von Christoph Berdi | Nov. 22, 2013 | Allgemein, Kontext & Gesellschaft, Marken & Marketing, Medien & Kommunikation, Unternehmen & Management

22.11.2013 – „Hallo Welt!“ lautet die Headline meines Beitrags für den neuen Jahresreport des Verbandes für direkte Wirtschaftskommunikation FAMAB. Darin gehe ich der Frage nach, ob und wie sich mit Facebook, Twitter und Co. die Kommunikationsleistung eines Messeauftritts verbessern und intensivieren lässt. Zu meinem Gesprächspartnern zählen Dr. Olaf Coenen, Deutschland-Geschäftsführer des Computerspieleherstellers Electronic Arts (EA), und Charles Schmidt, der beim Maschinenbauunternehmen Krones AG als Department Manager Creations and Live Events für Messen und Social Media verantwortlich zeichnet.
von Christoph Berdi | Nov. 18, 2013 | Allgemein
18.11.2013 – Mit seinem neuen Buch „Und ich? Identität in einer durchökonomisierten Gesellschaft“ reibt der Psychologe und Psychoanalytiker Paul Verhaeghe von der Universität Gent Salz in die Wunden unserer Zeit. Seine Kernaussage: Der Neoliberalismus und das meritokratische System, in dem der Mensch nach seinem messbaren „Output“ bewertet und in Erziehung und Bildung auch daraufhin optimiert wird, machen krank. Schlimmer noch, die Objektivität der Bewertungen werde oft vorgegaukelt und Eigenheiten eines Menschen würden zu psychischen Krankheiten erklärt, nur weil sie nicht der gültigen sozialen Norm entsprechen.

Paul Verhaeghe, Und ich? Identität in einer durchökonomisierten Gesellschaft, Verlag Antje Kunstmann, München 2013
Verhaeghe erinnert daran, dass sich die Identität eines Menschen, wie er sich fühlt und was er über sich denkt, eben auch über die Spiegelung von außen herausbildet. Neben den effizienzbasierten Bonus- und Malussystemen in Schule, Hochschule und Arbeitswelt, so seine Argumentation, beeinflussen auch die durch die Werbung vermittelten Botschaften das Selbstbild der Menschen: Jugendlichkeit, Glück durch Konsum und die Idee, jeder könne sich selbst verbessern, wenn er sich nur ordentlich anstrenge. So sei eine Welt entstanden, in der viele Menschen – völlig ohne Not – einen Selbstmangel und eigene Unzulänglichkeit spüren, in Identitätskrisen fallen und psychisch erkranken. Sie verlieren sich im Spannungsfeld zwischen dem propagierten Individualismus und des für die eigene Identität so wichtigen Gemeinschaftssinns, also dem Wunsch, sich zu identifizieren und Teil eines größeren Ganzen zu sein.
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von Christoph Berdi | Okt. 9, 2013 | Allgemein
9.10.2013 – Manchmal frage ich mich, was im Produktmanagement der Softwareanbieter vor sich geht. Denkt da jemand auch mal an die Kunden? Oder nur daran, sich gegen die Konkurrenz möglichst scharf abzugrenzen? Was dann dazu führt, dass trotz überpotenter Softwarepakete im Alltag die einfachsten Dinge zum Problem werden. Man nehme mal Microsoft. Wie arrogant muss man eigentlich sein, den Abermillionen Nutzern von Apple Ipads keine eigene, geschmeidig funktionierende App für Microsoft Office anzubieten? Stattdessen müssen wir die Daten hin und her schieben zwischen Apple- und Microsoftprodukten oder auf dem IPad eine App von Drittanbietern wie Cloud on oder Office HD nutzen. Extrem unbefriedigend. Apple ist da kaum besser, was jeder weiß, der versucht, auch nur simple Kalender- oder Adressdateien vom Mac mit einem Smartphone mit Googles Android-Betriebssystem zu synchronisieren. Offenbar glauben die Produktmanager nach wie vor an die Gartenzäune, die ihr Terrain sauber von dem des Nachbarn abgrenzen. Doch spätestens seit Einführung des Cloud-Computings ist das vorbei. Es drängen plattformunabhängige Anbieter auf den Markt und in die Wolke, die an den Rändern Geschäft abknabbern durch einen simplen Umstand: Die Lösungen laufen auf allen Plattformen. Dropbox als Datenspeicher in der Cloud, Evernote als überall verfügbarer Wissensspeicher, Wunderlist als Taskmanager, um nur einige Beispiele zu nennen, und, last but not least, aber so überhaupt nicht least, Google. Google-Software läuft auf jeder Hardware. Darüber sollten die Macher bei Apple und Microsoft mal verschärft nachdenken, auch wenn sie jetzt über den Leistungsumfang der Google-Produkte noch lächeln. Google könnte im Cloudzeitalter das werden, was in den 2000er-Jahren Apple war: der Hersteller, bei dem alles einigermaßen reibungslos klappt.
