Tag Archives: Sprache

Buchtipp: Trends und Triften im Sprachgebrauch

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Mit meiner Schriftsprache gehe ich hin und wieder zur Kur. Damit sie klar und verständlich bleibt und vor allem weiter das erzählt, was ich wirklich denke oder empfinde. Bücher in guter Sprache zu lesen ist dafür ein bewährtes Hausmittel. Lyrik zum Beispiel. Aber auch manche Texte über Sprache wirken heilsam gegen Irrungen und Wirrungen beim Schreiben.

In meiner Hausapotheke habe ich seit gut 30 Jahren einen Essayband stehen, der wahre Wunder vollbringt: „Redens Arten – Über Trends und Tollheiten im neudeutschen Sprachgebrauch“ von Dieter E. Zimmer, Autor, Herausgeber, Übersetzer 40 Jahre lang Redakteur der Wochenzeitung Die Zeit. Dieses Buch begleitet mich nun durch 30 Jahre Journalismus und Kommunikation. Zugegeben, es gibt Phasen, in denen staubt es jahrelang vor sich hin. Aber kürzlich entsann ich mich seiner, als ich über einem Blog-Thema grübelte, und siehe da – es erfüllt weiter treu seinen Zweck. Ausführungen wie diese sind zeitlose und amüsante Prüftsteine für Texte, fremde wie eigene: Continue reading

“Stalking” hat in der Diskussion ums Targeting nichts zu suchen

28.08.2013 – Marketing und Werbung verfügen über eine schier überschaubare Zahl an Fachtermini und Buzzwords. Und sie sind schnell bei der Hand, wenn es darum geht, neue zu kreieren. Mittlerweile ist eine Begriffsvielfalt entstanden, die selbst Fachleute verwirrt und mitunter ratlos macht. Diese Gedankenlosigkeit im Umgang mit Sprache in unserer Disziplin führt auch dazu, dass Wörter in den Diskurs einbezogen werden, die eine Bedeutung haben, die tunlichst nicht verwässert werden sollte.

Mir ist das am Begriff “Stalking” aufgefallen, der in den Medien zunehmend im Kontext des digitalen Marketings genutzt wird, vor allem mit Blick aufs Targeting.

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Guten Montag – mit einer Inspiration von Rainer Maria Rilke

Guten Montag, und allen Lesern, Facebook-Freunden, Xing-Kontakten und Twitter-Followern wünsche ich einen vielversprechenden Start in die KW 20. Für alle, die Werbecopys, Mailings, Gesprächsleitfäden und PR-Texte verfassen oder freigeben müssen, hier eine Einstimmung mit einem Gedicht von Rainer Maria Rilke, verbunden mit dem Wunsch nach etwas Zauber statt Hard Selling. Und einfach zum Geniessen. Rilkes Gedicht “Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort” wird vom österreichischen Schauspieler Oskar Werner (1922 – 1984) gelesen:

Tipp: Im Rilke-Projekt von Schönherz & Fleer gibt es eine, wie ich finde, sehr gelungene Vertonung mit Xavier Naidoo.