von Christoph Berdi | Juli 16, 2013 | Allgemein
Oha, wenn die unternehmensintern gebräuchliche Abkürzung tatsächlich ein Grund für eine Umbenennung ist, dann stimmt da etwas mit dem Findungsprozess nicht. Hier ein lesenswertes Stück von Markenberater Michael Brandtner zum Thema „Abkürzungen als Markennamen“:
AWD, BK, EY, GE, IBM, VW oder BMW. Immer wieder setzen Unternehmen auf Initialen als Markennamen. In vielen Fällen passiert dies, weil der Unternehmensname zu lange ist bzw. oft auch, weil die Abkürzung intern im Sprachgebrauch genutzt wird. Langversion versus Abkürzung.
Wenn Sie sich die sechs Abkürzungen oben ansehen, denken Sie wahrscheinlich bei AWD automatisch an Allgemeiner Wirtschaftsdienst, bei GE an General Electric, bei IBM an International Business Machines und bei BMW an Bayrische Motorenwerke. In all diesen Fällen ist die Abkürzung als Markenname besser geeignet als die jeweilige Langversion. BMW klingt nach Marke. Bayrische Motorenwerke nach einer Unternehmensbezeichnung. Das Gleiche gilt auch für AWD, GE und IBM. Wofür aber stehen jetzt BK und EY? BK steht für natürlich für Burger King. Und EY ist der neue Markenname für Ernst & Young. Nur in diesen beiden Fällen ist die jeweilige Langversion besser als die Abkürzung, da sowohl Burger King als auch Ernst & Young funktionierende eigenständige Markennamen sind. So kürzt auch kein Kunde Burger mit BK oder Ernst & Young mit EY ab.
via Markennamen: Vermeiden Sie die Initialen-Falle | Brandtner on Branding.
von Christoph Berdi | Juli 11, 2013 | Allgemein
11.07.2011 – Manchmal bringt die Marketing-Wissenschaft Ergebnisse hervor, die die gängige Lehrmeinung und über Jahrzehnte erprobte Praxis gleichzeitig in Frage stellt. Diesmal erwischt es die USP, die Unique Selling Propositon, seit vielen Jahrzehnten eines der Lieblingsinstrumente der Marketer. Auf gut Deutsch: Eine neue Studie stellt das „Alleinstellungsmerkmal“ zur Differenzierung von Produkten und Dienstleistungen zur Disposition.
Die Wissenschaftler Qing Wang von der Warwick Business School und Paurav Shukla von Glasgow Caledonian University London haben herausgefunden, dass Verbraucher auf die USP weniger geben als gemeinhin gedacht. Im Gegenteil, die Verbraucher fassen mehr Vertrauen in ihren Einkauf, wenn dieser Ähnlichkeit mit einem Wettbewerbsprodukt aufweist. Wang, seines Zeichens Professor für Marketing & Innovation, sagt laut einer Pressemeldung der Warwick Business School: „Die Unternehmen sollten aufhören zu versuchen, ihre USP zu finden. In der Tat haben wir festgestellt, dass ähnliche Attribute von Wettbewerbsprodukten die Verbraucher zuversichtlich stimmen, die richtige Wahl getroffen zu haben.“
Bestätigen wollten die Forscher eigentlich eine ganz andere These, nämlich dass die Ähnlichkeit zwischen Produkten die Verbraucher verwirrt. Dafür haben sie sich den Smartphone-Markt ausgesucht und 800 Engländer befragt. Die Ergebnisse der Studie „Linking sources of consumer confusion to decision satisfaction“ wurden im Psychology and Marketing Journal veröffentlicht.
von Christoph Berdi | Juli 8, 2013 | Allgemein
8.07.2013 – Guten Montag, und allen Lesern, Facebook-Freunden, Xing- und Linkedin-Kontakten sowie Twitter-Followern wünsche ich einen vielversprechenden Start in die KW 28. Weil mir kürzlich jemand erzählte, dass er ein Seminar mit dem legendären Managementdenker Michael E. Porter besuchen würde und er mich zugegeben damit etwas neidisch machte, hier einige Porter-Inspirationen zum Thema Strategie:
- Wenn Sie ein anderes Ziel haben als Rentabilität – groß zu sein, schnell zu wachsen oder Technologieführer zu werden – stoßen Sie auf Probleme.
- Eine Strategie umreißt das Gebiet, in dem ein Unternehmen versucht, einzigartig zu sein.
- Die besten CEOs, die ich kenne, sind Lehrer, und der Kern dessen, was sie lehren, ist Strategie.
