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Hier mein Editorial aus absatzwirtschaft 7/2011 über E-Commerce, Deutsche Bahn und Lizenzgeschäfte:

Erinnern Sie sich noch an Myworld? Boo? Webvan? Allesamt Geschichten des Scheiterns aus den Anfangsjahren des Internets. E-Commerce zum Abgewöhnen. Für die Geldgeber ein Desaster, für die Nutzer alles andere als ein überzeugendes Einkaufserlebnis. Wer damals innovativ voranschritt, ist oft spektakulär auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden.

Die Anfang der 2000er-Jahre geplatzte Dotcom-Blase, sie war auch ein Schlag ins Kontor des E-Commerce. Noch Jahre danach scheuten sich viele Einzelhändler und Investoren davor, das Internetgeschäft konsequent anzugehen.

Aber Ebay, Amazon.com, Apple mit iTunes und auch Hartnäckige wie der Otto-Versand haben die Wahrnehmung verändert, und neue Technologien sowie steigende Nutzerzahlen der Internetangebote machen den E-Commerce zehn Jahre nach dem Crash wieder attraktiv. Längst ist der Punkt erreicht, an dem eine überzeugende Online-Strategie zwingend auch zum Geschäftsmodell jener Händler gehört, die vor allem über stationäre Geschäfte ihre Waren an Frau und Mann bringen. Wie das Zusammentreffen von Trends und neuen Technologien den E-Commerce beflügelt, lesen Sie in unserer Titelgeschichte „E-Commerce reloaded“ ab Seite 18.

„Reloaded“ im Sinne von „nachgeladen“ muss auch das Angebot der Deutschen Bahn nach Ansicht vieler Kunden werden, die von Verspätungen, technischen Mängeln oder überforderten Bahnmitarbeitern genervt sind. Sein Job, so könnte man meinen, müsste Marken- und Marketingchef Ulrich Klenke wie eine Sysiphos-Arbeit vorkommen. Kaum hat er eine Botschaft am Markt platziert, fallen irgendwo Klimaanlagen aus, bleiben ICEs liegen oder sorgen Stellwerksmalaisen an Knotenpunkten für ein virusartiges Verspätungschaos. Doch im Interview mit Redakteur Thorsten Garber strahlt er Gelassenheit aus, hat die große Zahl von sieben Millionen Menschen täglich im Blick, die die Bahn nutzen. Seine Kampagnen kombiniert er mit konkreten Vorteilen, wie der Bahncard zur Frauenfußball-WM. Und er achtet darauf, dass die Bahnwerbung die Realität nicht konterkariert. Wie Marketing funktioniert, auch wenn die Leistung nicht immer in Ordnung ist, erfahren Sie ab Seite 12.

Und noch eine Geschichte des Nachladens möchte ich Ihnen zur Lektüre
empfehlen: das Interview von Redakteurin Martina Monsees mit Andreas Selmeczi, dem Geschäftsführer der Agfa-Photo-Holding. Aus dem analogen Zeitalter der Fotografie nicht wegzudenken, hat das Unternehmen den Sprung in die digitale Welt geschafft – mit einem völlig neuen Geschäftsmodell. Aber lesen Sie selbst, ab Seite 26.

Ihr Christoph Berdi

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