Denn sie wissen (nicht), was sie tun: Mini, Krombacher, Acer

Bei manchem, was die Agenturen an Kreation in Text und Audiovison schaffen und die Kunden durchwinken, stellt sich die bange Frage: Wissen die, was sie tun?

Diese wissen´s nicht: In einer Zeitschriftenbeilage des Computerherstellers Acer steht über ein Notebook geschrieben, das Gerät sei “das Werk eines überlegenen Ethos. Eine Philosophie, die in Sachen Notebook-Leistung einen neuen Maßstab setzt und die Ästhetik verändert.” Das ganze unter der Überschrift “superior being”. Ethos? Philosophie? Überlegenes Sein? Heiliger Bimbam. Da sind wohl die Pferdchen mit dem Texter durchgegangen. So sollen die Menschen eine Marke sehen und empfinden, und das ist eine Riesenaufgabe für die Markenführung, aber das darf man doch nicht sagen. Nicht mal Steve Jobs käme darauf.

Diese wissen hoffentlich, was sie tun: Der TV-Spot der Biermarke Krombacher gilt seit vielen Jahren als Musterbeispiel für nachhaltige, einprägsame und wirksame Werbung. Die Musik, das Sauerland, der Stausee und die Insel, die aus einem anderen See hineinkopiert wurde – nicht spektakulär, aber stimmig. Seit ein paar Tagen läuft ein neuer Spot, wohlvertraut und doch neu. In der Pressemitteilung heißt es dazu. “Die subjektive Inszenierung lässt den Betrachter den Kameraflug erleben, als ob er selbst im Cockpit einer imaginären Flugmaschine sitzt. Vom
Boden aufsteigend schraubt er sich in die Höhe, um dann aus den Wolken – aus der Gesamtschau der Vogelperspektive heraus – auf die Krombacher Insel hinabzusteuern. Das ganze 33 Sekunden lange Opus – und das ist die nächste Innovation – ist unterlegt mit einer neuen Musik, die mit rockig-härterem, aber trotzdem eingängig-melodischem Gitarrensound daherkommt.” Ob Krombacher damit ein Update seines Klassiker-Spots gelingt? Das kreative Ergebnis ist Geschmackssache, allein entscheidend wird die nachhaltige Effizienz sein. Wie beurteilen Sie das neue Werk?


Die wissen, was sie tun: Die BMW-Marke Mini scheint mir mit  ihrem neuen Spot nichts falsch zu machen, im Gegenteil, der Spot “Flow” inszeniert das Model Countryman mit Drive und technisch innovativ. Unter Einsatz modernster Grafik-Technologie zeigt der Launch-Film nicht einen, sondern viele Countryman, wie sie schwungvollauf verschiedenste Art und Weise von A nach B gelangen. Verantwortlich ist die Agentur BSUR in Amsterdam, die auch eine Prise Humor in den Film streute. Macht Spaß, und transportiert die Botschaften von Produkt und Marke:


Comments

One response to “Denn sie wissen (nicht), was sie tun: Mini, Krombacher, Acer”

  1. Der Mini Countryman aus der Matrix macht mir inhaltlich Kopfschmerzen. Für so etwas habe ich zulange mit dem Thema Verkehrssicherheit zu tun gehabt.

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