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Guten Montag – mit einer Inspiration des Designers Philippe Stark

5.8.2013 – Guten Montag, und allen Lesern, Facebook-Freunden, Xing- und Linkedin-Kontakten sowie Twitter-Followern wünsche ich einen vielversprechenden Start in die KW 32. Gestaltung und Marketing haben haben für den Designer Philippe Stark einen ethischen Aspekt. Er ist auf etwas Gutes aus, und doch hat er nach eigenem Bekunden einen Pakt mit dem Teufel geschlossen, wie er dem Harvard Business Manager sagte. Um dieses Paradoxon aufzulösen, sollten Sie nach der Lektüre des Zitats kurz beim „HBM“ vorbeiklicken….

Ich habe bereits vor 30 Jahren – ethische Fragen waren damals noch nicht in Mode – entschieden, dass ich nicht für die Themen Waffen, Alkohol, Zigaretten, Tabak, Glücksspiel und nicht für Ölunternehmen und Religionsgemeinschaften arbeiten würde. So klar Position zu beziehen ist nicht einfach – zumal die Gruppe groß ist und ihr viele Menschen mit Geld angehören. Aber ich will mich nicht ändern. Darüber hinaus ist mir wichtig, dass ein Projekt einen guten Zweck hat – und zwar nicht für mich oder meinen Kunden, sondern für die Konsumenten.

via Philippe Stark im Interview: Ein Erfolgsrezept für Produktivität – Harvard Business Manager.

„Elektroautos bauen“ könnte zu wenig sein | Brandtner on Branding

Eine interessante Frage wirft Markenexperte Michael Brandtner auf, die sich auch vor dem Hintergrund der Einführung der neuen Elektroautomarke „BMWi“ stellt. Wozu sind die neuen Fahrzeuge – additiv zu ihrem ökologischen Vorteil –  von ihrer Funktion her eigentlich gut? Welche Schlüsselanwendung könnte dazu führen, dass sie in einer Nische wirklich zum Standard werden, statt in allen möglichen Marktsegmenten in kleiner Stückzahl zu irrlichtern? Wo gibt es in der privaten und/oder gewerblichen Mobilität Anwendungsfälle, in denen E-Autos den Spritverbrennern überlegen sind? Im Car-Sharing sind sie schon im Einsatz. Wie steht es denn mit Taxen? Oder innerbetrieblichem Verkehr (Gabelstapler rollen schließlich auch schon elektrisch)? Sind es eng umgrenzte Räume, in denen sich eventuell eine flächendeckende Versorgung leichter sicherstellen lässt? Das sind nur hingeworfene Gedanken. Aber die Vorstellung, das Taxifirmen in Ballungsräumen auf „E“ umstellen, gefällt mir einfach gut …

Michael Brandtner sieht das markentechnisch so:

Noch ist der Markt für Elektroautos eine Supernische am Markt. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass es noch keine Schlüsselanwendung für Elektroautos gibt. Die erste Schlüsselanwendung für Dampfschiffe war die Flussschifffahrt, denn da war man flussaufwärts den Segelschiffen klar überlegen, auch wenn man sonst in allen Bereichen am Anfang schlechter abschnitt.

Eine wesentliche Schlüsselanwendung für die Digitalfotographie war die Pressefotographie. Hier war die Digitalkamera trotz der damals schlechten Bildqualität der analogen Fotographie klar überlegen, weil es hier vor allem um Zeit und Aktualität ging. Die Qualität eines Fotos war und ist im Bereich Tageszeitung nicht wirklich ein Kriterium.

(…)

via „Elektroautos bauen“ könnte zu wenig sein | Brandtner on Branding.

W&V: Kreativer verkauft Rosenkränze in Kondomfach

Gar nicht so einfach, dem mit Rosenkränzen gefüllten und Schlagzeilen landauf, landab gesegneten Verkaufsautomaten der Gemeinde St. Joseph in Hamburg-Wandsbeck einen Namen zu geben, bloggt W&V-Chefredakteur Jochen Kalka:

Nun fehlte dem Hamburger Heilix Blechle noch ein Name. Da soll der Kreative Dirk Rothmund, der schon für Marken wie Ritter Sport aktiv war, fromme Wünsche oder Vorstellungen gehabt haben, etwa „Heiliger Bimbam“. Heißt es aus unheiligen Quellen. Am Ende hört der einstige Kondomlieferant jetzt auf den Namen „Bet-Box“. Unzählige Medien haben darüber berichtet, von „Bild“ bis hin zum ZDF-Format „Drehscheibe“, das es tatsächlich noch geben soll. Keiner hat sich mit der scheinbar unchristlichen Vergangenheitsbewältigung des Automaten beschäftigt.

via W&V: Kreativer verkauft Rosenkränze in Kondomfach.

Jede Wette, so viel Aufmerksamkeit gab es für einen einzelnen Verkaufsautomaten noch nie!

