von Christoph Berdi | Okt. 16, 2012 | Allgemein
Big Data verändert als Marketing, und die große Frage für die Printtitel wird sein, wie sie von analog auf digital umschalten, um als Werbeträger und Kommunikationskanal den Anschluss nicht zu verlieren. Ein Beitrag für „Print & More“, die Zeitschrift des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), Ausgabe 3/2012:
Es gibt zwei gegenläufige Trends, die der Printwelt und damit auch den Magazinen künftig das Leben schwer machen könnten.
Zum einen, und dieser ketzerische Einwurf sei erlaubt, ist da die Trägheit mancher Verlage. Seit der ersten Medienkrise Anfang der 2000er Jahre ist folgendes Muster zu beobachten: Jede Krise führt zu hektischer Betriebsamkeit und Produktideen, aber sobald die Konjunktur wieder anzieht lässt der Elan nach und man versucht mit business as usual wieder über die Runden zu kommen. Bezahlschranken und Paid Content sind der beste Beleg für diese These. Hochgejazzt, wenn es brennt, fast vergessen, wenn es wieder etwas besser läuft.
Zum anderen gewinnt das Marketing stark an Dynamik, nachdem es, ebenfalls krisengeschüttelt, einige Jahre konzeptionell nicht wirklich vorangekommen ist. Der Treiber ist die Digitalsierung, und das meint nur am Rande neue Technologien wie Targeting oder Real-Time-Bidding im Online-Bereich, sondern vor allem Big Data und Business Intelligence. Nachdem das Marketing mit den angehäuften Informationen über bestehende und existierende Kunden Jahrzehnte nicht wirklich umgehen konnte, ist es nun ganz erpicht darauf, den wahren Wert der Kenntnisse über Märkte, Kunden und Kaufverhalten zu heben. Denn: Der Return on Marketing Investment (RoMI) avanciert mehr und mehr zur zentralen Maßeinheit für den Erfolg, und datenbasiertes Marketing gilt als Erfolgspfad zu einem positiven RoMI. Die Dynamik in dieser Entwicklung ist immens, und die Werbeträger müssen sich die Frage stellen, welche Rolle sie künftig in einem durchdigitalisierten Marketing spielen.
Die gute Nachricht für die Medien ist, so die CMO-Studien von IBM, dass das Spiel noch offen ist. Über zwei Drittel der weltweit befragten 1700 Chief Marketing Officers haben angegeben, auf die Datenexplosion noch nicht wirklich vorbereitet zu sein. Aber sie werden Strategien entwickeln und in Technologie investieren, um Big Data endlich in den Griff zu bekommen. Der Zug rollt. Und es wird nur wenige Werbekunden geben, die sich am Versandhaus Manufactum ein Beispiel nehmen, das dem Analysehype aus Prinzip entsagt hat und lieber auf den Händlerinstinkt vertraut.
Die Verlage tun deshalb gut daran, nicht im Krisenzyklus über Innovationen nachzudenken, sondern jetzt zu überlegen, wie sie ihre Titel in einer digitalisierten Marketingwelt positionieren. Communitys, Dialogmarketing, 3D-Tagging, Augmented Reality….Denkanstöße, einen digitalen Footprint der Leser und User zu erzeugen und in den Big Data-Pool einzuspeisen, gibt es genug.
von Christoph Berdi | Sep. 20, 2012 | Allgemein, Marken & Marketing, Medien & Kommunikation, Unternehmen & Management
Unter der Leitung von Professor Martin J. Eppler hat Roland Pfister am Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement der Universität St. Gallen eine Studie zum Verkauf von Finanzdienstleistungen durchgeführt. Danach ist der Verkaufserfolg von Finanzdienstleistungen ist massgeblich vom Verhalten des Verkäufers abhängig, besonders von seinem Einfühlungsvermögen und seiner Fähigkeit, Produkte an die Bedürfnisse des potenziellen Kunden anzupassen. Ein wichtiges Instrument: „Pencil Selling.“ Hier die Zusammenfassung der Ergebnisse:
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von Christoph Berdi | Aug. 30, 2012 | Allgemein
Nachhaltigkeit ist Thema der Titelgeschichte in der neuen absatzwirtschaft 9/2012. Hier das Editorial dazu:
Der Biosprit E 10 ist gefloppt. Ein Marketingdesaster erster Güte, aber
dies nur am Rande. Politisch von Rot-Grün einst gewollt, von der Mineralölindustrie ohne jedwede Kommunikation mit den Verbrauchern an die Zapfsäulen gebracht, von der Automobilindustrie weitgehend ignoriert. Die Kunden reagierten höchst verunsichert.
