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„Unter einer Rose“ statt „off the record“

Journalisten reden mit ihren Gesprächspartnern „off the record“ und auch in den Konferenzräumen der Unternehmen und in Unterredungen gilt häufig: Nichts des Gesagten darf den Raum hier verlassen. Die Absprachen dazu klingen oft etwas linkisch und verlegen, da in solchen Begegnungen Wahrheiten ausgesprochen, aber nicht weitergegeben dürfen. Dabei geht es auch elegant, wie ich kürzlich im Kreise einiger Marketer lernen durfte, die sich über wichtige Themen ihrer Profession austauschten. Der Leiter des Treffens moderierte es ein mit der Bemerkung, das in dem Raum „unter einer Rose“ gesprochen werde, und da diese Redewendung in Vergessenheit geraten ist, lieferte er die Erklärung gleich mit: Im antiken Rom wurde die Rose und der Hinweis „sub rosa“ in Unterredungen als Hinweis benutzt, dass die Gesprächspartner über das Gesagte schweigen müssen. Wer den Begriff im Internet recherchiert, kommt auch schnell darauf, dass im Mittelalter Rittersäle mit einer „Schweigerose“ versehen waren, und auch an Beichtstühlen findet man sie. Dort versteht sich das Stillschweigen aus anderen Gründen aber von selbst. Mitgebracht hat besagter Moderator die schöne Wendung „sub rosa“ übrigens aus den USA, wo sie zu seiner Überraschung in einem Meeting verwendet wurde. Von wegen, kulturlose Amerikaner.

Inspiration aus Japan – Zurück zur Kernkompetenz

25.06.2013 – Allen Lesern, Facebook-Freunden, Xing- und Linkedin-Kontakten sowie Twitter-Followern wünsche ich mit einem Tag Verspätung einen vielversprechenden Start in die KW 26. Dazu gibt es Nachrichten aus Fernost.

Gerade aus Marketingsicht ist es spannend zu sehen, wie sich die japanische Wirtschaft nach krisenreichen Jahren neu aufstellt. Toyota, Sony und Co. haben schon mehr als einmal bewiesen, welche Wirtschaftsmacht sie entfalten können. Nun versuchen es die japanische Unternehmen mit einer Besinnung auf die Kernkompetenzen als Gegentrend zur Diversifizierung. Laut Roland Berger Strategy Consultants setzen sie in der Ära nach Fukushima auf diese Strategien:

  1. Kompaktes Geschäftsportfolio mit klaren spartenübergreifenden Synergien
  2. Gezielte langfristige Kundenbindung
  3. Gewinnfähigkeit auch bei kürzer werdenden Produktzyklen
  4. Hohe Flexibilität und Kontrolle der Wertschöpfungskette
  5. Kulturelle Vielfalt als Basis für Innovation

Mehr zu der Studie „Industry Model 2.0 – Raising the Competitevness of Corporate Japan“ finden Sie hier.

„Null-Risiko“ gibt es nicht | whatsupindesign

Lesetipp: Peter Maeschig, Inhaber der Agentur Design for Business, schreibt im Agenturblog über Entscheidungen, den „Bauchentscheidungsexperten“ Professor Gerd Gigerenzer und die Illusion der absoluten Gewissheit:

Prof. Gerd Gigerenzer, Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, nennt die Entwicklung von „Risikointelligenz“ als das Ziel einer neuen Entscheidungskultur.Mehr Fakten und mehr an Information und daraus „logisch“ abgeleitete Entscheidungen führen nicht automatisch zu Minimierung von Risiken. Das ist sein Ansatz. Es geht um die Abkehr von der „Null-Risiko-Illusion“. Sie ist in Konzernen weit verbreitet, in denen Heerscharen von Assistenten „tausende“ Powerpoint Präsentationen schreiben und so ein redliches, aber zunehmend neurotisches Streben nach absoluter Gewissheit unterstützen.Natürlich gibt es eine Art von Investitionsverantwortung, vor allem bei „angestellten“ Entscheidern, die fremdes Kapital einsetzen.Vorsicht, planerische Scheingenauigkeit und Angst vor Fehlern führen aber irgendwann zu einem Zustand der Agonie. Alles erstarrt in einer relativen Bewegungslosigkeit.

viawhatsupindesign | whatsupindesign.

