Kaum ist die erste Auflage der Studie Brand Excellence vergriffen, kommt der Nachfolger auf den Markt: Noch mehr analysierte Case Studys der Marken-Award-Gewinner – 36 an der Zahl -, noch tiefere Insights in die Geheimniss erfolgreicher Markenführung. Erdacht, geschrieben und präsentiert von absatzwirtschaft und Roland Berger Strategy Consultants in bewährter Partnerschaft, mit freundlicher Unterstützung der GfK, die umfangreiches Zahlenmaterial zur Verfügung gestellt hat.
Die Planungsumfrage der absatzwirtschaft für das kommende Jahr offenbart ein seltsames Ergebnis.
Fast zwei Drittel der Teilnehmer können nicht einschätzen, welche Maßnahme im Jahr 2012 die wichtigste sein wird.
So liegt, mit gerade mal acht Prozent der Stimmen, das „Internetmarketing“ vorne.
Eine überzeugende Antwort ist das nicht.
Wie das Neue in die Welt kommt, das ist eine der zentralen Fragen für Management und auch Marketing. Deshalb rangieren Themen wie Forschung und Entwicklung (F&E) und Innovationsmanagement weit oben auf der Interessenskala der Entscheider.
Adobe, Reckitt Benckiser und C&A – um diese Marken geht es in absatzwirtschaft 9/2011 und meinem Editorial im Heft:
Die Gemeinsamkeit der Gedanken in zwei prominenten Geschichten dieses Heftes umfasst diesmal verschiedene Facetten des Wandels. Wir wissen mittlerweile alle, wie wichtig permanente Veränderungen und andauernde Anpassungen in der globalisierten Wirtschaft sind. Jeder Unternehmer und Manager sammelt seine eigenen Erfahrungen, wie er wann an welcher Stellschraube dreht, um die Maschinerie in der Erfolgsspur zu halten.
Eigene Strategien im Streben um Alleinstellungsmerkmale sind dabei eine gute Taktik.
Richtig gedeutet und aufs eigene Geschäft abgebildet, bringt aber auch die Nachahmung herausragender Vorbilder erfreuliche Ergebnisse. Zwischen anderem Nutzwert und Lesespaß finden Sie nachfolgend solche Beispiele, die ich mit einem wieder schön passenden Zitat von Rainer Maria Rilke klammern möchte: „Verwandlung ist nicht Lüge.“
Erlebe gerade am eigenen Bildschirm wie gut das Re-Targeting im Internet funktioniert. Seit ich für den Blog-Eintrag über Zippo letzte Woche Informationen gesucht habe, liefern mir die Internetseiten der Axel Springer Media Impact (bild.de, welt.de) munter Banner- und Skyscraper-Werbung für die Kultfeuerzeuge aus. Ein Klick auf ein „i“ wie Info verrät: “ Sie sehen in diesem Banner Produkte, die auf Sie zugeschnitten sind. Sie möchten diese nicht mehr angezeigt bekommen, klicken Sie bitte hier.“ Dieses Opt-out führt zum Online-Marketing-Dienstleister Adnologies. Der hat mein Bewegungsmuster auf den Zippo-Websites analysiert und steuert nun recht individualisierte Werbung auf meinen Bildschirm. Nun denn, ich bleib, allein aus professionellem Interesse, eingeoptet. Aber mir geht es dabei schon etwas wie einst dem Cappucino-Mann von Melitta. Der hatte gar kein Auto. Und ich bin gar kein Raucher… Und sind die Zielgruppen-Daten noch so gut – nicht immer ist es, wie es scheint. Das ist gut so, denn diese leichte Ungenauigkeit im Re-Targeting kommt natürlich durch die Anonymisierung der Daten zustande. Die funktioniert!
Hier als Erinnerung an eine großartige Werbung und leise Warnung für alle allzu Datengläubigen:
229 Millionen Zigaretten wollen in Deutschland Tag für Tag angezündet werden. Eine immense Zahl, aber nur auf den ersten Blick. Vor zehn Jahren rauchten die Deutschen noch über 390 Millionen. Die Volksgesundheit sagt dank, die Marktteilnehmer fragen sich: Was nun? Denn da schrumpft ein Markt mit dem steigenden Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung, und wenn er nicht schrumpfen will, dann wird er eben durch den Staat geschrumpft, durch Steuern, durch Aufklärung, durch Abschreckung. Als markttechnischen Kollateralschaden trifft das auch ein Unternehmen, das gar keine Zigaretten herstellt, sondern die eleganteste und kultigste Antwort auf eine Frage gibt, die täglich zigtausendfach gestellt werden dürfte: Haste mal Feuer?