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Twitter ist der Name eines noch recht jungen Kommunikationsdienstes im Internet, und angesichts mancher Kommentare dazu glaubt man schnell: Das wird das größte Ding seit Google. Über Twitter kann man, fast wie bei SMS auf dem Handy, Kurznachrichten absetzen, die dann von dafür registrierten Nutzern, den so genannten „followers“, verfolgt werden können. „Microblogging“ heißt das neudeutsch. Twitter ist einfach zu nutzen, extrem schnell und erfreut sich wachsender Popularität. Klar, dass auch die Marketingabteilungen darüber grübeln, ob der Einsatz im Kommunikations-Mix nicht sinnvoll sein könnte.

Doch noch pendelt der Dienst wischen Sinn und Hype. Letzteres glauben zumindest zwölf Prozent der 70 Führungskräfte, die die Agentur Dr. Haffa und Partner zu dem Thema befragt hat. Sie neigen zu vernichtenden Urteilen: “Twitter ist eines dieser inflationären Nullmedien, für die es kaum sinnvolle Anwendungsfälle gibt und denen eine ungerechtfertigt hohe Aufmerksamkeit zugebilligt wird.“ Überhaupt sieht es unter den Entscheidern für Twitter nicht gut aus. Nur vier Prozent nutzen den Dienst aktiv, was bei rund 70 Befragten nominell maximal 3 ausmacht. Immerhin 28 Prozent haben es ausprobiert, sind immer noch registriert, nutzen Twitter aber nicht mehr. Ein Drittel kennt Twitter überhaupt nicht. Wie sollen bei diesem Meinungsbild eigentlich Entscheidungen für den Einsatz des Dienstes in Marketing und PR fallen?

Noch ist nicht aller Tage Abend. Zum einen ist der Rundruf der Agentur natürlich nicht repräsentativ sondern allenfalls ein Stimmungsbild. Zum anderen gibt es eben auch absolute Fans des Dienstes. “Twitter macht Spaß, und es ist ein wichtiger Schritt hin zur weiteren Demokratisierung der Informationsgesellschaft”, ist eines der Statementes, die Dr. Haffa eingesammelt hat. Ein anderes, von einem Befragten, der Twitter noch nicht genutzt hat, klingt zumindest wohlwollend: “Ich finde diese Art der Kommunikation interessant und verfolge diese Entwicklungen und ihre Auswirkungen mit Interesse.“ Wenn Twitter für die Unternehmen relevant werden soll, müssen jetzt überzeugende Beispiele her. Yvette Schwerdt, die für uns aus New York über Marketing-Trends berichtet, hatte schon vor einem Jahr darauf hingewiesen, dass Twitter mehr sein könnte als eine Spielerei.

Für die Marketers in Deutschland gilt: Nur Versuch macht klug. Schildern Sie uns doch hier Ihre Einschätzungen zu und Erfahrungen mit Twitter. Die wichtigsten Statements veröffentlichen wir in der absatzwirtschaft.