von Christoph Berdi | Jan. 27, 2010 | Allgemein
McCann Erickson wirbt in W&V (3/2010) ganzseitig mit ihrem guten Abschneiden in der Befragung agentur-images 09, die wir gemeinsam mit Handelsblatt und Innofact AG veröffentlicht haben. Damit zeigt die Agentur echt Größe. McCann zeigt das komplette Ranking für Integrierte Kommunikation. So bewirbt McCann, von den Marketingentscheidern auf Platz 4 gesehen, die Konkurrenz gleich mit. Noch überraschender ist die Tatsache, dass McCann überhaupt mit der Studie arbeitet. Immerhin war Agenturchef Helmut Sendlmeier zur Premiere 2005 ihr größter Gegner und entfachte eine branchenweite Debatte darüber (leider bot die Erstausgabe der Studie wegen einer recht geringen Fallzahl auch die notwendige Angriffsfläche). Dass McCann jetzt das Ranking im Anzeigenmotiv in einen Goldrahmen hängt, ist bemerkenswert und spricht für die Bedeutung, die agentur-images mittlerweile in der Werbebranche hat.
von Christoph Berdi | Jan. 25, 2010 | Allgemein
Editorial aus absatzwirtschaft 1_2/2010 zum Thema Digital Natives:
Vor zehn Jahren glaubten wir an eine Revolution in Wirtschaft und Kommunikation. Alle, die sich nicht irgendwie digital und im Webbusiness engagierten, wurden als „old economy“ abgestempelt. Experten und Medien schrieben diesen Unternehmen arrogante Abschiedsworte. Auch an dieser Stelle. „Pardon, alte Industrien! Pardon, ihr Klassiker der Wirtschaft! Die absatzwirtschaft wird euch nicht vergessen“, hieß es Anfang 2000 in einem Editorial.
Mea culpa. Ein paar Monate später lag das Internetbusiness in Schutt und Asche. Die lange, mühselige Reise zurück ins Geschäft und die Trial- and Errorsuche nach neuen Erlösmodellen begann. Diese für Journalisten, echte und vermeintliche Experten (sowie viele Anleger!) traumatische Erfahrung macht vorsichtig. Wir hatten keine Ahnung.

Das ist bei der Generation, die jetzt in die Unternehmen eintritt, ganz anders. Viele der Nachwuchskräfte sind mit den digitalen Medien aufgewachsen.
Die Besten von ihnen bewegen sich darin souverän, schwimmen wie Fische in den Kanälen der neuen Medien und sind trotzdem nicht blind vor Begeisterung. Für sie ist es völlig normal, über Social Networks oder schnelle Messenger zu kommunizieren, sich in virtuellen Teams zusammen- statt in einen Konferenzraum einzuschließen. Diese „Digital Natives“ werden die Wirtschaft wirklich verändern. Sie fragen nicht, ob das Web 2.0 eine Option ist, sondern verstehen nicht, wie man die Frage überhaupt stellen kann. Sie werden mit Innovationen wie „Software as a service“ (die Programme liegen dabei im Internet und nicht auf dem Rechner) und Cloud Computing (dabei zieht man seine Daten und Anwendungen von verschiedenen Computern im Web) virtuos umgehen. Sie sind in der Lage, aus dem Bauch heraus richtige Entscheidungen in diesem Feld zu treffen, weil sie mit den neuen Möglichkeiten sozialisiert worden sind.
Es ist für jedes Unternehmen ein Stück Zukunftssicherung, solche Talente in den eigenen Reihen zu haben. Besonders im Marketing, das seine Zielgruppen ab 14 Jahren aufwärts definiert. Glaubt jemand ernsthaft, diese Mädchen und Jungen mit einer Printanzeige für sich begeistern zu können?
Gesucht werden also High Potentials, die nicht nur spielen wollen, sondern ihre Kompetenz mit Richtung und Ziel entwickeln.
Auf, auf, liebe Personaler. Überlassen Sie nicht alle Guten Google und Co. Wer es nicht glaubt, der lasse sich von unserer Titelgeschichte über die jungen Marketer inspirieren.
Diese Generation sorgt für die echte digitale Revolution.
