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Gerade läuft über die Ticker, dass Bundespräsisident Christian Wulff (CDU), als Lügner bezeichnet werden darf. Das ist, vorsichtig ausgedrückt, sehr unschön für das Amt, seinen Träger und die politische Kultur im Lande. Diesen Zusammenhang kommentiere ich in der aktuellen Ausgabe der absatzwirtschaft so:

“Wulffen” hat als neues Modeverb blitzschnell Eingang in den Sprachgebrauch gefunden. Es steht, so liest man, für überlange Botschaften auf Anrufbeantwortern mit eindeutigen Absichten aber mehrdeutiger Wortwahl – und pars pro toto für das Bild, das Bundespräsident Christian Wulff in der Öffentlichkeit abgibt, für verspieltes Ansehen und Vertrauen. “Wulffen” wird als Wort rasch verschwinden, aber Wulffs Verhalten in der Kredit- und Medienaffäre wird in Erinnerung bleiben.

Sobald wir uns in Deutschland wieder mit einer geringen Wahlbeteiligung konfrontiert sehen, wird deshalb erneut zu diskutieren sein, welche Verantwortung ausgerechnet das Staatsoberhaupt am Wählerfrust trägt. Wulff hat mit seinem Verhalten nicht nur sich und dem Amt, sondern der parlamentarischen Demokratie insgesamt einen Bärendienst erwiesen.

Anspruchsvoll, aber wünschenswert wäre, wenn sich Politmarketer und Kampagnenstrategen an die “Affäre Wulff” erinnerten, bevor sie im nächsten Wahlkampf ihre Kandidaten für Parlamentssitze und Ämter in Position bringen.
Jede Wahl bietet die Chance, auch die politische Kultur überhaupt in Deutschland zu stärken.

Christoph Berdi