Rund 60 Millionen wahlberechtigte Konsumenten entscheiden am 27. September über Deutschlands Zukunft. Wie stehen die Parteien zu Themen wie der Wettbewerbsfähigkeit der Medienwirtschaft, Urheberrecht, Marken- und Datenschutz oder Werbeverboten? Was dürfen Werbungtreibende, Werber und Industrie von den Parteien erwarten? Wir haben CDU, CSU, SPD, Bündnis 90/ Die Grünen, FDP und Die Linke insgesamt acht Wahlprüfsteine vorgelegt. Sie decken aus Sicht wichtiger Branchen- und Wirtschaftsverbände die entscheidenden Fragestellungen zur Wettbewerbsfähigkeit dieser Branchen ab. Die Antworten der Parteien lassen erkennen, dass es zwischen der Bereitschaft, Anpassungen des Kartellrechts zu diskutieren und dem Ruf nach Werbeverboten für Tabak und Alkohol eine große Spannbreite an Positionen gibt. Einig sind sich die Parteien weitgehend darin, dass sich das Urheberrecht an die neuen Entwicklungen im Internet anpassen und der Schutz des geistigen Eigentums gestärkt werden muss, ohne neue Barrieren im Internet aufzubauen. Das neue Heft gib es hier.
Wenn der Film hält, was der Trailer verspricht, hat Dokumentarfilmer Doug Pray mit „Art & Copy“ einen großartigen Film über Werbung gedreht. In Gesprächen mit Kreativen wie Dan Wieden (Wieden & Kennedy), Mary Wells oder George Lois lässt er die großen Momente der Werbung Revue passieren, erläutert den Ursprung von Claims wie „Just do it“, „Where´s the beef“ oder „Got milk“. Die Rede ist von Werbung, deren bloße Durchschlagskraft jede Effizienzdebatte witzlos erscheinen lässt. „Ich hoffe, Art & Copy inspiriert Küntler und Autoren zu bedeutungsvolleren, unterhaltsameren und erhebenderen Ideen“, erklärt Pray. 98 Prozent der Werbung seien belästigend und respektlos gegenüber dem Publikum. „Um uns herum ist heutzutage so viel Werbung, da wäre es großartig, die die verbleibenden zwei Prozent etwas zu steigern.“ Wer wollte Pray da widersprechen? Übrigens: Hinter dem Film steht auch „The One Club for Art & Copy“, der seit 1975 in den USA exzellente Werbung fördert. Mal sehen, wie und wann der Film nach Deutschland findet.
Die Konvergenz der Medien treibt seltsame Blüten. In den USA fanden sich jetzt CBS, Pepsi und die Zeitschrift Entertainment Weekly zusammen, um einem Printmagazin erstmals die Videofähigkeit zu verleihen. Koordiniert hat den Deal laut International Herald Tribune die Mediaagentur OMD. Clips aus TV-Shows und ein Pepsi-Spot kommen auf einem kleinen, einige Quadratzentimeter großen Screen in dem Magazin auf immerhin auf 40 Minuten Spielzeit. Eine „Innovation“ mit quakendem Sound und dürftiger Bildqualität. Hier ist zusammengewachsen, was nicht zusammengehört. Auch wenn die Preise sinken sollten und die Qualität besser wird – Videos haben in Zeitschriften nichts zu suchen. Das Medium der Wahl dafür trägt fast jeder Verbraucher mit sich rum: das Handy. Je smarter und besser die Mobiltelephone im Vierteljahresrhythmus werden, desto aussichtsloser erscheint jeder Versuch, Print mit audiovisuellem Material aufzuwerten.
Wenn Sie als Marketing-Entscheider künfitg mehr Werbung und Gesprächsangebote von IT-Beratern erhalten, dürfen Sie sich nicht wundern. Die Lünendonk GmbH hat herausgefunden, dass gerade Marketing und Vertrieb von IT-Beratern, -Dienstleistern und -Herstellern als lohnende Zielgruppen definiert werden. 64 Prozent der Befragten IT-Experten glauben, dass es sich dabei um ein lohnendes „Potenzialfeld“ handelt. Ganz so falsch liegen sie wahrscheinlich nicht, denn der Druck auf die Vertriebs- und Marketingeffizienz ist enorm und vieles lässt sich nur mit effizienten Softwaresystemen wirklich erreichen. Dass in diesem Themengebiet viel Bewegung ist, glaube ich unbesehen. Vom Grad der Durchrationalisierung und Produkivitätssteigerung zum Beispiel der Produktion ist doch das Marketing weit entfernt. Der Vertrieb ist da wahrscheinlich weiter. Aber die Messbarkeit im Online-Marketing, der Rechtfertigungsdruck gegenüber dem Top-Management und der Zwang, aus schmaleren Budgets noch mehr herauszuholen, treibt das Marketing eben in die Fänge der IT.