Ihr Christoph Berdi,
Chefredakteur
von Christoph Berdi | Jan. 20, 2010 | Allgemein
Ade, hätte Dich gerne noch mal gesehen. Aber Springers Paid Content-Maschine hat Dich sofort verschluckt. Wer Dich lesen will, muss zahlen für die Nutzung des Webauftritts. So ein Abo habe und brauche ich in Düsseldorf auch nicht…. Tja, und dabei habe ich mir doch so viele Mühe gegeben, den Gastkommentar zum antizyklischen Marketing knapp, klar und so populär abzufassen, dass nicht nur Marketingexperten damit etwas anfangen können. Das sieht dann so aus:
http://www.abendblatt.de/wirtschaft/karriere/article1343018/Antizyklisch-ins-Marketing-investieren.html
Diese kleine Episode – mich hat das aber für einen Moment wirklich geärgert, was man marketingtechnisch mit Bedarf übersetzen könnte! – weckt doch die Hoffnung, dass Paid Content in bestimmten Bereichen funktionieren kann. Für die Verlage wäre es ein Segen.
Warum ich ausgerechnet fürs Hamburger Abendblatt schreibe? Nun, die Zeitung begleitet die Neue Philantropische Gesellschaft, die sich in der Traditon der europäischen Aufklärung sieht. In einer Vortragsreihe beschäftigt sie sich mit der Wirtschaftskrise, deren Folgen und sich ergebenden Chancen. Ohne Powerpoint und hanseatisch-ehrwürdig in den Hamburger Mozartsälen. Das beste daran war die Dikussion über Werte und Ethik in den Unternehmen. Ausgelöst hatte ich sie mit einem Vortrag, der auf einigen jüngeren Beiträgen aus der absatzwirtschaft basierte.
Der Planungsumfrage für 2010 zum Beispiel, Titelgeschichte in der absatzwirtschaft 10/2009.
http://www.absatzwirtschaft.de/Content/default.aspx?_p=1004040&sst=L3EvzbjSwfOVT0IXIMAXivPArVntjio8
Die Ergebnisse eines Workshops zur DNA erfolgreicher Unternehmen aus der Sonderausgabe zum Deutschen Marketing-Tag 2009.
http://www.absatzwirtschaft.de/Content/default.aspx?_p=1004040&an=100928001
Die Case-Study zur Service- und Innovationsoffensive der Firma Trumpf aus demselben Heft.
http://www.absatzwirtschaft.de/Content/default.aspx?_p=1004040&an=100928030
Oh, Verzeihung, Sie kommen an die Beiträge nicht heran? Kein Abo? Tja. Versuchen Sie die Kernaussagen dieser Beiträge mal schnell zu googeln. Geht nicht. Und das ist gut so.
von Christoph Berdi | Jan. 9, 2010 | Allgemein
Rabatt, reklamieren selbstbewusste Einzelhändler für sich, sei eine Stadt in Marokko. Im Möbelhandel scheint das nicht mehr zu gelten. Da ist Rabatt die Regel und Begräbnisstätte aller Bemühungen um eine strategische Preisführung. Gipfel jüngst, innerhalb weniger Tage gesammelter Erfahrungen: das Angebot eines Einrichtungshauses, wonach Kunden, die über den regulären Preis nicht verhandeln wollen, mit einer Spielekonsole Nintendo Wii und ähnlichen Goodies belohnt werden. Wer es genutzt hat, ist möglicherweise trotzdem der Dumme. Kurze Zeit später gab der Händler auf einen üppigen Teil seines Sortiments über 60 Prozent „Inventurrabatt“.
Fragwürdig ist auch das Verhalten eines Markenartiklers, der die Preise für sein Sofa-Sortiment wirklich hoch hält – aber bei einem Händler eine überraschend konsequente Ausnahme macht und hochwertige Sofas zu einem Aktionspreis anbietet. Angeblich nur jetzt und zeitlich begrenzt, kurioserweise aber über Wochen gestreckt mit immer dem gleichen Angebot. Kein Wunder, dass die Kunden solche Preise nun auch bei anderen Möbelhändlern im Umfeld einfordern. Deren Argument, dass der Sofa-Hersteller preislistentreu sei – pulverisiert.