von Christoph Berdi | Okt. 9, 2013 | Allgemein
Markenexperte Michael Brandtner erinnert daran, dass neben Strategien für morgen auch Ideen für heute stehen müssen:
Die meisten Unternehmen haben heute für ihre Marken Langfristpläne oder Visionen. Microsoft hat die Handysparte sicher deshalb von Nokia gekauft, um langfristig am Smartphone-Markt eine dominante Rolle zu spielen. Aus demselben Beweggrund hat Google die Handysparte von Motorola erworben. Selbst Loewe, obwohl man gerade Insolvenz anmelden musste, hat die Vision oder das Ziel, dass man mit einem neuen Investor wieder eine dominante Rolle im Premiumunterhaltungsmarkt spielen wird. Gegen diese Langfristziele, Visionen oder Pläne lässt sich eigentlich nichts einwenden, außer dass ihnen in vielen, vielen Fällen das entscheidende Element fehlt, nämlich eine Idee, die im Heute und Jetzt funktioniert.
via Denken Sie kurzfristig! Mit Kurzfrist-Denken zum dauerhaften Marken- und Markterfolg | Brandtner on Branding.
von Christoph Berdi | Sep. 18, 2013 | Allgemein, Digital & Vernetzt, Kontext & Gesellschaft, Kunst & Kultur, Marken & Marketing
18.09.2013 – Apple ist wahrscheinlich das einzige Unternehmen auf der Welt, von dem Menschen glauben, seine Firmenzentrale stünde auf einer himmlischen Wolke, von der irgendwann ein höheres Wesen herabsteigen und über das Wasser laufen wird. Dieser Gedanke kam mir bei der Lektüre einer Kritik zum neuen Apple-Betriebssystem iOS 7 für das iPhone und den iPad, erschienen heute in der Süddeutschen Zeitung.
Nachvollziehbar und anschaulich beschreibt der Autor die neue Designphilosophie von Apples Stardesigner Sir Jonathan „Jony“ Ive, der so wunderbar in der Designtradition der Ulmer Schule steht, dass dort gestaltete alte Braun-Taschenrechner zu Recht als Gestaltungsvorläufer von Apples Mobilgeräten gelten dürfen. Ive treibt der Software die Wohnzimmerkuscheligkeit aus, verbannt die Holzregale und -panele und noch so einiges mehr, reduziert Ergonomie und Optik auf die Erfordernisse eines digitalen Geräts. Er kappt die sowieso nur vorgegaukelte Verbindung zwischen Realität und Virtualität. Hunderte Millionen Nutzer werden in den nächsten Tagen hausfinden, ob ihnen iOS 7 die Bedienung der Geräte, die Kommunikation sowie den Umgang mit Daten und Dateien erleichtert, und auch entscheiden, ob Ihnen Benutzerführung und Optik gefallen. Nicht mehr, und nicht weniger.
Jörg Häntzschel als Autor der Kritik im SZ-Feuilleton hingegen schließt mit den Worten:
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von Christoph Berdi | Sep. 16, 2013 | Allgemein
16.09.2013 – Horst Seehofer nach seinem Wahltriumph in Bayern. Die absolute Mehrheit seiner CSU und die bevorstehende Langeweile in der Politik des Freistaats hat die Bildredaktionen von Süddeutscher Zeitung und Frankfurt Allgemeine Zeitung offenbar dermaßen sediert, dass sie benommen zum langweiligsten aller möglichen Motive für ihre jeweilige Seite eins griffen…. dem Jubelhorst. Die Quittung für fehlenden Mut gibt es heute morgen am Kiosk und in Cafés….
