Tag Archives: Markenführung

Is Virtual Reality The New Tech Frontier For Brands? – Brand Quarterly

Gerade entdeckt: Brand Quarterly, eine interessante Website, sehr up to date mit guten Inhalten über Markenführung in der digitalen Transformation. Hier ein Link zu einer Story über Virtual Reality und ihren Nutzen für die Markenführung.

This year is poised to be the year of Virtual Reality (VR) for brands. In fact, it’s predicted that this will be the VR industry’s first billion-dollar year – with the potential for market growth of up to 150 billion by 2020. And VR isn’t just for gamers anymore – brands of all types and sizes have watched heavyweight innovators like Google and Red Bull experiment with the platform – successfully driving deeper, more meaningful experiences for their customers. It’s only a matter of time before broader, more widespread adoption takes place across the enterprise.

Source: Is Virtual Reality The New Tech Frontier For Brands? – Brand Quarterly

Sea Hero Quest: Spielerei für die Demenzforschung

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Das Handyspiel “Sea Hero Quest”  ist nicht nur für ein paar Minuten Entspannung wunderbar geeignet, sondern bringt vor allem die Demenzforschung voran. Die Deutsche Telekom lässt uns mit gutem Gefühl daddeln und liefert ein Beispiel, wie “Big Data” dem Gesundheitswesen nutzen kann.

Auf 14 Minuten reine Spielzeit habe ich es im ersten Anlauf gebracht, bin dabei auf 20 Levels mit einem Boot umhergeschippert, habe Bojen gefunden, Leuchtraketen abgeschossen und lustige Seeungeheuer fotografiert. Gleichzeitig habe ich der Demenzforschung einen Tag geschenkt. Einstein hätte seine Freude an diesem Zeitparadoxon. Ein Tag in 14 Minuten, keine schlechte Bilanz, und mit der Relativitätstheorie wohl nicht zu erklären. Aber wie funktioniert das? Continue reading

Fünf Prinzipien für ein neues Markenmodell

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Klarer Fokus, Customizing und Convenience: Mymüsli ist einer der interessantestes Marken-Launches der vergangenen zehn Jahre.

Wie funktionieren die Marken von morgen? Markenberater Michael Brandtner, Vertreter der Schule von Laura und Al Ries, beschreibt in einem aktuellen Blogbeitrag fünf Erfolgsfaktoren:

1) enger Fokus auf einen ausgewählten Produktbereich

2) große Auswahl innerhalb dieses Produktfokus, die sich in vielen Fällen auch individualisieren lässt

3) klare Positionierung durch die enge Fokussierung

4) hoher Convenience-Grad bis hin zu Bestellabos

5) hohes Internationalisierungs- bzw. auch Globalisierungspotenzial durch den Vertriebsweg Internet

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Markenreport: Misstrauen in die eigene Marke

Klar, nicht in jedem Unternehmen steht es in Sachen Marke, Ethik und Vertrauen zum Besten. Aber wie wenig die Marketers vom eigenen Arbeitgeber überzeugt sein sollen, das finde ich schon erstaunlich.  Wenn es stimmt, gibt dieses Ergebnis schwer zu denken. Bei solch gravierenden Themen hätte dem Deutschen Markenreport 2016 von “Brandoffice” jedoch eine höhere Fallzahl gut zu Gesicht gestanden. 

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Twitter fehlt eine klare Positionierung

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Der Twitter-Vogel ist als Logo Kult. Die Marke benötigt hingegen ein schärferes Profil. Foto: Twitter

 

Twitter feiert seinen 10. Geburtstag, und die Welt feiert Twitter. Zurecht. So gratuliert das Wired-Magazin mit einer feinen „Timeline“ berühmter Tweets, inklusive des Selfies von Fußball-Nationalspieler Lukas Podolski mit Angela Merkel und dem gewonnen Weltpokal, und natürlich mit einer Referenz an den arabischen Frühling, der ohne Social Networks und insbesondere Twitter nicht möglich gewesen wäre. Sehr sehens- und lesenswert, doch solche Erinnerungen sind im schnellebigen Social Media-Zeitalter eher nostalgisch.

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“Brands Ahead” revisited

Bereits im Frühjahr 2015 erschien die Studie „Brands Ahead – Die Zukunftsfähigkeit der Marke“. Sie will sich partout nicht zu weit von meinem Schreibtisch entfernen und widersteht allen Aufräum- und Altpapieraktionen. Warum nur? Eine Nachbetrachtung.

Bildschirmfoto 2015-12-18 um 12.48.49Es ist schon einige Monate her, dass Hartmut Scheffler, Chef von TNS Infratest, und Alessandro Panella, Chief Strategy Officer der Werbeagentur Grey, die Studie “Brands Ahead” im Marketing-Club Düsseldorf vorstellten. Übrigens in den Räumen des Unternehmens 3M in Neuss, das gerade seine Marke überarbeitet hatte. Das passte also bestens, und überhaupt ist mir der Abend in sehr sehr guter Erinnerung geblieben.

