von Christoph Berdi | Okt. 2, 2009 | Allgemein
Großbritannien ist ein interessanter Markt für Marketingverantwortliche im Lebensmittelmarkt. Dort prallen zwei der besten Lebenseinzelhändler der Welt aufeinander: Die britische Tesco und Asda, eine Tochter des US-Imperiums Wal-Mart. Letzterer hat jetzt für Asda eine neue Initiative zur Steigerung der Kundenloyalität angekündigt. Das Interessante daran: Diese Kundenbindung funktioniert nicht über klassische Bonussysteme, sondern durch Einbeziehung der Kunden in Geschäftsentscheidungen. Von Januar an werden 18000 Asda-Stammkunden beispielsweise Zugriff auf neue Produkte haben, bevor sie regulär zu kaufen sind. Doch der Ansatz geht noch weiter. Die Kunden sollen in viele Entscheidungsprozesse mit einbezogen werden, in Produktlaunches genauso wie in Fragen der Verpackungen. Interessant ist die Haltung dahinter: CEO Andy Bond glaubt nicht, dass Kundenloyalität mit Punktesystemen oder Gutscheinen erkauft werden kann. Aber die besten Ideen seiner Kunden zur Verbesserung des Angebots und der Geschäfte, die will er durchaus belohnen. Mit dem neuen Blog „Aisle Spy“, der einen Blick hinter die Kulissen erlaubt, und einem „transaprenten“ – also weitgehend gläsernen – Laden in Wales soll die Philosophie ebenfalls transportiert werden. Einen ausführlichen Bericht dazu brachte jetzt das Wall Street Journal Europe.
von Christoph Berdi | Okt. 2, 2009 | Allgemein
Dass Kundenbewertungen und -rezensionen im Onlinehandel ein wirksames Marketinginstrument sein können, beweist Amazon.com schon seit einem Jahrzehnt und iTunes immerhin seit einigen Jahren. Das Team des E-Commerce-Leitfadens wollte nun herausfinden, wie es darum heute bestellt ist und befragte Nutzer seine Newsletter und Webdienste (n=190).
40 Prozent der Online-Händler bieten demnach diese Form der Produktbewertung bereits an. Ein Viertel plant die Einführung der Bewertung ihrer Artikel durch ihre Kunden. Knapp ein Fünftel lehnt diese Methode ab, wobei 6 Prozent davon als Grund die Angst vor schlechten Bewertungen angeben. Bei 15 Prozent unterstützt die Shop-Software keine Kundenrezensionen. Angst ist immer ein schlechter Ratgeber, und wer Kritik von Kunden fürchtet, hat vielleicht auch Grund dazu.
Allerdings gibt es bei den E-Shop-Betreibern zwei Gruppen: Die einen bieten eigene Produkte an. Kundenrezensionen haben damit direkten Einfluss auf das Image des Unternehmens. Bei E-Shops wie Amazon oder iTunes – beide sind reine Händler – ist das anders. Ob ein Schundbuch von der Community in Grund und Boden geschrieben wird oder eine CD vernichtende Kritiken erntet, kann den Betreibern herzlich egal sein. Ihnen schlagen offenherzige Kundenäußerungen sogar auf die Butterseite. Trotzdem: Vielleicht ist es besser, dass Kunden auf der eigenen Unternehmenseigenen Website ihr Herz ausschütten können, als dass sich eine kritische Diskussion unbemerkt in den Sphären irgendwelcher Foren und Communities entwickelt. Und deshalb ist es gut, dass viele Online-Anbieter ihren Kunden die Möglichkeit zur Rezension oder Bewertung anbieten oder anbieten wollen.
von Christoph Berdi | Sep. 30, 2009 | Allgemein
Editorial zur absatzwirtschaft-Ausgabe 10/2009:

Fast wie bestellt bessert sich vor der Bundestagswahl auch in Marketing und Vertrieb die Stimmung. Immerhin gut die Hälfte der Entscheider hält es mit dem Bonmot des Walmart-Gründers Sam Walton zur Rezession: „Ich habe darüber nachgedacht und mich entschieden, nicht daran teilzunehmen.“
Diese gelinde Arroganz darf sich ein Entscheider im Unternehmen zwar nicht ganz und gar zu eigen machen, aber ein wenig schimmert diese Haltung auch durch die Ergebnisse unserer Planungsumfrage für 2010: 48 Prozent der Vertriebsmanager und 56 Prozent der Marketingentscheider äußern sich zu den Aussichten positiv. Nun müssen den Worten Taten folgen. Was sonst noch von Marketing und Vertrieb zu erwarten ist, erfahren Sie in unserer Titelgeschichte.
Lange schon auf Ballhöhe agiert die Einkaufsgenossenschaft Intersport. Und das nicht nur mit Blick auf das Sortiment.
Auch strategisch stimmt’s bei dem Heilbronner Unternehmen. Im Interview mit absatzwirtschaft-Redakteur Thorsten Garber spricht Vorstand Klaus Jost darüber, wie Intersport als ehrlicher Makler zwischen Markenartiklern und Einzelhändlern für ein überzeugendes Gesamtangebot für die Kunden sorgt.