PS: Wer in Sachen „IT im Marketing“ auf dem Laufenden bleiben will: auf www.marketingIt.de gibt´s das Knowhow und die News.
Kennen Sie „Online-Profis“? Sie kennen sicher welche, aber diese hier wahrscheinlich noch nicht. Es handelt sich um Studenten der FH Würzburg-Schweinfurt, die bei einem von Google weltweit ausgelobten Wettbewerb zur Online-Werbung glänzten und den Erfolg gleich in ein eigenes Unternehmen umgesetzt haben: www.online-profis.de.
Das Team mit Daniel Unger, Axel Scheuering und Axel Zimmermann-Pfeiffer belegte in der Google Online-Challange Platz 2 und ließ dabei über 2180 Konkurrenten aus 57 Ländern hinter sich. Es plante und realisierte eine Adwords-Kampagne für den Cinemore-Shop, in dem unter anderem Produkte aus dem Filmmerchandising verkauft werden. Ein Budget von 200 US-Dollar musste reichen, um zum Erfolg zu kommen. Unter der Leitung von Professor Dr. Mario Fischer entwickelten die Studenten spezielle Kampagnen für das Content-Werbenetzwerk und das Suchnetzwerk. Bei den Content-Kampagnen setzten sie auf Placement-Targeting. Dabei kann man zum Beispiel festlegen, auf welchen Webseiten die Google-Anzeigen bevorzugt erscheinen sollen. Um günstige Klickpreise zu bekommen, entwickelten sie eine Long-Tail-Strategie. Dieser „lange Schwanz“ ist im Online-Marketing mittlerweile eine etablierte Strategie. In der Interpretation der Würzburger heißt das, dass sie einen ganzen Rattenschwanz an billigen Keywords, 50.000 Stück, generierten. So brachten sie über eine Million Page Impressions in den drei Wettbewerbswochen zustande. Ferner optimierten sie den Onlineshop, der 1000 zusätzliche Unique Visitors bekam und seine Umsätze um 330 Prozent steigerte.
Toll gemacht. Auch von Google. Denn die Google Online Marketing Challenge hat Zigtausend künftiger Marketing-Cracks auf die Werbemöglichkeiten der Suchmaschine geeicht. Wo bleibt die Print Marketing Challenge?
Werte, Qualität, Preisleistungs-Verhältnis – ehrliches Marketing dreht sich um solche Begriffe. Aber manche Anbieter nehmen es damit nicht nur nicht so genau, sondern legen ihre Kunden herein. Besonders im Internet haben sich Praktiken breit gemacht, gegen die das Auftreten von Drückerkolonnen an der Haustür fast noch gentleman-like wirkt. Die Rede ist von Abofallen und Ähnlichem. User suchen eine Information, geraten über Suchmaschinen auf einschlägige Websites, laden ein Dokument herunter – und haben ohne es zur Kenntnis zu nehmen ein nicht nur teures, sondern auch gehaltloses Abonnement abgeschlossen. Auch im Interesse ehrlicher Anbieter muss dem ein Riegel vorgeschoben werden, denn das negative Image strahlt auf andere seriöse Anbieter ab. Mit Marketing hat das nicht zu tun, und deshalb ist den Verbraucherschutzverbänden in ihrem Bemühen, gesetzlich zu besseren regeln zu kommen an dieser Stelle auch nur bon chance zu wünschen. Die Idee der Computerbild, ein kostenloses Warnprogramm anzubieten, ist gut. Gleichwohl dürfen bei all diesen Initiativen nicht jene Anbieter miterwischt werden, die fair und transparent Informationen und Inhalte über das Web verkaufen möchten. Denn die Alles-für-umsonst-Mentalität der User ist auch ein teil des Problems. Sie haben sich daran gewöhnt, dass selbst wertvolle Informationen und Contents kostenlos sind und schauen auch nicht mehr so genau hin. Im Geschäft würden sie nie so arg- und gedankenlos zugreifen, wie sie im Web auf den Download-Knopf drücken.