von Christoph Berdi | März 26, 2013 | Allgemein
Teekesselchen nennen Kinder Worte mit zwei- bis mehrfacher Bedeutung. Wie Messe. Sie ist der Gläubigen liebste Bet- und Bessinungsversammlung in Kapelle, Kirche oder Kathedrale und der Unternehmen liebste Vertriebs- und Marketingveranstaltung in Showroom, Stadt- oder Messehalle.
Doch so recht teekesselt es da nicht, denn beide haben mehr miteinander zu tun, als es auf den ersten Blick scheint. Werfen wir also einen Blick in ein etymologisches Lexikon, das die sprachliche Herkunft von Worten zu klären versucht: Messe kommt vom lateinischen Missa, womit einst ein Teil der Liturgie gemeint war, und mauserte sich im Laufe der Jahrhunderte zum Begriff für die Gottesdienste. Nahe der Kirchen – ist auch logisch, es waren ja eh fast alle gottesfürchtig und anwesend – wurden Märkte veranstaltet. Vor den Kirchen, denn schliesslich hatte schon Jesus die Händler aus dem Tempel gejagt. Bereits im 14. Jahrhundert hüpfte das Wort aus dem spirituellen Kontext in die schnöde Welt des Kommerz. Aktenkundig ist zum Beispiel eine Handelsmesse in Frankfurt in jener Zeit.
Diese historische Verbindung von Handel und Religion lädt förmlich zu einem metaphorischen Parforceritt ein. Sind die pompösen Messestände nicht Kathedralen, ja Tempel der Ersatzreligion Marke, für die Konzerne teilweise Millionen Euro ausgeben? Überwältigen sie den Messebesucher nicht genauso, wie Kirchen die Gläubigen, ziehen sie ihn nicht genauso in den Bann und lassen ihn in die Knie gehen?
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von Christoph Berdi | März 25, 2013 | Allgemein, Kontext & Gesellschaft, Unternehmen & Management

Der Sanitärhändler Reuter.de distanziert sich mit dieser Kampagne von Preisabsprachen in seiner Branche – über Geschmack lässt sich dabei streiten.
(-ber) Es gilt erst einmal die Unschuldsvermutung für jene Brauereien, die aktuell unter dem Verdacht verbotener Preisabsprachen stehen. Laut „Focus“ sollen sich zwölf Brauereien mit einem Marktanteil von 50 Prozent daran beteiligt haben. Ermittelt werde unter anderem gegen Carlsberg, In-Bev (Becks), Erdinger, Bitburger, Krombacher und Oetker.
In der Haut ihrer Vertriebler, die bei den Einzelhandelskonzernen antreten müssen, um über Listungen und Volumen zu verhandeln, möchte ich nun nicht stecken. Überhöhte Preise hassen die wie die Pest, und über den Tisch gezogenen zu werden umso mehr. Sie werden ihre Lieferanten grillen. Etwaige Bußgelder des Bundeskartellamts wären dagegen ein Klacks. Da es hier um eines der Lieblingsgetränke der Deutschen geht, ist das Thema „Preisabsprachen“ nun auf dem Boulevard und an den Stammtischen angelangt. Sollten sich die Verdachtsmomente erhärten, haben die beteiligten Brauereien sich und den Markenartikeln insgesamt einen Bärendienst erweisen und ihre Preisgestaltung in Verruf gebracht.
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von Christoph Berdi | März 24, 2013 | Medien & Kommunikation
Zauberhafte Idee: Armin Hingst und Michael Milewski von der Dortmunder Gestaltmanufaktur haben mir zum Abschied von absatzwirtschaft und eben auch Marken-Award eine Kiste mit Produkten der Marken-Award-Gewinner geschenkt. Und nicht nur das: Die Verpackung war ein liebevoll dem Anlass angeglichenes Cover der Marken-Award-Studie Brand Excellence. Hintergrund: Michael Milewski ist seit einigen Jahren Autor der Case-Studys zum Marken-Award in der Sonderausgabe marken. Also: tausend Dank!!!!

von Christoph Berdi | März 23, 2013 | Allgemein
Im Markenkern des in Vergessenheit geratenen Produkts Sonne schlummern ungeahnte Energien. Bringen Sie die Brand wieder zum Strahlen und verhelfen sie ihr zum Durchbruch durch die Wolkendecke der Vergessenheit. Machen sie den Wettbewerbern Dunst, Nebel und Bewölkung die Hölle heiß und sorgen sie für ein competitive edge gegen Regen, Schnee und Eis. Guerilla Marketing-Aktionen gegen Player wie Väterchen Frost sind ausdrücklich erwünscht. Auch das im Zuge des erwarteten 360-Grad-Marketings erwartete Verschwinden des Grau wird die Menschheit verkraften. Auf den Return on Marketing Investment (Romi) legen wir ausdrücklich keinen Wert, wovon schon die vorausschauende Verpflichtung der Sonnengötter Helios und Ra als Testimonials zeugt. Erfahrung mit Flashmobs zur Mobilisierung der Sonnenanbeter wären von Vorteil. Einzige Bedingung: ZIEHEN SIE HELLSTEN KÖPFE FÜR DAS PROJEKT ZUSAMMEN UND MACHEN SIE SCHNELL!
von Christoph Berdi | März 23, 2013 | Allgemein
Wer sich als Öffentlichkeitsarbeiter bei Journalisten sofort ins Abseits katapultieren möchte, der lässt in der Betreffzeile seiner Mail einen Berg kreißen, der im Text der Mail eine Maus gebiert und unterbreitet dann noch das Angebot, ein Goody zu bestellen. Einmal abgesehen davon, dass Journalisten sicher einen Mangel an Notizpapier haben, verbietet sich solcherlei sowieso. Unglaublich, was man in seinem Posteingang so findet: Da schreibt eine neu gegründete Arbeitsgemeinschaft für einen bestimmt guten, aber von der Bedeutung im Marketing-Mix her eher randständigen Werbeträger eine Mail mit der Ankündigung: „Neues von XXXXXX: Studie belegt die Werbewirkung von Werbemitteln“, und dann kommen Ergebnisse einer Studie, die das Werbemittelchen pushen sollen. Verbunden mit dem Angebot: „Und wenn Sie den abgebildeten Journalistenblock gerne persönlich hätten, dann antworten Sie bitte auf diese E-Mail. Wir schicken Ihnen den Block gerne zu. Der Journalistenblock der XXXX ist ein hervorragendes Beispiel für die Leistungsfähigkeit und die Qualität Made in Germany.“ Das ist in seiner anmaßenden Haltung schon wieder lustig. Setzen, sechs.