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Future Center Europe: Volkswagen im Start-up-Modus

Der Volkswagen-Konzern gewährt Einblick in sein Allerheiligstes für die digitale Zukunft. Ein Ortstermin für die Initiative Deutschland Digital im Future Center Europe in Potsdam.

Von Christoph Berdi

Am Empfang liegen Dutzende Handys, griffbereit und geordnet. Auf einigen kleben Post-its mit den Namen ihrer Besitzer. Sie können ihre Telefone wieder an sich nehmen, wenn sie das Gebäude am Ufer des Gewässers „Tiefer See“ in Potsdam verlassen. Stetig gesellen sich weitere Geräte dazu. Es ist 14 Uhr; viele Mitarbeiter kommen zurück aus der Mittagspause. Brav gebe auch ich mein Smartphone ab und lasse auch gleich meinen Laptop da. Alles wegen der Kameras. Das Future Center Europe des Volkswagen-Konzerns in Potsdam ist ein Ort voller Betriebsgeheimnisse. Hier wird nicht offen über die Mobilität der Zukunft verhandelt, sondern im Dienste des Konzerns und seiner Marken geforscht und entwickelt. Das besondere dieses Centers und seiner beiden Schwestereinrichtungen in Peking und San Francisco ist: Designer und Digitalexperten arbeiten Hand in Hand. An neuen Designgrundlagen, an digitalisierten Cockpits, am autonomen Fahren und an der E-Mobility. Und obwohl schon zu Beginn der Führung durch dieses Zukunftslabor klar ist, dass das wirklich „heiße Zeug“ fremden Augen verborgen bleibt, stellt sich schnell Neugier ein. Das Verborgene ist immer spannender als das Offensichtliche. Aber das Offensichtliche ist spannend genug.

Source: Future Center Europe: Volkswagen im Start-up-Modus » Initiative Deutschland Digital

Innovationsführer: Wie Michael Nilles die Digitale Transformation von Schindler steuert

Schindler-Vorstand Michael Nilles. (c) Schindler

Schindler-Vorstand Michael Nilles. (c) Schindler

Michael Nilles, Mitglied der Konzernleitung und Chief Digital Officer der Schindler Gruppe, über kulturellen und technologischen Wandel in Unternehmen, das Industrial Internet und einen Überschuss an Daten. 

Mein Interview mit Michael Nilles ist in gekürzter Form in der Zeitschrift “zeitschmelze” erschienen und als Langfassung im Blog der Initiative Deutschland Digital.

„Digitale Transformation“ ist ein großes Wort. Was versteht Schindler darunter?

Bei der Digitalen Transformation sehen wir insgesamt vier Aspekte und der wichtigste davon ist ganz klar die Customer Experience. Wir verbessern gezielt die Beziehungen zu den Kunden und den Nutzern unserer Produkte. Zweitens: Wir machen unsere Produkte „smart” und vernetzten sie. Drittens: Wir haben ganz klar den Wert von Data & Digital Analytics erkannt. Komplexe Berechnungen ermöglichen es uns, Ineffizienzen aus Prozessen zu nehmen. Die Algorithmen, in die Informationen aus verschiedenen Datenquellen einfließen, werden stetig optimiert. Viertens: Das alles hat nur dann einen Wert, wenn Sie die Menschen, also unsere 57.000 Mitarbeiter weltweit, davon mehr als 30.000 im Feld nah beim Kunden, auch mitnehmen. Das ist ein Dauerprogramm, denn Digitalisierung hört nie auf.

Was heißt das konkret? Wie binden Sie ihre Mitarbeiter ein und was spürt der Kunde davon?

Beispielsweise haben unsere Servicetechniker iPhones und iPads, über die sie auf den sogenannten digitalen Werkzeugkoffer sowie Karten und Pläne zugreifen können. Die Techniker und unser Call Center erhalten in Echtzeit Informationen über den Gesundheitszustand der Anlagen. Auch der Kunde hat Zugriff auf seine Daten. Wenn zum Beispiel eine Fahrtreppe ausgefallen ist, setzt ihn seine Schindler Customer App direkt ins Bild. Und er erfährt auch gleich, dass bereits ein Techniker unterwegs ist. In dieser Ausprägung sehen wir einen großen Wettbewerbsvorteil.

Die technische Lösung ist das eine, der kulturelle Wandel das andere. Wie nehmen Sie die Menschen im Unternehmen mit auf die Reise in die digitale Welt?

