-Welt wirklich angekommen. Nur 15 Prozent der Top-20-Banken und nur jede zehnte Direktbank haben Blogs. Eine eigene Community betreiben lediglich sieben und ein Forum fünf von den insgesamt 45 betrachteten Finanzinstituten, die zum Stichtag 30. September 2012 untersucht wurden. Da ist noch deutlich Luft nach oben.
Weitere Ergebnisse der Studie „Social Media Reifegrad der Finanzindustrie“ finden Sie bei Springer Professional.
von Christoph Berdi | Juni 27, 2013 | Allgemein
Heute habe ich es irgendwie mit Latein: Nach dem Hinweis auf „sub rosa“ jetzt dieser Lesetipp aus meiner Blogroll. Michael Brandtner schreibt über Divergenz als Erfolgsstrategie, also die Schaffung neuer Marken statt Marken-Dehnung. Nivea Men findet er schon gelungener als Nivea for Men, aber aus seiner Sicht hätte es hier einer eigenen Marke bedurft. Ganz dem lateinischen Wortstamm der Divergenz entsprechend: „divergere“ – in verschiedener Richtung auseinandergehen.
Warum sind heute Marken wie Sony, Nokia, Kodak oder Karstadt in massiven Schwierigkeiten? Die Antwort darauf lautet: Divergenz! Warum sind heute Marken wie iPhone, Geox, Dyson oder Ryanair im Höhenflug? Die Antwort darauf lautet: Divergenz! Nur so gut wie niemand beschäftigt sich anscheinend mit dem Thema Divergenz. Wenn man heute – in der Regel – über das Thema Innovation spricht, dann unterscheiden viele in evolutionäre und revolutionäre Innovationen. Manche sehen auch das Thema Konvergenz, also das Verschmelzen von Ideen und/oder Märkten als großes Thema. Nur wenn man Märkte langfristig beobachtet, dann sind es in der Regel divergierende Innovationen, die Märkte wirklich verändern. Um besser zu verstehen, worum es wirklich bei Divergenz geht, sollten wir einen Blick in das Jahr 1859 werfen.
via Divergenz: Die unterschätzte ultimative Markenkraft | Brandtner on Branding.
von Christoph Berdi | Juni 27, 2013 | Allgemein
Journalisten reden mit ihren Gesprächspartnern „off the record“ und auch in den Konferenzräumen der Unternehmen und in Unterredungen gilt häufig: Nichts des Gesagten darf den Raum hier verlassen. Die Absprachen dazu klingen oft etwas linkisch und verlegen, da in solchen Begegnungen Wahrheiten ausgesprochen, aber nicht weitergegeben dürfen. Dabei geht es auch elegant, wie ich kürzlich im Kreise einiger Marketer lernen durfte, die sich über wichtige Themen ihrer Profession austauschten. Der Leiter des Treffens moderierte es ein mit der Bemerkung, das in dem Raum „unter einer Rose“ gesprochen werde, und da diese Redewendung in Vergessenheit geraten ist, lieferte er die Erklärung gleich mit: Im antiken Rom wurde die Rose und der Hinweis „sub rosa“ in Unterredungen als Hinweis benutzt, dass die Gesprächspartner über das Gesagte schweigen müssen. Wer den Begriff im Internet recherchiert, kommt auch schnell darauf, dass im Mittelalter Rittersäle mit einer „Schweigerose“ versehen waren, und auch an Beichtstühlen findet man sie. Dort versteht sich das Stillschweigen aus anderen Gründen aber von selbst. Mitgebracht hat besagter Moderator die schöne Wendung „sub rosa“ übrigens aus den USA, wo sie zu seiner Überraschung in einem Meeting verwendet wurde. Von wegen, kulturlose Amerikaner.
von Christoph Berdi | Juni 25, 2013 | Allgemein
25.06.2013 – Allen Lesern, Facebook-Freunden, Xing- und Linkedin-Kontakten sowie Twitter-Followern wünsche ich mit einem Tag Verspätung einen vielversprechenden Start in die KW 26. Dazu gibt es Nachrichten aus Fernost.
Gerade aus Marketingsicht ist es spannend zu sehen, wie sich die japanische Wirtschaft nach krisenreichen Jahren neu aufstellt. Toyota, Sony und Co. haben schon mehr als einmal bewiesen, welche Wirtschaftsmacht sie entfalten können. Nun versuchen es die japanische Unternehmen mit einer Besinnung auf die Kernkompetenzen als Gegentrend zur Diversifizierung. Laut Roland Berger Strategy Consultants setzen sie in der Ära nach Fukushima auf diese Strategien:
- Kompaktes Geschäftsportfolio mit klaren spartenübergreifenden Synergien
- Gezielte langfristige Kundenbindung
- Gewinnfähigkeit auch bei kürzer werdenden Produktzyklen
- Hohe Flexibilität und Kontrolle der Wertschöpfungskette
- Kulturelle Vielfalt als Basis für Innovation
Mehr zu der Studie „Industry Model 2.0 – Raising the Competitevness of Corporate Japan“ finden Sie hier.
von Christoph Berdi | Juni 23, 2013 | Allgemein
Lesetipp: Peter Maeschig, Inhaber der Agentur Design for Business, schreibt im Agenturblog über Entscheidungen, den „Bauchentscheidungsexperten“ Professor Gerd Gigerenzer und die Illusion der absoluten Gewissheit:
Prof. Gerd Gigerenzer, Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, nennt die Entwicklung von „Risikointelligenz“ als das Ziel einer neuen Entscheidungskultur.Mehr Fakten und mehr an Information und daraus „logisch“ abgeleitete Entscheidungen führen nicht automatisch zu Minimierung von Risiken. Das ist sein Ansatz. Es geht um die Abkehr von der „Null-Risiko-Illusion“. Sie ist in Konzernen weit verbreitet, in denen Heerscharen von Assistenten „tausende“ Powerpoint Präsentationen schreiben und so ein redliches, aber zunehmend neurotisches Streben nach absoluter Gewissheit unterstützen.Natürlich gibt es eine Art von Investitionsverantwortung, vor allem bei „angestellten“ Entscheidern, die fremdes Kapital einsetzen.Vorsicht, planerische Scheingenauigkeit und Angst vor Fehlern führen aber irgendwann zu einem Zustand der Agonie. Alles erstarrt in einer relativen Bewegungslosigkeit.
viawhatsupindesign | whatsupindesign.