Sie vertrauen dem neuen Treibstoff nicht. Nun kommt die Debatte über ein sozialethisches Problem hinzu: Die Getreideernte für den Sprit geht weltweit auf Kosten der Lebensmittelproduktion, auch wenn es, worauf Lobbyverbände gerne verweisen, nur wenige Prozent der Ernte sind. Ausdiskutiert ist das Thema noch nicht, aber das Beispiel von E 10 weist auf ein grundsätzliches Dilemma hin: Nachhaltigkeit ist relativ.
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von Christoph Berdi | Aug. 3, 2012 | Allgemein, Marken & Marketing, Medien & Kommunikation
Dass Werbeagenturen mit den Marken ihrer Kunden umgehen können, stellen sie ja immer mehr oder weniger erfolgreich unter Beweis. Mit der Führung ihrer eigenen Agenturmarke ist das so eine Sache. Die Studie agentur-images, die von absatzwirtschaft, Handelsblatt und Innofact AG regelmäßig erhoben wird, offenbart regelmäßige erschreckende Werte für die ungestützte Bekanntheit von Werbeagenturen bei den Werbungtreibenden, die so gar nicht mit dem Selbstbild manches Agenturinhabers oder -managers übereinstimmen. Auch die für Kempertrautmann waren nicht berauschend, aber immerhin hat sich die vergleichsweise junge Agentur im Kreis der wichtigsten Kreativagenturen etabliert. Und kam unter diesem Namen über Jahre auf Top-Ergebnisse unter anderem in der Kategorie Kreativität. Vor diesem Hintergrund möchte ich einfach mal die Frage aufwerfen, ob es eine gute Idee ist, einen seit acht Jahren eingeführten Agenturnamen wie Kempertrautmann einfach aufzugeben und in „thjnk“ umzuwandeln. Hintergrund ist die personelle Spitzenverstärkung durch Karen Heumann und Armin Jochum, die bei Jung von Matt aber bestimmt nicht Tschüss gesagt haben, weil Holger Jung und Jean-Remy von Matt sich geweigert hätten, die Agentur in JJvmH umzubenennen. Ob das vokallose Wortgebilde Thjnk die gleiche Markenstärke entwickelt wie Kempertrautmann – Fragezeichen. Thjnk – da denk ich mir meinen Teil.
Was meinen Sie? Welche Bedeutung haben Agenturmarken und welche Rolle spielen Sie bei der Agenturauswahl durch die Werbungtreibenden? Die besten Kommentare veröffentlichen wir in der absatzwirtschaft – Zeitschrift für Marketing.
von Christoph Berdi | Aug. 1, 2012 | Allgemein
Das Londoner Büro der Unternehmensberatung McKinsey hat 800 Marketing-Praktiker befragt, welches ihre größten Herausforderungen im digitalen Marketing sind und wie weit die Umsetzung gediehen ist. Dabei kam heraus, dass drei Themen besonders pressieren: Fehlende Social-Media-Metrics, der Mangel an Talenten und Experten, besonders im Analysebereich, und die Frage nach der geeigneten Organisation des Marketing.
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von Christoph Berdi | Juli 30, 2012 | Allgemein
Unsere Titelgeschichte zur Praxisferne der Marketing-Wissenschaft in absatzwirtschaft in absatzwirtschaft 6/2012 hat vielerorts eine muntere Diskussion ausgelöst. Uns erreichen auch Beispiele, die zeigen, was möglich ist. Ein innovatives Projekt ist der Coupon-Calculator von Prof. Dr. Bernd Skiera, der an der Frankfurter Goethe-Universität seit 1999 den damals ersten Lehrstuhl für Electronic Commerce in Deutschland inne hat. Seit gut einem Jahr online, hilft der Calculator Händlern, Restaurantbetreibern und anderen, die Effizienz von Coupon-Programmen zu berechnen, und das ist nicht nur aufgrund seines Praxisnutzens interessant, sondern auch als gelungenes Beispiel für den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Praixs. Das Tool ist weiterhin aktuell, denn in jüngerer Vergangenheit sind immer wieder Fälle bekannt geworden, in denen Anbieter von Coupons draufgezahlt statt verdient haben. Lesen Sie dazu auch die Glosse von absatzwirtschaft-Autor Frank Puscher über die „Volksseuche Digitalgutschein“.