… würde sich das wohl so lesen wie in diesem Brief des Beraters Mike Hoban, den er als Kolumne für „Fast Company“ verfasst hat. Seine These: Bon-Daten-Analysen und darauf basierende individuelle Angebote können für die Kunden ungemein hilfreich sein, weil sie Komplexität reduzieren, das Shoppingleben leichter machen und Preisvorteile mit sich bringen. Wer als Unternehmen diese Möglichkeiten hat, aber nicht nutzt, agiert nicht kundenfreundlich. Hier der Einstieg des durchaus als offenen Brief zu verstehenden Textes, den Rest gibt es an der Originalquelle fastcompany.com:
Im a very regular customer of yours and I am disappointed. In this, the era of „big data“ and powerful analytics engines, where individual buying patterns can be tracked and ultimately transformed into personalized pitches for products, I havent heard anything from you about one product you sell that I often buy and which I care a lot about: wine. Especially your discounted wine.You know all about the buying habits of my wife and I and you should have an extensive archive on us. Weve been executive members for 10 to 15 years; we charge everything we buy there to your Amex credit card; we go to your cavernous stores almost every week and our bill is almost never below three figures. Our basement looks like a satellite operation of your warehouses with our 6-month supply of paper towels, the pallet of Ziploc bags, and the barrel of olive oil. We buy a bottle or two of wine most visits and I also stock up on your wine closeouts at another one of your locations in Chicago. I know the „secret“ pricing code which indicates closeout prices ending with .97. (…)
2007, als ich Cincinnati das erste Mal besuchte, wollte die Wirtschaftskammer Cincinnati als „Stadt der Marken“ etablieren. Drei Jahre später reden Senior Director Neil Hensley und Vice President Doug Moorman, halb im Scherz und halb ernst, bereits vom „Silicon Valley“ der Marken. Und warum eigentlich nicht…? (mehr …)
In den nächsten Tagen berichte ich Ihnen von Erlebnissen und Begegnungen in Cincinnati / USA, dem Sitz von Procter & Gamble, und nicht nur deshalb einem der weltweit wichtigsten Zentren für Markenführung. Schon der Flug hielt eine überraschende Einstimmung bereit: Im Flugzeug wurde der Film „The Joneses“ (USA 2009) gezeigt, von dem ich bisher nichts gehört hatte. Die Joneses, eine schrecklich nette Familie, ziehen in eine neue Stadt. Die vier sind perfekt gestylt, gesellig, freundlich und offen für die Menschen am neuen Wohnort. Zu perfekt, zu gestylt und aus gutem Grund so wahnsinnig kommunikativ. Sie sind in Wahrheit nicht Mutter und Vater, Tochter und Sohn sondern ein Marketing-Team, das die neue Nachbarschaft für alle möglichen Konsumgüter begeistern soll. Und das tun sie, höchst effektiv, bringen Golfschläger, Fernsehgeräte, Lebensmittel und Kosmetika unters Stadtvolk. Das denkt freilich, es würde einer wunderbar-perfekten Familie nacheifern. Das kann nicht gut gehen, weder für die Joneses, die den ultimativen „Icon-Status“ in ihrer Verkaufsorganisation anstreben, noch für ihre Kunden, die nicht wissen, dass sie welche sind…
„The Joneses“ ist ein sehenswerter Film mit Demi Moore als ehrgeizige Mutter, ähem, Teamleiterin, und David Duchovny als gescheitertem Gebrauchtwagenverkäufer und „Ehemann“, der sich als Sales-Mann zunächst dumm anstellt, dann das perfide Verkaufskonzept inhaliert und schließlich…. ach, das sollten Sie selber sehen.
Als Marke in dem Film sehr präsent ist Audi. Da der Konsumrausch, in den die neuen Bekanntschaften im Gefolge der Joneses verfallen, aber als leer und frei von Lebenssubstanz entlarvt wird, zahlt die Mitwirkung sicher nicht aufs Markenkonto des Unternehmens ein.