- Es ist doch so: Die Kontinuität der strategischen Ausrichtung und die kontinuierliche Verbesserung der Art und Weise, wie Sie die Dinge erledigen, stehen absolut im Einklang miteinander. In der Tat verstärken sie sich gegenseitig.
- Strategie braucht Kontinuität. Sie kann nicht ständig neu erfunden werden.
Viel Erfolg und bon chance! Mehr Porter-Zitate gibt es auf brainyquote.
von Christoph Berdi | Juli 7, 2013 | Allgemein
Dem Appell von Werben & Verkaufen-Chefredakteur Jochen Kalka ist unbedingt zuzustimmen:
Wer eine Agentur betritt, bekommt leicht das Gefühl, inmitten einer Model-Castingshow gelandet zu sein. Ein Großteil der Mitarbeiter ist weiblich, das Durchschnittsalter oft unter 30 Jahren, bei Deutschlands größter Mediaagentur etwa 28 Jahre. Doch je höher man die Chefetagen erklimmt, desto männlicher wird die mitarbeitende Bevölkerung. Von der 30-Prozent-Quote, die in Deutschland der Verein ProQuote bis 2017 in Führungspositionen fordert, sind Kreativfabriken noch weit entfernt.
via W&V: Kreative Frauen in die Chefetagen!.
von Christoph Berdi | Juli 7, 2013 | Allgemein, Digital & Vernetzt, Marken & Marketing, Medien & Kommunikation
In den Business-to-Business-Netzwerken Xing und Linkedin fühlen sich deutsche Banken offenbar besonders wohl. Nahezu alle in einer neuen Studie der Anxo Management Consulting berücksichtigten Finanzinstitute nutzen diese Communities und haben ihr Engagement dort im Vergleich zu 2010 verbessert. Die Positionierungs-, Interaktions- und Kommunikationsmöglichkeiten dieser Portale werden laut Anxo zunehmend eingesetzt. Zwölf Banken bieten News an, während dies bei der letzten Erhebung nur drei taten. Doch in den massentauglicheren Social Media wie Facebook oder Twitter stellt sich das Engagement quantitativ und qualitativ nicht so professionell dar. So verlinken nur 40 Prozent der untersuchten Banken ihre Social Media-Auftritte mit ihren Markenwebsites. Das ist zwar eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr, als nur 27 Prozent diese Verbindung herstellten. Aber ich finde, dass ist immer noch kein Niveau, auf dem der Eindruck entstünde, die Finanzinstitute seien in der Social-Media-Welt wirklich angekommen. Nur 15 Prozent der Top-20-Banken und nur jede zehnte Direktbank haben Blogs. Eine eigene Community betreiben lediglich sieben und ein Forum fünf von den insgesamt 45 betrachteten Finanzinstituten, die zum Stichtag 30. September 2012 untersucht wurden. Da ist noch deutlich Luft nach oben.
Weitere Ergebnisse der Studie „Social Media Reifegrad der Finanzindustrie“ finden Sie bei Springer Professional.
von Christoph Berdi | Juni 27, 2013 | Allgemein
Heute habe ich es irgendwie mit Latein: Nach dem Hinweis auf „sub rosa“ jetzt dieser Lesetipp aus meiner Blogroll. Michael Brandtner schreibt über Divergenz als Erfolgsstrategie, also die Schaffung neuer Marken statt Marken-Dehnung. Nivea Men findet er schon gelungener als Nivea for Men, aber aus seiner Sicht hätte es hier einer eigenen Marke bedurft. Ganz dem lateinischen Wortstamm der Divergenz entsprechend: „divergere“ – in verschiedener Richtung auseinandergehen.
Warum sind heute Marken wie Sony, Nokia, Kodak oder Karstadt in massiven Schwierigkeiten? Die Antwort darauf lautet: Divergenz! Warum sind heute Marken wie iPhone, Geox, Dyson oder Ryanair im Höhenflug? Die Antwort darauf lautet: Divergenz! Nur so gut wie niemand beschäftigt sich anscheinend mit dem Thema Divergenz. Wenn man heute – in der Regel – über das Thema Innovation spricht, dann unterscheiden viele in evolutionäre und revolutionäre Innovationen. Manche sehen auch das Thema Konvergenz, also das Verschmelzen von Ideen und/oder Märkten als großes Thema. Nur wenn man Märkte langfristig beobachtet, dann sind es in der Regel divergierende Innovationen, die Märkte wirklich verändern. Um besser zu verstehen, worum es wirklich bei Divergenz geht, sollten wir einen Blick in das Jahr 1859 werfen.
via Divergenz: Die unterschätzte ultimative Markenkraft | Brandtner on Branding.