Korridor statt Schmalspur

Das grundsympathische an der Studie ist, dass sie nicht – wie so viele andere – den vermeintlich einen und unbedingt zu beschreitenden Weg aufzeigen will. „Brands Ahead“ leuchtet vielmehr die Polaritäten und Korridore aus. Zwischen autokratischer und partizipatorischer Führung der Marken. Zwischen Nutzen und Kontext, also dem Lebenszusammenhang des Konsums. Zwischen der Vielfalt der Kanäle und der Tiefe des Dialogs. Zwischen der Komfortzone der angestammten Warengruppen und der Konvergenz der Kategorien. Zwischen dem Markenkern und den unendlichen Chancen und Risiken, ihn im besten Falle zu schützen oder aber im schlechtesten Falle aufzuweichen.

Potemkinsche und echte Marken

Auch die Autoren der Brands Ahead-Studie verweisen auf jenes weithin bekannte und besorgniserregende Ergebnis einer anderen Untersuchung, “Meaningful brands” von Havas, wonach die meisten Menschen nicht bemerken würden, wenn ein Großteil der Marken vom Markt verschwände. Aber… was soll´s? Viele „Marken“ leben ohnehin nicht aus innerer Markenkraft sondern von Vertriebspower und niedrigen Preisen, sind nur potemkinsche Marken im Sinne von Branding und Eintragung ins Markenregister, aber eben ohne Entsprechung in Herz und Kopf der Verbraucher. Relevanz entsteht nicht durch Werbung oder die bloße Behauptung, eine Marke zu sein, sondern im wahren Leben. Im Übrigen muss man die Havas-Studie genau lesen: Marken sind für die Menschen nur dann verzichtbar, wenn es in dem betreffenden Segment noch eine andere Marke gibt.

Führungsebene eins

Die Brands-Ahead-Studie liefert ein Koordinatensystem fürs Nachdenken über Marken im Allgemeinen und über die eigenen Marken im Besonderen. Nicht mehr. aber auch nicht weniger. Und das ist in dieser Zeit, in der die Marke immer wieder totgesagt und über das Thema viel zu viele von Ego und Eigennutz geprägte Diskussionen geführt werden, ein Gewinn. Zumal die Studie meines Erachtens eines ganz deutlich macht: Markenführung kann nur Chefsache sein. Entscheidungen zu Positionierung, Leistung und Haltung einer Marke dürfen nicht in der Hierarchie, noch dazu in einer verästelten und einer hohen Fluktuation unterworfenen, getroffen werden. Sie gehören auf die Führungsebene eins, damit eine Marke in ihrem immer komplexer werdenden Umfeld als identitätskonformes und damit verlässliches Angebot in den Markt entlassen wird.

„Brands Ahead“ bietet dafür als Management-Rahmen die drei Dimensionen Brand Contest, Brand Content und Brand Context an, „3 C“ also.  Gut für den Hinterkopf, als einfaches Koordinatensystem, und glücklicherweise von den Autoren nicht als „Tool“ oder „Methode“ propagiert.

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Das Zitat: Unabhängigkeit vor Wachstum

“Für uns ist Unabhängigkeit wichtiger als Wachstum. (…)  Unser Ziel ist es, immer wieder Produkte auf den Markt zu bringen, die Legenden werden wie beispielsweise der Kopfhörer Orpheus. Das geht nur, wenn wir nicht an Quartalsergebnissen gemessen werden.”

Andreas Sennheiser im Interview mit der Süddeutschen Zeitung, 9. November 2015. Sennheiser ist ein im Consumer- und  Profibereich erfolgreicher Audio-Spezialist mit Sitz in Wennebostel bei Hannover.

Nostalgie verleiht der Markenkommunikation Tiefenwirkung

Von wegen, “damals war alles besser …” Eine Studie aus Frankreich gibt Aufschlüsse darüber, warum Nostalgie in der Markenkommunikation die Menschen anspricht.

Die sehnsuchtsvolle Hinwendung zu Vergangenem, die Nostalgie, ist ein bewährtes Stimmungsthema der Markenkommunikation. Viele Menschen lassen sich gerne von der auf eine Reise in ihre eigene Vergangenheit mitnehmen, genießen die Bilder und Klänge von “damals”. Die Erinnerung weckt im Idealfall Sympathie und stellt eine Verbindung her zwischen dem beworbenem Produkt und dem eigenen Leben, lässt die Marke als Teil der eigenen Geschichte und Identität erscheinen. Aber Nostalgie ist vor allem deshalb ein starkes Werbemotiv, weil es oft an Verlust erinnert. Nostalgie, aus dem Griechischen kommend, bedeutet in seiner Wortetymologie  “schmerzhaftes Verlangen nach Heimkehr”.

