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Die Unterhaltungs- und Technologiemesse IFA 2010 steht auch im Zeichen der 3D-Technologie. Mit ihrem Einzug in den Alltag und eröffnen sich auch für das Marketing Möglichkeiten in einer neuen Dimension.

Gewagt und gewonnen – mit der 3D-Ausgabe der “Bild” am vergangenen Samstag hat der Axel Springer-Verlag ein echtes Statement in Sachen 3D abgegeben. Die Inhalte der Zeitung mag jeder bewerten wie er will, dass der Verlag da erfolgreich geklotzt hat steht für außer Frage. Außerdem reiht er sich in die globale Riege der Innovatoren ein. Auch wenn von “La Derniere Heure” aus Belgien oder “The Bangkok Post” aus Thailand bereits 3D-Ausgaben erschienen sind, gehört Springer doch klar zu den Pionieren.

Wirkten 3D-Gucker mit den entsprechenden Brillen ja eher albern, dürfte der Nation seit diesem Coup klar sein, dass 3D keine Spielerei, sondern ein ernsthaft zu betrachtender relevanter Trend. Und wer weiß, vielleicht gibt es die 3D-Brillen ja bald nicht nur aus Pappe, sondern bei Fielmann, Apollo und Konsorten in chic und mit Sehstärke. Dass hier eine Technologie einsatzfähig wird, zeigt schon die Anzeigenbelegung des Heftes mit VW und arte als hervorgehobenen Partnern. Der paneuropäische TV-Sender veranstaltete synchron mit Bild einen 3D-Aktionstag. VW belegte Seite eins und drei. Filmverleiher schalteten, aber auch Kunden wie die Volks- und Raiffeisengeselschaften und Lotto ließen sich gewinnen. Der Media Markt schlug mit Sony-Produkten gleich doppelseitig auf. Ein schöner Erfolg für Bild und ein innovativer Beweis für jene These, die Verleger wie eine Monstranz vor sich her tragen: Print wirkt.

Und es geht munter weiter. Anfang September (3. bis 9.) öffnet in Berlin die Internationale Funkausstellung IFA ihre Pforten, und auch auf diesem Tummelplatz des Home Entertainment wird 3D eine große Rolle spielen. Dafür sorgen die Hersteller von Fernsehgeräten, die sich von der Dreidimensionalität einen Absatzschub erhoffen, und die Film- und Spieleindustrie, die anach 3d-Erfolgen wie Avatar und Toy Story ebenfalls längst auf den Geschmack gekommen ist. Dass auch Marketing und Vertrieb von dem 3D-Boom profitieren, daran glaubt zum Beispiel die Carl Zeiss AG. Ihre 3D-fähige Videobrille Cinemizer OLED – eines der neuen Produkte auf der IFA – hälten das Unternehmen für die Präsentation komplexer Produkte und Prozesse durch Außendienstler für geeignet. Aber nicht nur die Produktanbieter ziegen, was sie heute schon können und morgen anbieten möchten: Kompetenzträger wie das Fraunhofer Heinrich Hertz Institut geben dem Thema in mehreren Vorträgen ein Fundament.

Vom Durchbruch ist 3D noch weit entfernt, aber “Bild” hat mit seiner 3d-Ausgabe dem Thema mächtig Vorschub geleistet. Es würde für die Entwicklung neuer Werbemöglichkeiten nicht schaden, wenn Marketing und Agenturen experimentierfreudig blieben.