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Martin Lindstrom, Marken-Guru aus Schweden, steht in seiner Selbstvermarktung den von ihm beratenen Unternehmen ja in nichts nach. Nachdem sein Buch “Brandsense” zum multisensualen Marketing zwar viele Fans und eine Menge Zuspruch gefunden, aber wenig Wirkung entfaltet hat, wendet sich der Marken-Smartie nun dem Neuromarketing zu. “Buyology” heißt sein neues Werk, basierend auf – Achtung! – der größten neurologischen Versuchsanordnung, die das Marketing je gesehen hat. Im Interview mit der absatzwirtschaft für die Sonderausgabe Marken 08 hatte er es angekündigt. Nun wissen wir mehr: 7 Millionen Dollar Investment, über 2000 Propanden, denen Wissenschaftler via Gehirnscanner in die Windungen geschaut haben.  Führende Unternehmen wie GlaxoSmithKline haben ihn gesponsert. TV-Werbung wirkt demnach nicht, Product Placement schon mal gar nicht. Warnhinweise in der Zigarettenwerbung erreichen das Gegenteil, von dem, was sie bezwecken. Das ist der Stoff, aus dem Schlagzeilen sind. Nun, wir werden sehen, was drin steckt in diesem “ground-breaking” Werk und das Buch auf Herz und Nieren prüfen, sobald es vorliegt. Der Meister geht auf große Buyology-Tournee. Wer nicht dabei sein kann (oder möchte) findet auf Lindstroms Website jede Menge Text- und Videomaterial zum Buch, inklusive einem Summery aller Kapitel zum Download.

Das totale Kontrastprogramm zur großen Lindstrom-Show fährt einer der profiliertesten deutschen Marketing-Experten. Prof. Christian Homburg (Universität Mannheim) hat sich seinen weltweit exzellenten Ruf über den Kärnerweg des ebenso fleißigen Forschens wie Publizierens gesichert. Dafür gibt´s keine Standing Ovations und rhythmischen Beifall, auch keine überschäumenden Rezensionen in Newsweek oder im Wall Street Journal, aber den Zuspruch der Wissenschaftscommunity. Die in der American Marketing Assocition (AMA) organisierten Doktoranden haben wieder einmal ausgezählt, wer sich durch Veröffentlichungen in den führenden wissenschaftlichen Journals hervorgetan hat. Homburg ist ganze vorne mit dabei. Platz 3 im globalen Wissenschaftswettbewerb, reduziert auf das wohl weltweit führende “Journal of Marketing” sogar Platz 1. Kapitalisieren kann Homburg seine wissenschaflichen Erfolge übrigens genauso gut wie Lindstrom: Seine Unternehmensberatung Prof. Homburg & Partner zählt mittlerweile 60 Köpfe.

Lindstrom rockt, Homburg glänzt.

PS: Mich interessiert natürlich Ihre Meinung zu Martin Lindstroms Buch Buyology. Relevant oder nicht?