In der Fernsehserie “Mad Men” gab es eine eindrucksvolle, berührende Sequenz über die tiefe Bindung zwischen Mensch und Marke  (“a deeper bond”, lässt das Drehbuch Don Draper sagen) durch Nostalgie:

Die französischen Marketing-Wissenschaftlerinnen  Aurélie Kessous, INSEEC Business School, und Elyette Roux, IAE-Aix-Marseille-Universität, haben in ihrer Studie  „Nostalgia, autobiographical memories and brand communication: a semiotic analysis“ analysiert, wie Nostalgie systematisch für die Markenkommunikation genutzt werden kann. Die Ergebnisse wurden bereits vor einem Jahr in der Zeitschrift  Marketing ZFP: Journal of Research and Management veröffentlicht und jetzt noch einmal per Pressearbeit in die Fachöffentlichkeit gebracht. Eine gute Idee, wenn auch etwas spät. Veröffentlichungen in wissenschaftlichen Journals erreichen halt die Praktiker im Marketing oft nicht.

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„Elektroautos bauen“ könnte zu wenig sein | Brandtner on Branding

Eine interessante Frage wirft Markenexperte Michael Brandtner auf, die sich auch vor dem Hintergrund der Einführung der neuen Elektroautomarke “BMWi” stellt. Wozu sind die neuen Fahrzeuge – additiv zu ihrem ökologischen Vorteil –  von ihrer Funktion her eigentlich gut? Welche Schlüsselanwendung könnte dazu führen, dass sie in einer Nische wirklich zum Standard werden, statt in allen möglichen Marktsegmenten in kleiner Stückzahl zu irrlichtern? Wo gibt es in der privaten und/oder gewerblichen Mobilität Anwendungsfälle, in denen E-Autos den Spritverbrennern überlegen sind? Im Car-Sharing sind sie schon im Einsatz. Wie steht es denn mit Taxen? Oder innerbetrieblichem Verkehr (Gabelstapler rollen schließlich auch schon elektrisch)? Sind es eng umgrenzte Räume, in denen sich eventuell eine flächendeckende Versorgung leichter sicherstellen lässt? Das sind nur hingeworfene Gedanken. Aber die Vorstellung, das Taxifirmen in Ballungsräumen auf “E” umstellen, gefällt mir einfach gut …

Michael Brandtner sieht das markentechnisch so:

Noch ist der Markt für Elektroautos eine Supernische am Markt. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass es noch keine Schlüsselanwendung für Elektroautos gibt. Die erste Schlüsselanwendung für Dampfschiffe war die Flussschifffahrt, denn da war man flussaufwärts den Segelschiffen klar überlegen, auch wenn man sonst in allen Bereichen am Anfang schlechter abschnitt.

Eine wesentliche Schlüsselanwendung für die Digitalfotographie war die Pressefotographie. Hier war die Digitalkamera trotz der damals schlechten Bildqualität der analogen Fotographie klar überlegen, weil es hier vor allem um Zeit und Aktualität ging. Die Qualität eines Fotos war und ist im Bereich Tageszeitung nicht wirklich ein Kriterium.

(…)

via „Elektroautos bauen“ könnte zu wenig sein | Brandtner on Branding.

Markennamen: Vermeiden Sie die Initialen-Falle | Brandtner on Branding

Oha, wenn die unternehmensintern gebräuchliche Abkürzung tatsächlich ein Grund für eine Umbenennung ist, dann stimmt da etwas mit dem Findungsprozess nicht. Hier ein lesenswertes Stück von Markenberater Michael Brandtner zum Thema “Abkürzungen als Markennamen”:

AWD, BK, EY, GE, IBM, VW oder BMW. Immer wieder setzen Unternehmen auf Initialen als Markennamen. In vielen Fällen passiert dies, weil der Unternehmensname zu lange ist bzw. oft auch, weil die Abkürzung intern im Sprachgebrauch genutzt wird. Langversion versus Abkürzung.

Wenn Sie sich die sechs Abkürzungen oben ansehen, denken Sie wahrscheinlich bei AWD automatisch an Allgemeiner Wirtschaftsdienst, bei GE an General Electric, bei IBM an International Business Machines und bei BMW an Bayrische Motorenwerke. In all diesen Fällen ist die Abkürzung als Markenname besser geeignet als die jeweilige Langversion. BMW klingt nach Marke. Bayrische Motorenwerke nach einer Unternehmensbezeichnung. Das Gleiche gilt auch für AWD, GE und IBM. Wofür aber stehen jetzt BK und EY? BK steht für natürlich für Burger King. Und EY ist der neue Markenname für Ernst & Young. Nur in diesen beiden Fällen ist die jeweilige Langversion besser als die Abkürzung, da sowohl Burger King als auch Ernst & Young funktionierende eigenständige Markennamen sind. So kürzt auch kein Kunde Burger mit BK oder Ernst & Young mit EY ab.

via Markennamen: Vermeiden Sie die Initialen-Falle | Brandtner on Branding.