Und nicht nur das. Jost wirft Schlaglichter auf die Internationalisierung, das Rabatt-Unwesen und die Krise von Karstadt. Von der profitieren die Intersport-Händler (und andere Fachhändler wahrscheinlich auch). Josts Ursachenanalyse ab Seite 12 ist ebenso sachlich wie klar.
Nicht ungetrübt ist das Verhältnis von Werbungtreibenden und Agenturen. Deshalb haben Handelsblatt und absatzwirtschaft zu einem gemeinsamen Roundtable geladen. Zu klären war ein brennendes Thema: Wie erfolgsabhängig lässt sich die Agenturvergütung gestalten?
Kann man die Dienstleister überhaupt an den wirtschaftlichen Ergebnissen einer Neueinführung oder eine Kampagne beteiligen?
Eine interessante Frage.
Schönfärberei ist entgegen oft geäußerter öffentlicher Meinung nicht Ziel des Marketing. Sie kann aber äußerst angesagt sein, wenn man sie als Geschäftsfeld betrachtet – wie bei der Haarpflegemarke Schwarzkopf. Seit Jahren bearbeitet sie die Märkte für Verbraucher und Profis so intensiv, dass sie mit Marken wie Schauma, Gliss oder Taft zu immer neuen Erfolgen eilt. Schwarzkopf, der Wachstumsmotor des Henkel-Konzerns, gewinnt als solcher den Deutschen Marketing-Preises 2009. Chapeau!
Freuen Sie sich auf die Präsentation des Marketing-Champions auf dem Deutschen Marketing-Tag am 30. Oktober in Berlin. Das Motto des Kongresses: „Keine Kompromisse. Marketing der neuen Realität“.
von Christoph Berdi | Sep. 28, 2009 | Allgemein
„Design-Kapitale für Entdecker“ habe ich den Beitrag über Mailand in der aktuellen absatzwirtschaft (10/2009, S. 122) überschrieben. Die Entdeckungsreise funktioniert natürlich auch im Internet. Hier sind die Links zum Artikel.
http://www.cosmit.it
http://www.triennale.it/
http://www.designlibrary.it/
http://www.scuoladesign.com
http://www.aliasdesign.it/
http://www.antoniocitterioandpartners.it/
http://www.armani-viamanzoni31.it/
http://www.artemide.com/
http://www.bebitalia.it/
http://www.balenciaga.com/
http://www.cappellini.it/
http://www.cassina.it/
http://www.depadova.it/
http://www.driade.it/
http://www.dolcegabbana.it/
http://www.flos.it/
http://www.micheledelucchi.com/
http://www.paneacqua.com/
http://www.stefanogiovannoni.it
http://www.rossanaorlandi.com/
http://www.skitsch.it/
http://www.stuartweitzmann.com/
Sie haben auch Lieblingslinks zur Mailänder Designszene? Dann komplettieren Sie doch einfach diese Liste ind en Kommentaren!
von Christoph Berdi | Sep. 22, 2009 | Allgemein
Das Berliner Start-up Chocri setzt mit Erfolg auf den Trend „Mass Customization“ und bietet individuelle Schokoladentafeln an, deren Zutaten die Kunden im Netz selber zusammen stellen können. Theoretisch bietet Chocri auf seiner Website so 16 Milliarden verschiedene Schokoladentafeln an. Tolle Idee, befand eine Jury und kürte Chocri zum Sieger des Wirtschaftswoche-Gründerwettbewerbs. Kollege Franz Rother, stellvertretender Chefredakteur der Wirtschaftswoche, lobte die Gründer Michael Bruck (23) und Franz Duge (23, links im Bild) : „Chocri hat den Zeitgeist getroffen. Es bietet ein altbekanntes Produkt nicht nur auf neuartige Weise an, sondern bezieht seine Kunden auch in die Produktentstehung mit ein. Das Ergebnis ist ein individuelles, absolut mundgerechtes Luxusprodukt zu bezahlbaren Preisen.“
Mit der Wunsch-Schokolade ist Chocri Beispiel für einen Trend, auf den derzeit viele Gründer setzen: Weg von der reinen Massenproduktion, hin zur individualisierten Massenproduktion, auch „Mass Customization“ genannt. Anders als große Schokoladenhersteller produziert Chocri nicht einige wenige Umsatzbringer von der Stange, sondern zahllose kleine Kompositionen nach Maß, die in der Summe deutlich mehr Umsatz erzielen als die Verkaufsschlager. Seit dem Start im September 2008 hat das Unternehmen bereits einen sechsstelligen Umsatz erzielt und über 100.000 Tafeln verkauft. Dabei zahlt sich aus, dass Chocri seine Kunden auch in anderen wichtigen Fragen einbindet und im firmeneigenen Blog mitentscheiden lässt – egal ob es um den Firmennamen, den Preis der Schokotafeln oder den Werbeslogan geht.Jurorin Karen Heumann, Strategievorstand der Agentur Jung von Matt, zeigt sich begesitert: „Chocri transportiert das Glücksgefühl, das jeder als Kind im Süßwarenladen erlebt hat, in die digitale Welt. Und paart es mit dem befriedigenden Bewusstsein, Bio und Fair Trade zu unterstützen – das macht süchtig!“Na ja, gerade das sollte es vielleicht nicht