Wir bilden funktionsübergreifende Teams und brechen Silos auf, die sich gerne zwischen Forschung und Entwicklung, der IT und den Fachabteilungen bilden können – bei uns sind alle mit dabei. Aber wir holen auch neue Skills dazu, die wir nicht im Unternehmen haben. Wir sprechen hier von einer „Unity of Effort”. Zu dieser gemeinschaftlichen Anstrengung gehören auch Partnerschaften, wie wir sie mit Apple und in diesem Jahr mit General Electric eingegangen sind. Für viele traditionelle Unternehmen und vor allem Mittelständler mag das ein ungewöhnlicher Weg sein – sie bevorzugen es, ihre Themen intern zu bearbeiten. Aber ohne Expertise von außen geht es nicht.

Schindler hat eine Digitaltochter gegründet, um Innovationen erst einmal auf der grünen Wiese voranzutreiben. Funktioniert der Wandel von innen heraus nicht?

Sie brauchen einen geschützten Raum für die Digitale Transformation, damit Innovation nicht im Keim erstickt wird. Man muss diese digitale Kultur erst einmal leben lassen. Aber ganz wichtig ist, die Themen schnell wieder ins Unternehmen zu bringen. Es kann eben auch ein Fehler sein, eine separate Einheit zu weit weg vom Unternehmen zu positionieren. Wenn die Mitarbeiter beginnen zu unterscheiden nach „Hier im Start-up ist es cool, in der Zentrale oder im Werk öde“, wird das Innovationsteam zum Fremdkörper. Das darf nicht passieren.

Lesen Sie das komplette Interview hier: Innovationsführer: Wie CIO Michael Nilles die Digitale Transformation von Schindler Aufzüge steuert » Initiative Deutschland Digital

Der Weihnachts-Knüller des Klaus Krinner

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Wenn der Baum zu Heiligabend erst einmal steht, ist jede vorangegangene Mühe vergessen und das entscheidende Utensil aus dem Blick geraten: der Christbaumständer.

Dabei war (und ist) es wirklich manchmal ein Kreuz, einen Weihnachtsbaum in einfachen Schraubständern so zu fixieren, dass er im Lot steht. Denn das ist die Idee des Weihnachtsbaums, seit der Heilige Bonifatius im 8. Jahrhundert im Zuge seiner Missionsarbeit den ersten aufstellte: Der Baum zeigt mit seiner Spitze geradewegs in den Himmel. Das tut er in vielen Haushalten aber erst nach schweißtreibenden Bemühungen, manchmal unter Zuhilfenahme einer Axt, oder überhaupt nicht.

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Guten Montag – mit einer Inspiration von Starbucks-CEO Howard Schultz

Guten Montag, und allen Lesern, Facebook-Freunden, Xing-Kontakten und Twitter-Followern wünsche ich einen vielversprechenden Start in die KW 18. Als Inspiration hier vier Tipps von US-Manager Howard Schultz zum Thema Innovation. Der Starbucks-CEO verriet sie der Zeitung “USA Today” (Ausgabe vom 26. April) bei einem – wo auch sonst? – Coffee Talk:

1. Finden Sie etwas, dass Sie wirklich lieben und für das Sie viel opfern würden.

2. Umgeben Sie sich mit Mitarbeitern, die in ihren spezifischen Fähigkeiten besser als Sie sind, aber mit Ihnen die gleichen Werte teilen.

3. Unterschätzen Sie nicht die Menge an Kapital, die sie aufbringen müssen – und Ihr Zeitbudget -,  um erfolgreich zu sein. Die Dinge laufen nie so wie geplant.

4. Weisen Sie das Glück nicht ab, wenn es an Ihrer Tür klingelt. So banal wie es klingt – Sie brauchen auch ein bisschen Glück.

Viel Erfolg, Ihr Christoph Berdi

P.S. Den “guten Montag” gibt es hier und über die Social Media-Kanäle ab jetzt zum Start jeder Woche.

 

 

 

 

Procter & Gamble umarmt weiter die Erfinder

“Connect and develop” heißt das Programm, mit dem der Konsumgüterkonzern Procter & Gamble aus Cincinnati, USA, Open Innovation betreibt. Erfindungsreiche und innovative Menschen, Firmen und Institute aus aller Welt sind eingeladen, Procter Produktideen und -verbesserungen vorzuschlagen. Gute Sache, dass das Unternehmen so die Fahne der Open Innovation hochhält und damit auch die Idee im Gespräch. Man muss nicht alles selber erfinden, sondern kann weltweit an ein riesiges Kreativitätspotenzial andocken. Seit gut einem Jahrzehnt ist Procter & Gamble nun in Sachen Open Innovation unterwegs, und nun, zum Beginn der zweiten Decade des Programms, hat Laura Becker, General Manager Connect & Develop und verantwortlich für das Global Business Development, die runderneuerte Website pgconnectdevelop.com vorgestellt. Innovatoren können ihre Ideen dort einbringen und auch gleich mit den Wünschen und Bedürfnissen des Konzerns abgleichen. Laut Unternehmensangaben sind auf der Basis von Connect & Develop in den vergangenen zehn Jahren mehr als 2000 Partnerschaften weltweit entstanden, pro Tag gehen ungefähr 20 Vorschläge ein. Very well done, P&G, und absolut nachahmenswert!

