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Dass Sony schon im letzten Jahr ein Patent für Werbepausen in Videospielen angemeldet hat, ist der Öffentlichkeit nicht verborgen geblieben. Über den Digital Spy-Blog , diverse Gaming-Sites und letzlich Spiegel online kam diese Nachricht nun in die breite Öffentlichkeit. Das Sony-Patent wirft Fragen auf.

Dass digitale Spiele grundsätzlich ein interessanter Werbeträger sind – Stichwort Ingame-Advertising -, das ist bekannt. Dabei wird dann Werbung in das Spiel eingebettet, dynamisch zum Beispiel je nach Standort der Nutzer, oder statisch, etwa wie ein Plakat. Bei einem Autorennen hängt dann da ein Plakat eines real exisisterenden Reifen- oder Mobilfunkanbieter mit animiertem Content. Aber Werbepausen in Videospielen? Das ist eine wagemutige Idee.

Werbeträger brauchen  Akzeptanz, und es bedarf nicht viel Phantasie, um sich die Wut der Gamer vorszutellen, wenn ihr Rennauto kurz runterbremst für die Werbung oder die Kampfmaschine mal eben den Dienst einstellt für eine kurze Pause. Aber wenn Geschäftsmodelle unter Druck geraten, dann ist es vielleicht gut, ein paar Alternativen in petto zu haben, und mögen sie im Moment noch so absurd erscheinen.

Werberefinanziertes Gaming – viel Geld werden die Spieler sicher für solche Angebote nicht mehr berappen wollen – erscheint mir keine nachhaltige Idee zu sein. Es erinnert ein bißchen an die Zeit, als Anbieter PCs und Software kostenlos oder für kleines Geld oder gar kostenlos an die Verbraucher geben wollten, um dann gezielt Werbung darauf abzufahren. Hat so gut wie niemanden interessiert.

Eine Anfrage bei Sony, ob das Patent einfach auf “Vorrat” angemeldet wurde oder ob es schon Pläne zur Umsetzung gibt, harrt noch der Beantwortung. Fortsetzung folgt also.