Knapp verfehlt ist auch daneben!

Ha, es wäre ja gelacht, wenn wir in der absatzwirtschaft-Redaktion den Geo-Marketers nicht ein Schnippchen schlagen könnten. Aber fast hätten sie uns erwischt, die „One-to-One-Mapper“ von Infas-Geodaten, die nun die Kunst beherrschen, mit Hilfe von Google Maps dem Adressaten auch noch zu zeigen, wo er wohnt. Dies wäre an sich ja belanglos, böte es nicht zum Beispiel die Möglichkeit, dem Umworbenen in einem Mailing den Weg von seiner Haustür zum neuen XY-Shop zu zeigen… Damit auch alle Marketers davon erfahren, hat das Unternehmen seine Kundenzeitschrift durchpersonalisiert. „Wetten, dass Sie genau hier arbeiten, Herr Berdi?“ prangt es mir auf dem Cover entgegen – und ein kleines Fadenkreuz zeigt dahin, wo der Schreibtisch, an dem ich diese Zeilen schreibe, eigentlich stehen sollte. Wetten nicht? Knapp verfehlt ist auch daneben. Wir sitzen auf der anderen Straßenseite! Dort, wo InfasGeodaten hinzielt, dürften die Kollegen Bernd Ziesemer am nächsten Handelsblatt und Roland Tichy an der kommenden Wirtschaftswoche feilen. Postanschriften von Firmen haben nun mal ihre Tücken…. Aber, chapeau, verdammt nah dran ist´s schon, und hätte Infas Geodaten meine Privatadresse, hätte ich hier wohl melden müssen: Treffer, versenkt.

Published by Christoph Berdi

Christoph Berdi, Jahrgang 1966, hat an der Universität Dortmund Journalistik und Geschichte studiert und bei der WAZ-Gruppe volontiert. Der Diplom-Journalist arbeitete freiberuflich für verschiedene Medien wie die Deutsche Welle, Süddeutsche Zeitung und Ruhr-Nachrichten, bevor er 1994 als Redakteur zum Fachverlag der Verlagsgruppe Handelsblatt wechselte. Dort arbeitete er zunächst für das „handelsjournal“. Von 2000 bis März 2013 war er Chefredakteur der absatzwirtschaft – Zeitschrift für Marketing.