Auch ein Lampenhersteller gibt die Preisstellung seine Marke freiwillig zum Abschluss frei. Eine markante Lampe aus seinem Sortiment ist schon in einem Einrichtungshaus ständig zum Aktionspreis zu haben, ein Warenhaus bietet das gleiche Modell aber noch günstiger an. Um der Vergleichbarkeit zu entgehen, hat das Warenhaus eine eigene Verpackung dafür. Leider haben beide Kaufstätten das Produkt zeitnah in der gleichen Zeitung beworben. Und durch die markante Form dürften es die Interessenten auch gemerkt haben.
Genauso putzig wie dieser „Verpackungstrick“ ist übrigens die Idee besagten Sofaanbieters, seine Aktionsmodelle durch verschiedene Namen zu tarnen. Bei dem einen Händler heißt das Modell dann – sagen wir mal – Katja und ist hochpreisig, bei dem anderen Karin und ist günstiger. In Zeiten, in denen viele Kunden sich übers Internet informieren, eine wirklich bahnbrechende Idee, die nichts bewirkt, außer Verkäufer in die Bredouille zu bringen.
Kein Wunder, dass die Kunden mittlerweile total verzogen sind. Wer zum ausgeflaggten Listenpreis kauft, muss das Gefühl haben, in diesem Spiel der Dumme zu sein. Genauso wie unser Lieblingsmöbelhändler, der allenfalls mal ein paar Prozente herausrückte, wenn man fürstlich einkaufte. Der ist nämlich insolvent. Unrettbar. Tschüss, Chalet. Und danke für ein tolles Wohngefühl.
von Christoph Berdi | Dez. 16, 2009 | Allgemein
Unsere Studie „Brand Excellence“, die auf den Stories der Marken-Award-Gewinner bis 2009 basiert, haben die Kollegen des Handelsblatts in einem größeren Artikel verarbeitet. Den Fokus legen sie dabei auf die Marken-Innovationen des Mittelstandes. Eine interessante und berechtigte Perspektive, denn es sind ja nicht nur Markenkonzerne wie P&G oder Henkel, die die Markenführung voranbringen. Kai Howaldt, Partner von Roland Berger Strategy Consultants, sagt in dem Beitrag: „Oft genug überzeugen gerade kleinere und mittlere Unternehmen, die nicht viel Geld für Werbung ausgeben können, mit guten, pfiffigen Ideen.Die wirklich neuen Impulse stammen meistens von mittelgroßen Firmen.“ Den kompletten Beitrag können Sie hier lesen:
http://www.handelsblatt.com/roland-berger-studie-die-starken-marken-des-mittelstandes;2500750
Derweil bestätigt auch das Bewerbungsverfahren für den Marken-Award 2010, dass der Klein- und Mittelstand zumindest in der Spitze nicht das Nachsehen haben muss. Unter den Brands, die jetzt von der Jury für den Preis nominiert worden sind, befinden sich eben nicht nur solche von Großunternehmen. Eine spannende Sache und ein enges Finish. Ich traue mir jedenfalls keine Wette darauf zu, wer nach der zweiten Stufe des Bewerbungsverfahrens im Januar den Preis wirklich gewinnt.
von Christoph Berdi | Dez. 4, 2009 | Allgemein
„Das Procter-Pontenzial“ – das war die Titelgeschichte der absatzwirtschaft-Ausgabe 8/2009. Jetzt gibt´s mehr zum Thema, und zwar in der Wirtschaftswoche Nr. 49 vom 30. November. Unter der Headline „Billige Masche“ beschreibt die Wiwo die Strategie, den P&G-Marken preisgünstigere Ableger zur Seite zu stellen. Schön: die Mini-Porträts der P&G-Marketer Andre Corell, Maximilian Conze und Stefan Sallandt.
„Der neue Siemens – Wie Konzernchef Löscher den alten Riesen zum grünen Technologieführer trimm“ hieß die Titelstory in der Aprilausgabe der absatzwirtschaft. Auch hierzu gibt´s neue Informationen, und zwar in der „Zeit“ vom 26. November. „Das grüne Wunder“ ist die Geschichte überschrieben.