Guten Montag – mit einer weltklugen Inspiration über die Kunst, Dinge ruhen zu lassen

17.06.2013 – Guten Montag, und allen Lesern, Facebook-Freunden, Xing- und Linkedin-Kontakten sowie Twitter-Followern wünsche ich einen vielversprechenden Start in die KW 25. Die Inspiration an diesem Morgen stammt vom spanischen Jesuitenpater Balthasar Gracian (1601 – 1658), der von niemand anderem als Arthur Schopenhauer übersetzt worden ist. Im daraus entstandenen „Handorakel und Kunst der Weltklugheit“ schreibt Gracian in Ratschlag 138 über:

„Die Kunst, die Dinge ruhen zu lassen, und um so mehr, je wütender die Wellen des öffentlichen oder häuslichen Lebens toben. Im Treiben des menschlichen Lebens gibt es Strudel und Stürme der Leidenschaften; dann ist es klug, sich in den sicheren Hafen der Furt zurückzuziehen. Oft verschlimmern die Mittel das Übel; darum lasse man hier dem Physischen, dort dem Moralischen seinen freien Lauf. Der Arzt braucht gleich viel Wissenschaft zum Nichtverschreiben wie zum Verschreiben, und oft besteht die Kunst gerade in der Nichtanwendung der Mittel. Die Strudel im großen Haufen zu beruhigen, sei der Weg, dass man die Hand zurückziehe und sie von sich selbst legen lasse. Ein zeitiges Nachgeben für jetzt sichert den Sieg in der Folge. (…)“

Das Zitat stammt aus der Ausgabe des Kröner-Verlages von 1992, aber wie genial: Das Handorakel gibt es auch im Internet auf www.handorakel.de.

Christoph Berdi

 

 

Fehlanzeige: Marken zum Wohlfühlen | Garbers Gazette

absatzwirtschaft-Redakteur Thorsten Garber schreibt über die Studie „Meaningful Brands“ der Havas-Kommunikationsgruppe in seinem Blog „Garbers Gazette“:

Dem Großteil der Menschen weltweit wäre es egal (anders gesagt: schnuppe – links im Bild), wenn 73 Prozent der Marken morgen verschwunden wären. Die Auswirkung von rund 700 Marken auf das Wohlbefinden bei mehr als 134.000 Konsumenten in 23 Länder wurde für die Studie untersucht – und zwar in zwölf verschiedenen Bereichen wie Gesundheit, Freunde, Beziehungen und der finanziellen Situation. Dabei ist nur für 20 Prozent der Marken ein positiver Einfluss auf das Wohlbefinden der Menschen ermittelt worden. Weltweit führt Google das Ranking der Marken an; außerdem schaffen es als Marken noch Samsung, Microsoft, Nestlé und Sony in die Top 5. Dahinter folgen Ikea, Dove, Nike, Walmart, Danone, Philips und P&G. Meaningful, hier mal mit sinnstiftend und/oder bedeutsam übersetzt, werden Marken also selten empfunden. Bei dem getriebenen Aufwand, der mitunter getrieben wird, meines Erachtens ein katastrophales Ergebnis. Sechs, setzen! Natürlich sind wieder die Verbraucher schuld, weil sie unnötig kritisch sind, insbesondere die nölenden Deutschen.

via Fehlanzeige: Marken zum Wohlfühlen | Garbers Gazette.

The Vivaldi Salotto | Digital Darwinism Summit

10.06.2013 – Vergangene Woche Mittwoch hatte ich das Vergnügen, den Vivaldi Morning Summit zu „Digital Darwinism“ in Frankfurt zu moderieren. Ein Management Summery zu Digital Darwinism, inklusive der Präsentationen, wurde nun von Vivaldi Partners online gestellt:

On June 5th, Vivaldi Partners Group hosted a “Digital Darwinism” Summit that kicked off the Manager Meeting Europe conference. The Vivaldi Digital Summit brought together top C-level executives to explore how brands can survive in today’s digital world.Presentations, recaps, and videos are available here, and we will continue to update with new material.In our work in innovation and growth strategy, we recognize the importance of the new environment consumers face today. As a result, we researched Social Currency for the past several years to see how it can help brands and businesses. We used our findings to help our clients manage the digitization that is increasingly changing business models. At Vivaldi Partners, we think that only those who are fast enough to adapt to the new digital world will survive.Therefore, during our Digital Darwinism Summit, we discussed what marketers need to succeed and if they are prepared to execute a rapid digital transformation.

via The Vivaldi Salotto | The blog of Vivaldi Partners Group » Blog Archive » Digital Darwinism Summit.