Conjoint Analyse – Wirklich Luft nach oben?

Die Conjoint Analyse ist eines der weitverbreitetsten Marktforschungstools. Prof. Markus Voeth von der Universität Hohenheim will einen Weg gefunden haben, die Zuverlässigkeit des Verfahrens deutlich zu verbessern.

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Klar und einfach

Die Idee macht den Unterschied – Editorial aus absatzwirtschaft 11/2010:

“Gerade die einfachsten, die klarsten Ideen, gerade die sind meist schwerer zu verstehen.” Dieses Zitat Fjodor Dostojewskis möchte ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, mit auf den Weg geben für Ihre Lesereise durch dieses Heft. Denn die Idee als geistige Vorstellung steht für etwas noch nie da Gewesenes, etwas Neues, und damit genau für das, was Unternehmen für ihren nachhaltigen Erfolg immer wieder brauchen.  Das ist so offenkundig, dass sich die Frage stellt, ob sich das Niederschreiben dieser aus dem 19.
Jahrhundert stammenden Einsicht des russischen Dichters noch lohnt.
Es lohnt sich. Denn sind nicht die einfachen und klaren Ideen in der komplexen Wirtschaftswelt von heute besonders vielversprechend?

Mit Dr. Jörg Haas, Vorstand der HW Partners AG, begegnet Ihnen im absatzwirtschaft-Interview ab Seite 14 ein professioneller Ideenfinder. Er sucht sie, die klaren und einfachen Ideen, und investiert neben Geld auch Management-Expertise in Firmen, die er für vielversprechend hält. Als “Wachstumsfinanzierer” machen er und seine Kollegen sich Gedanken darüber , “wie die Welt in Jahren aussehen wird”. Sie suchen nach Ideen, die die Zukunft gestalten. “Cloud-Computing” ist so eine. Gemeint ist die Verlagerung von Software vom PC auf Server, quasi in eine Wolke aus Rechnern, auf die die Nutzer über das Internet zugreifen. Die HW-Beteiligung Scopevisio entwickelt Unternehmenssoftware teilweise über Jahre. Und das ist, erklärt Haas, einer der Knackpunkte in diesem Land. Das Risikokapital für gute Ideen fehle vor allem dann, wenn der zeitliche Horizont weiter hinausreiche.

Das Geld für seine Ideen bekommt Christian Hiß zusammen. Er sammelt es vor Ort ein und überwindet schon einmal die Konventionen der Betriebswirtschaft. Mit der Regionalwert AG hat er die Idee einer Bürgeraktiengesellschaft in die Tat umgesetzt.
Der gelernte Gärtner und studierte Master etabliert ein Wertschöpfungsmodell, das es so in der Landwirtschaft noch nicht gibt: mit Beteiligung der Menschen und Partner in der Versorgungskette; von den Landwirten über die Verarbeiter bis hin zu den Verkäufern.
Der Ertrag soll ein dreifacher sein: sozial, ökologisch und finanziell. Hiß schöpft dabei auch aus einem breiten Interesse an Kunst und Philosophie, und das ist vielleicht auch ein Geheimnis der klaren, einfachen Ideen. Sie entspringen mitunter nicht einer Marktforschung oder Managementmode, sondern einer tiefen Einsicht.
Und deshalb lesen Sie im Porträt ab Seite 98 auch, warum Platons Idee der Ideen Pate stand für diese preisgekrönte Geschäftsidee.
Eine Lektüre, die Sie zu klaren und einfachen Ideen inspiriert, wünscht Ihnen

Ihr Christoph Berdi, Chefredakteur

Gestalter der Zukunft

Editorial aus absatzwirtschaft 7/2010:

Für das Marketing ist es eine immerwährende Aufgabe an übermorgen zu denken.
Nichts ist manifest im Wettbewerb um die Gunst der Kunden. Der Erfolg von heute ist vielleicht bald nichts mehr wert, und wer heute noch das Nachsehen auf den Märkten hat, kann schon bald zu den Gewinnern zählen.
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