von Christoph Berdi | Okt. 9, 2013 | Allgemein
9.10.2013 – Manchmal frage ich mich, was im Produktmanagement der Softwareanbieter vor sich geht. Denkt da jemand auch mal an die Kunden? Oder nur daran, sich gegen die Konkurrenz möglichst scharf abzugrenzen? Was dann dazu führt, dass trotz überpotenter Softwarepakete im Alltag die einfachsten Dinge zum Problem werden. Man nehme mal Microsoft. Wie arrogant muss man eigentlich sein, den Abermillionen Nutzern von Apple Ipads keine eigene, geschmeidig funktionierende App für Microsoft Office anzubieten? Stattdessen müssen wir die Daten hin und her schieben zwischen Apple- und Microsoftprodukten oder auf dem IPad eine App von Drittanbietern wie Cloud on oder Office HD nutzen. Extrem unbefriedigend. Apple ist da kaum besser, was jeder weiß, der versucht, auch nur simple Kalender- oder Adressdateien vom Mac mit einem Smartphone mit Googles Android-Betriebssystem zu synchronisieren. Offenbar glauben die Produktmanager nach wie vor an die Gartenzäune, die ihr Terrain sauber von dem des Nachbarn abgrenzen. Doch spätestens seit Einführung des Cloud-Computings ist das vorbei. Es drängen plattformunabhängige Anbieter auf den Markt und in die Wolke, die an den Rändern Geschäft abknabbern durch einen simplen Umstand: Die Lösungen laufen auf allen Plattformen. Dropbox als Datenspeicher in der Cloud, Evernote als überall verfügbarer Wissensspeicher, Wunderlist als Taskmanager, um nur einige Beispiele zu nennen, und, last but not least, aber so überhaupt nicht least, Google. Google-Software läuft auf jeder Hardware. Darüber sollten die Macher bei Apple und Microsoft mal verschärft nachdenken, auch wenn sie jetzt über den Leistungsumfang der Google-Produkte noch lächeln. Google könnte im Cloudzeitalter das werden, was in den 2000er-Jahren Apple war: der Hersteller, bei dem alles einigermaßen reibungslos klappt.
von Christoph Berdi | Okt. 9, 2013 | Allgemein
Markenexperte Michael Brandtner erinnert daran, dass neben Strategien für morgen auch Ideen für heute stehen müssen:
Die meisten Unternehmen haben heute für ihre Marken Langfristpläne oder Visionen. Microsoft hat die Handysparte sicher deshalb von Nokia gekauft, um langfristig am Smartphone-Markt eine dominante Rolle zu spielen. Aus demselben Beweggrund hat Google die Handysparte von Motorola erworben. Selbst Loewe, obwohl man gerade Insolvenz anmelden musste, hat die Vision oder das Ziel, dass man mit einem neuen Investor wieder eine dominante Rolle im Premiumunterhaltungsmarkt spielen wird. Gegen diese Langfristziele, Visionen oder Pläne lässt sich eigentlich nichts einwenden, außer dass ihnen in vielen, vielen Fällen das entscheidende Element fehlt, nämlich eine Idee, die im Heute und Jetzt funktioniert.
via Denken Sie kurzfristig! Mit Kurzfrist-Denken zum dauerhaften Marken- und Markterfolg | Brandtner on Branding.
von Christoph Berdi | Sep. 18, 2013 | Allgemein, Digital & Vernetzt, Kontext & Gesellschaft, Kunst & Kultur, Marken & Marketing
18.09.2013 – Apple ist wahrscheinlich das einzige Unternehmen auf der Welt, von dem Menschen glauben, seine Firmenzentrale stünde auf einer himmlischen Wolke, von der irgendwann ein höheres Wesen herabsteigen und über das Wasser laufen wird. Dieser Gedanke kam mir bei der Lektüre einer Kritik zum neuen Apple-Betriebssystem iOS 7 für das iPhone und den iPad, erschienen heute in der Süddeutschen Zeitung.
Nachvollziehbar und anschaulich beschreibt der Autor die neue Designphilosophie von Apples Stardesigner Sir Jonathan „Jony“ Ive, der so wunderbar in der Designtradition der Ulmer Schule steht, dass dort gestaltete alte Braun-Taschenrechner zu Recht als Gestaltungsvorläufer von Apples Mobilgeräten gelten dürfen. Ive treibt der Software die Wohnzimmerkuscheligkeit aus, verbannt die Holzregale und -panele und noch so einiges mehr, reduziert Ergonomie und Optik auf die Erfordernisse eines digitalen Geräts. Er kappt die sowieso nur vorgegaukelte Verbindung zwischen Realität und Virtualität. Hunderte Millionen Nutzer werden in den nächsten Tagen hausfinden, ob ihnen iOS 7 die Bedienung der Geräte, die Kommunikation sowie den Umgang mit Daten und Dateien erleichtert, und auch entscheiden, ob Ihnen Benutzerführung und Optik gefallen. Nicht mehr, und nicht weniger.
