Google, Apple und Samsung fliegen mit dem Zeitgeist

23.05.2013 – “Cultural Traction” heißt eine Studie, mit der das Marktforschungsinstitut Icon Added Value den Zeitgeist zu vermessen sucht. Ein schwieriges Unterfangen, wie schon Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe nahelegte, als er seinen Faust sprechen lies:

„Was ihr den Geist der Zeiten heißt, das ist im Grund der Herren eigner Geist, in dem die Zeiten sich bespiegeln.“ (Johann Wolfgang von Goethe)

Eine Wechselwirkung also, die sich für Icon daraus ergibt, wie visionär, inspirierend, wie kühn (im englischen Original “bold”, aber das ist in der Übersetzung frei nach Fontane ein ziemlich weites Feld…) und aufregend eine Markte ist. Icon hat diese vier Dimensionen durch Dutzende, messbare Attribute operationalisiert. Um die Mechanik der Studie zu verstehen, lohnt ein Vergleich konkurrierender Marken. Dove, die Pflegemarke von Unilever, hat durch Ihre Kampagne für “wahre Schönheit” demnach einen höheren Zeitgeistfaktor als Nivea aus dem Hause Unilever (zur Case Study dazu geht es hier).

Die Topzeitgeistmarke ist Google vor Apple und Samsung. Damit wären dann auch die drei Marken benannt, die das digitale Spiel derzeit bestimmen. Google ist (fast) ein reiner Softwarekonzern, und damit offenbar schneller und wendiger als die Hardwarelieferanten Apple und Samsung, die im Moment die Antipoden in den Märkten  für Informationstechnologie-, Telekommunikations- sowie Unterhaltungselektronik darstellen.

Unter der etwas martialischen Überschrift “Who is Winning the Cultural Wars?” schreibt Izzy Pugh, Director Icon Added Value, dazu im Contagious Magazin:

“In this year’s Top 10 – somewhat unsurprisingly – tech titans Google and Apple dominate.  Google seems more Inspiring and Exciting, Apple more Visionary and Bold. They’re joined by other industry innovators, Samsung, Microsoft and eBay, as well as BMW and Audi. Surprise entries are IKEA and Coca-Cola, proving you don’t have to make machines to join the cultural conversation.” Iggy Pugh, Icon Added Value.

Fazit: “Cultural Traction” ist eine interessante Studie, denn jenseits solcher PR-Storys kann sie zur Stärken-Schwächen-Analyse, als Frühwarnsystem und bei der Suche nach Wachstumschancen für Marken dienlich sein.

Zum Spielen klicken Sie bitte auf diese Übersicht der Ergebnisse:

Cultural Traction interaktiv - bitte auf die Grafik klicken.
Cultural Traction interaktiv – bitte auf die Grafik klicken.

 

Published by Christoph Berdi

Christoph Berdi, Jahrgang 1966, hat an der Universität Dortmund Journalistik und Geschichte studiert und bei der WAZ-Gruppe volontiert. Der Diplom-Journalist arbeitete freiberuflich für verschiedene Medien wie die Deutsche Welle, Süddeutsche Zeitung und Ruhr-Nachrichten, bevor er 1994 als Redakteur zum Fachverlag der Verlagsgruppe Handelsblatt wechselte. Dort arbeitete er zunächst für das „handelsjournal“. Von 2000 bis März 2013 war er Chefredakteur der absatzwirtschaft – Zeitschrift für Marketing.

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