Die Deals Springer/Funke und Omnicom/Publicis beschleunigen die Digitalisierung im Marketing

Was für Nachrichten in kurzer Taktung: Kaum ist die Nachricht vom Verkauf eines großen Teils des Printgeschäfts von Springer an die Funke-Gruppe (WAZ) so richtig ins Bewusstsein gesickert, schon schmieden die Werbeholdings Omnicom und Publicis einen Merger, der das neue Unternehmen zur Nummer eins im globalen Marketinggeschäft machen wird.

Zur Erinnerung: Am 25. Juli wurde bekannt, dass der Axel Springer Verlag das Hamburger Abendblatt, die Berliner Morgenpost, die Hörzu, „Bild der Frau“  und einige andere Zeitschriften an die Funke Mediengruppe (WAZ) verkauft. Am 28. Juli verkündeten die beiden Werbekonzerne Omnicom (New York) und Publicis (Paris) ihren Zusammenschluss.

Beide Deals sind sensationell und haben Eisbrecher-Qualitäten, weitere werden mit ziemlicher Sicherheit folgen und für tektonische Verschiebungen im Markt der Werbemittler und Werbeträger sorgen.

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Kommentar zur Fusion von E-Plus und O2: „Der wahre Gewinner ist die Deutsche Telekom“

Dr. Ekkehard Stadie, Simon, Kucher & Partners

Dr. Ekkehard Stadie, Simon, Kucher & Partners

23.07.21013 – Zeitenwende im Mobilfunkmarkt: Die angekündigte Fusion von O2 (Telefonica Deutschland) und E-Plus würde einen neuen Marktführer hervorbringen – nach Kundenzahlen gerechnet. Der bisherige Platzhirsch, die Deutsche Telekom, wäre nur noch Nummer 2 und für Vodafone bliebe nur Bronze. Betrachtet man allerdings den Umsatz, wären alle drei künftigen Anbieter mit jeweils cirka 28 bis 29 Prozent Marktanteil fast auf Augenhöhe – mit einem knappen Vorsprung für die Telekom. Diese sieht der Telekommunikationsexperte Dr. Ekkehard Stadie, Partner der Strategieberatung Simon, Kucher & Partners, letztlich als Gewinner der Marktbereinigung. Während E-Plus und O2 vor allem junge, preisbewusste Konsumenten erreichten, könnten sich Vodafone und Deutsche Telekom auf das anspruchsvollere, mittel- und hochpreisige Marktsegment konzentrieren. Stadie kommentiert die Marktentwicklung so:

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Dieses Beispiel darf Schule machen: Ikea plant Hütten für Flüchtlinge

21.07.2013 – Die Ikea-Stiftung, so las ich kürzlich in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (Ausgabe vom 7. Juli 2013), hat Häuser entwickeln lassen, Hütten besser, die kostengünstiger sein sollen als Zelte, in denen weltweit Millionen Flüchtlinge teilweise viele Jahre leben müssen. Der Kostenvorteil ergibt sich daraus, dass die Hütten langlebiger als die Zelte sind. Modulare Bauweise, leicht zusammenzubauen, kompakt verpackt und logistisch gut zu transportieren – da kommen einige Kernkompetenzen des schwedischen Unternehmens zum Tragen. Für die Menschen in den Lagern bedeutet das: bessere Unterkunft, mehr Schutz vor extremem Wetter, Solarenergie, und, auch das ist ein wichtiger Faktor, mehr Privatsphäre. Eine bestechende Idee. Konsumgüterhersteller bringen ihre Kompetenzen in den Markt für die Flüchtlingsversorgung ein, erzeugen ein Win-Win durch hilfreichere Produkte und Kostenvorteile. Eine Idee, die es wert ist, weiterverfolgt zu werden. Da fällt mir ein Besuch vor einigen Jahren an der Designhochschule der Universität von Cincinnati ein, der Stadt, in der Procter and Gamble seinen Sitz hat. Designstudenten hatten dort Schutzbetten für Neugeborene und Kleinkinder in Krisengebieten angedacht. Sie trugen das Pampers-Branding. Das muss ja vielleicht nicht sein, aber es zeigt: Ideen ähnlich der Ikea-Häuschen scheint es an vielen Orten zu geben. Zwar sagte der UN-Flüchtlingsbeauftragte Oliver Delarue der FAS, die Gelder seien knapp und der Markt unattraktiv. Doch für global agierende Konsum- und Gebrauchsgüterkonzerne müsste es doch möglich sein, innovative, über die Stückzahl profitable Produkte zu kreieren, die von den Hilfsorganisationen eingesetzt werden können und den Menschen wirklich helfen. Laut UNHCR waren Ende 2012 über 45 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht, davon mehr als die Hälfte im eigenen Land. Das sind etwas mehr Menschen als Spanien Einwohner hat. Es ist doch eine menschlich wie betriebswirtschaftlich lohnende Aufgabe für Forschung und Entwicklung und Marketing in den Unternehmen, für diese Bedarfe Lösungen zu entwickeln. Klingt nach einem aussichtsreicheren Projekt als die 24. Line Extension einer längst auskapitalisierten Marke.