Jörg Häntzschel als Autor der Kritik im SZ-Feuilleton hingegen schließt mit den Worten:
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von Christoph Berdi | Sep. 16, 2013 | Allgemein
16.09.2013 – Horst Seehofer nach seinem Wahltriumph in Bayern. Die absolute Mehrheit seiner CSU und die bevorstehende Langeweile in der Politik des Freistaats hat die Bildredaktionen von Süddeutscher Zeitung und Frankfurt Allgemeine Zeitung offenbar dermaßen sediert, dass sie benommen zum langweiligsten aller möglichen Motive für ihre jeweilige Seite eins griffen…. dem Jubelhorst. Die Quittung für fehlenden Mut gibt es heute morgen am Kiosk und in Cafés….

von Christoph Berdi | Sep. 16, 2013 | Allgemein, Marken & Marketing, Unternehmen & Management
16.9.2013 – Guten Montag, und allen Lesern, Facebook-Freunden, Xing- und Linkedin-Kontakten sowie Twitter-Followern wünsche ich einen vielversprechenden Start in die KW 38 mit einer Inspiration zum Rollenverständnis der Marketer. Big Data verändert das Marketing und wirft die Frage auf, wie sich Rolle und Berufsbild verändern, wo sich die Marketer verorten zwischen Kreativität und Effizienz, zwischen Kunst und Wissenschaft. Ich bin dazu auf einen interessanten Blog gestoßen. Der Autor vertritt darin die Meinung, das Kunst und Wissenschaft zusammengehen. Zwar plädiert er für den „Chief Marketing Technologiest“, aber er argumentiert auch:
Es gibt eine Menge Gerede über die Kunst und Wissenschaft im Marketing. Einige glauben, dass die Explosion von Daten und Technologien in unserem Feld das eher Kreative, Intuitive, den menschlichen Aspekt im Marketing verdrängt. Dies wird manchmal als „Wissenschaft“ ersetzt „Kunst“, überschrieben. Ich setze die Begriffe in An- und Abführung, weil ihre Bedeutung variiert, je nachdem, mit wem und in welchem Kontext man spricht. Grundsätzlich scheinen die Leute das Denken in der linken Gehirnhälfte mit Wissenschaft und das Denken in der Rechten Gehirnhälfte mit Kunst gleichzusetzen. Natürlich ist das zu stark vereinfacht. Echte Wissenschaft ist eine unglaublich kreative Disziplin. Einstein war ein großer Wissenschaftler, wegen seiner Vorstellungskraft, weit mehr als wegen seiner Mathematik. Beethovens neunte Symphonie ist eine Arbeit kreativer Schönheit, aber auch von großer Präzsion. Die Kunst und Wissenschaft im Marketing ist kein trade-off zweier entgegengesetzter Kräfte. Im Gegenteil, Marketing ist eine Synthese dieser beiden Weltanschauungen. Marketing muss sich auf mehr Wissenshaft einlassen, aber das bedeutet nicht, dass es seine Kunst aufgeben muss. Wir können beides – kreativ und analytisch sein. Der Schlüssel ist, die Stärken beider Weltanschauungen anzuerkennen und sie in einem gemeinsamen Konzert anzuwenden.
Hier der Originalauszug aus dem Blog von …. und der Link zum gesamten Text:
(…) However, I have come to believe that everyone in marketing should Struve to become a broader kind of hybrid: a marketer scientist. Like a warrior poet or a philosopher king, but for modern marketing.
There’s been a lot of talk lately about the art and science of marketing. Some believe that the explosion of data and technology in our field is pushing out the more creative, intuitive, and human aspects of marketing. This is sometimes framed as “science” replacing “art.” I put those terms in quotes because their interpretation varies depending on who you’re talking to and in what context. Generally, people seem to equate left-brain thinking with science and right-brain thinking with art.
But of course, that’s highly oversimplified. As it turns out, real science is an incredibly creative discipline. Einstein was a great scientist because of his imagination, far more than his math. Vice versa, great art can be highly analytical and systematic in its execution. Beethoven’s 9th Symphony is a work of creative beauty, but also one of great precision.
The art and science of marketing is not a trade-off between two opposing forces. Instead, modern marketing is a synthesis of these two worldviews. Marketing must embrace more science, but that doesn’t mean it should abandon its art. We can be both creative and analytical. The key is to appreciate the strengths of these two worldviews and apply them in concert together.
via Everyone in marketing should be a marketer scientist – Chief Marketing Technologist.